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Medien: 2022 „tödlichstes Jahr“ für Palästinenser seit 2015

Foto: Pavel Bernshtam, Adobe Stock

Jerusalem (KNA) Das Westjordanland erlebt seit Monaten eine Zunahme der Gewalt. Seit Jahresbeginn seien 82 Palästinenser getötet worden, so viele wie seit 2015 nicht mehr, meldet die Zeitung „Haaretz“ (Mittwoch) unter Berufung auf israelische Militärabgaben. Es handle sich um „das tödlichste Jahr“ für die dortigen Palästinenser seit 2015. 78 Personen seien von israelischen Sicherheitskräften erschossen worden, drei von israelischen Siedlern und einer vermutlich von bewaffneten Palästinensern.

Die hohe Zahl der getöteten Palästinenser ist nach israelischen Militärquellen auf die Zunahme von Angriffen auf ihre Armee zurückzuführen, die immer wieder Verhaftungen von Verdächtigen oder auch „routinemäßige Sicherheitsoperationen“ durchführe. In Nablus hätten sich Hunderte junger Palästinenser zusammengeschlossen, um sich an Schießereien auf israelische Streitkräfte zu beteiligen.

Die wachsenden Unruhen und die steigende Gewalt in den Palästinensergebieten haben Medienberichten zufolge auch die USA sowie die Partner des „Abraham-Abkommens“ (darunter die Arabischen Emirate und Bahrain) und das Emirat Katar auf den Plan gerufen, wo viele Palästinenser als Gastarbeiter leben.

Israel habe Katar gebeten, auf Palästinenser-Präsident Mahmud Abbas einzuwirken, dass er die Aktivitäten militanter Palästinenser eingrenze. Jedoch schrumpfe dessen Macht und Einfluss. Seine Streitkräfte seien kaum in der Lage, die notwendigen Kontrollen durchzusetzen und die Sicherheit in den Städten der nördlichen Westbank wie Nablus und Jenin zurückzugewinnen, hieß es.

Hochrangige israelische Sicherheitsbeamte diskutierten vor diesem Hintergrund Empfehlungen, den palästinensischen Sicherheitskräften wieder mehr Handlungsspielraum im nördlichen Westjordanland zu ermöglichen, schreiben lokale Medien.

Denn auch diese betrachteten die Hamas und den Islamischen Dschihad als Feinde, die jedes Vakuum rasch auszunutzen versuchten. Bei jüngsten Gesprächen Israels, der USA und der Palästinenserregierung sei über zusätzliche Schritte zur Aufrüstung der palästinensischen Streitkräfte gesprochen worden.

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