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Chaos-Studie: Muslimische Lehrer fordern einen Stopp

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Foto: Albayrake, Institut für Islamische Theologie Osnabrück

Dokumentation: Pressemitteilung des Verbands Muslimischer Lehrkräfte zum Stopp einer aktuellen Studie.

(VML). „Als Verband Muslimischer Lehrkräfte (VML) halten wir aufgrund der zahlreichen Mängel der Studie über den Islamischen Religionsunterricht (IRU) einen sofortigen Stopp für unerlässlich um Reputationsschaden vom Fach IRU, den vielen muslimischen Lehrkräften und dem NRW Bildungsministerium abzuwenden“, erklärte die VML-Vorsitzende Birgül Karaarslan.

In umfangreichen Gesprächen mit dem Ministerium und dem Verantwortlichen der Studie vom Zentrum für Islamische Theologie (ZIT) der Universität Münster konnten leider keineswegs die begründeten Vorbehalte des VML entkräftet werden.

Diese hatte der größte muslimische Lehrerverband Deutschlands bereits letzte Woche in einer gemeinsamen Stellungnahme mit dem Elternnetzwerk NRW vorgebracht (Quelle: https://vml- deutschland.de/aktuelles/). Viele muslimische Verbände gaben in der Folge ähnliche Presseerklärungen ab.

Die gravierenden Fehler in Methodik und Inhalt der laufenden Umfrage mit IRU-Lehrern und muslimischen Schülern scheinen aus Sicht des VML nicht ausreichend auf wissenschaftlicher Forschung zu basieren. Vielmehr erinnern Fragen und Antwortoptionen an einen antimuslimischen Schlagwortkatalog, der bewusst mit verzerrten Ergebnissen reißerische Schlagzeilen provozieren soll.

Ähnliches geschieht aktuell bei einer sehr ähnlichen Studie des ZIT Münster über angehende islamische Theologen und Religionslehrer. Dazu hat die Deutsche Gesellschaft für Islamisch-Theologische Studien (DEGITS) am Sonntag eine fachwissenschaftliche Stellungnahme veröffentlicht, in der renommierte Akademiker die Validität, Aussagekraft, Forschungsethik und wissenschaftliche Fundiertheit der Fragen kritisieren. (Quelle: https://tinyurl.com/35mheekt)

Die DEGITS-Anmerkungen zur Methodik und zum Studiendesign des ZIT Münster stellen ebenso für die Studie zur IRU-Evaluation relevante Faktoren dar. Zusätzlich besteht eine sehr große Gefahr bei der Auswertung zum Islamischen Religionsunterricht durch die akute Manipulierbarkeit der Antworten aufgrund des fehlenden Passwortschutz zur Umfrage und die Möglichkeit von Mehrfachantworten. Leicht können über die ungeschützten QR-Codes antimuslimische Interessenvertreter die Studie für ihre Zwecke missbrauchen.

Angesichts der negativen Medienberichterstattung in den letzten Tagen über zukünftige islamische Theologen und Lehrer für das Fach IRU, aufgrund fragwürdiger Ergebnisse, sieht sich der Verband Muslimischer Lehrkräfte (VML) in seiner Position bestärkt, dass auch die jetzt laufende Studie mit einer sehr ähnlichen Methodik und bedenklichen Fragestellung, verunsichernde Ergebnisse für die jetzt unterrichtenden Lehrkräfte bzw. Schülerschaft haben kann.

Der VML erhält bereits seit Beginn der Umfrage an den Schulen eine Vielzahl von kritischen Rückmeldungen und besorgte Anfragen von Lehrkräften, Schulleitungen, Eltern und aus der Schülerschaft.

Für die unterrichtenden IRU-Lehrkräfte, deren Professionalität durch zwei Staatsexamen plus bekenntnisorientierter Idschaza-Prüfung hinlänglich belegt ist, stellt die mit antimuslimischen Stereotypen gespickte Studie derzeit eine enorme Belastung dar. Auch das Vertrauen der Eltern und Schüler in derartige Umfragen ist nachhaltig erschüttert.

Der VML empfiehlt den IRU-Lehrern und Schülern aufgrund der Vielzahl der Studienfehler an der laufenden Umfrage nicht teilzunehmen.

Aus Sicht des VML ist ein kompletter Neustart mit einer wissenschaftlichen Ansprüchen gewährleistenden Umfrage von qualifizierter Forschungsstelle eindeutig nötig geworden. Damit Nordrhein-Westfalen weiter Vorbild in der Verwirklichung und Ausbau von bekenntisorientierten Islamischen Religionsunterricht für die rund 470.000 muslimischen Schulkinder in NRW sein kann.

Der VML steht weiter für konstruktive Gespräche mit dem NRW Bildungsministerium in Kontakt und für eine frühzeitige Einbindung hinsichtlich einer neuen Studienerstellung bereit.

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