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Kölner Zentralmoschee will zum Gebet rufen

Foto: Raimond Spekking | Lizenz: CC BY-SA 4.0 (via Wikimedia Commons)

Köln (KNA/iz). In der Kölner Zentralmoschee der DITIB soll einem Zeitungsbericht zufolge künftig über Lautsprecher der Ruf zum Gebet erklingen. Das sagten „zwei leitende Funktionäre“ des deutsch-türkischen Moscheeverbands Ditib dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ (Donnerstag). „Wir haben nach der Ankündigung die Stadt kontaktiert und Ende Oktober dann die Antragsformulare angefordert. Inzwischen sind die Anträge bearbeitet – noch in dieser Woche wollen wir sie einreichen“, sagte Murat Sahinarslan, Direktor des Moscheeforums.

Mit den anderen Kölner Moscheegemeinden sei die DITIB im Gespräch. Jede Gemeinde werde selbst entscheiden, ob sie einen Antrag einreiche, um an dem zunächst auf zwei Jahre befristeten Modellprojekt der Stadt Köln teilzunehmen, hieß es.

Der Vorstoß von Kölns Oberbürgermeisterin (OB) Henriette Reker (parteilos), in der Stadt Gebetsrufe zu ermöglichen, habe ihn „überrascht“, sagte Zekeriya Altug, DITIB-Abteilungsleiter für Gesellschaft und Zusammenarbeit. „Für unsere Gemeinde ist das sehr positiv. Der Vorstoß der OB wurde als Zeichen des Respekts und der Würdigung der muslimischen Teilhabe zur Stadtgesellschaft angesehen.“ Dass der Gebetsruf jetzt auch in der Großstadt Köln möglich sei, bezeichnete Altug als „ein Zeichen dafür, dass die Gesellschaft pluraler und vielfältiger geworden ist“.

Seit Anfang Oktober können muslimische Gemeinden in Köln im Rahmen eines zweijährigen Modellprojekts den öffentlichen Gebetsruf bei der Stadt beantragen. Der Muezzinruf darf dabei nur an Freitagen für maximal fünf Minuten erklingen; die Lautstärke muss reguliert sein, und die Nachbarschaft ist vorab zu informieren.

Reker begründete das Projekt mit dem Recht auf freie Religionsausübung und sprach von einem Zeichen gegenseitiger Akzeptanz: „Wenn wir in unserer Stadt neben dem Kirchengeläut auch den Ruf des Muezzins hören, zeigt das, dass in Köln Vielfalt geschätzt und gelebt wird.“ Kritiker warnten dagegen vor einer unzulässigen Bevorzugung einer Minderheit. Zudem könnten konservative oder frauenfeindliche Strömungen in den Gemeinden gestärkt werden.

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