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Museen in den USA arbeiten Geschichte der muslimischen Präsenz auf

Ausgabe 309

Der Gelehrte Omar ibn Said wurde 1807 als junger Mann aus dem Senegal in die USA verschleppt. (Foto: University Yale)

(iz). Längst gehört die Präsenz von ­MuslimInnen und ihren Kulturen in Westeuropa und Nordamerika zur Normalität. Dabei blicken verschiedene Communitys in einigen Ländern auf eine längere Geschichte zurück als andere. Ein Beispiel dafür sind die Vereinigten Staaten. Bereits im 16. Jahrhundert sollen die ersten den nordamerikanischen Kontinent betreten haben. Die ersten kamen als Teil spanischer Expeditionen ­sowie als schwarze Sklaven, die mit Zwang aus ihrer Heimat gebracht wurden.

Längst widmen sich in den USA Museen dieser teils verschütteten Geschichte. Eines davon ist das Islamic Heritage Museum in Washington DC. Es widmet sich der Bewahrung und Weitergabe der Geschichte amerikanischer Muslime.

Seine Mission besteht darin, das ­islamische Erbe und die Beiträge Amerikas zu bewahren, indem Artefakte und Informationen über die reiche islamische Geschichte Amerikas, einschließlich des umfangreichen Anteils von Afroamerikanern zu sammeln, zu archivieren und ­auszustellen. Darüber hinaus organisiert und veranstaltet es Bildungsprogramme und öffentliche Veranstaltungen im In- und Ausland.

Unsere Mission mit dem Islamic ­Heritage Museum in Amerika ist es, kulturelle Bildungsprogramme und Museumsdienste für die Öffentlichkeit in den USA und im Ausland bereitzustellen.

Insbesondere der reichhaltigen Geschichte schwarzer Muslime widmet das Nationale Museum für Afroamerikanische Geschichte und Kultur (NMAAHC) einen Teil seiner Ausstellungsfläche und -stücke. Insgesamt 1.093 Stücke führt das NMAAHC zum religiösen Leben. Dabei nehmen ­Islam und muslimisches Leben einen signifikanten Anteil dieser Gegenstände ein.

Als heiliger Text der Muslime erzeugt der Qur’an dieses Gefühl der historischen Kontinuität und Einheit unter den Muslimen. Die Rituale des Gebets und des Fastens zum Beispiel sind über Zeit und Ort hinweg weitgehend unverändert geblieben. „Gebetsteppiche, Dhikr-Perlen und Kufis sind die Art von Objekten, die die muslimische Identität und Kultur zum Ausdruck bringen; sie gehören zu den 166 muslimischen Objekten, die in der Eröffnungsausstellung und der nationalen Sammlung des Museums vertreten sind“, beschrieb Deborah Tulani Salahu-Din auf „Sapelo Square’ das muslimische Segment der Ausstellung.

Die Geschichte afroamerikanischer Muslime, so Salahu-Din, sei lang und alt. Sie begann mit gefangenen Sklaven, setzte sich über ihren Einsatz im Unabhängigkeitskrieg fort und dauert bis heute an. Es wurde geschätzt, dass rund 20-30 Prozent aller verschleppten Afrikaner Muslime waren. Und erste muslimische Gemeinschaften gehörten zu den ersten Selbsthilfeorganisationen im frühen 20. Jahrhundert. Ohne die materielle Kultur afroamerikanischer Muslime, so die Autorin, ließe sich die religiöse Erfahrung von Afroamerikanern nicht dokumentieren.

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