Muslime: Es tut sich was in Brandenburg
Kurz vorm Jahreswechsel ertönt der Ruf zum Gebet an einem regnerischen Abend. Zu hören ist der Adhan nicht in einer vielen Berliner Moscheen und Gebetsräume, sondern im Innenhof eines Vierseitenhofs, der im „Speckgürtel“ der Hauptstadt liegt. Die Gäste kommen zum Nachtgebet und zu einem Abend des Dhikr. Sie stammen aus verschiedenen Ortschaften von Brandenburg, Berlin und benachbarten Regionen.
20.02.2023 Sulaiman Wilms 7 Min. Lesezeit
Foto: Verein der Muslime in Potsdam e.V.
(iz). Die nahegelegene Metropole nimmt beim Thema einen solch großen Raum der Vorstellung ein, dass die Existenz von Muslimen und ihrer Gemeinden im Umland in den Hintergrund gerät. Unbeachtet von vielen – auch größeren Gemeinschaften der Hauptstadt – leben sie hier spätestens seit der Wiedervereinigung. Für die meisten in Berlins Kiezen galt Brandenburg lange als dunkler Fleck – was teils am anschwellenden Rechtsextremismus lag.
Wenn überhaupt besuchten sie die Region als Ausflügler oder bei Veranstaltungen. Dabei hat Islam in Deutschland durchaus illustre Wurzeln in dem Gebiet. Bereits vor 250 Jahren lebten Muslime auf seinem heutigen Territorium. Und 1915 in Wünsdorf bei Zossen wurde die erste eigentliche Moschee auf deutschem Boden errichtet.
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