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Ramadan 2024: Absicht, Taqwa und Fasten – der Monat in den Quellen

Ausgabe 322

Fasten
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Ramadan ist eine Zeit ohnegleichen. Die Quellen des Islam sind voller direkter und indirekter Hinweise auf das Fasten.

(iz). Der Monat Ramadan ist eine Zeit ohnegleichen. Muslime sollten ihn als Zeit der Gelegenheit verstehen, die sie mit beiden Händen ergreifen. Das ist nicht einfach die Phase der Enthaltsamkeit von Essen und Trinken. Denn der Prophet, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben, sagte: „Vielleicht wird eine Person nicht mehr von ihrem Fasten haben als Hunger und Durst.“ Es gibt viele Segnungen, Tugenden und Lektionen, die wir hier mitnehmen können.

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Ramadan als Akt des Verzichts

Der Akt des Fastens selbst ist die Enthaltung von Essen, Trinken und sexueller Intimität während der Stunden des Tageslichts. Muslime sind in diesem Monat verpflichtet, 29 oder 30 Tage lang zu fasten.

Er endet mit dem Feiertag, dem ’Id Al-Fitr. Diese Handlung enthält nicht nur eine Belohnung und ist segensreich, sondern auch Schutz vor falschen Taten und dem Feuer: „(Allah sagt:) ‘Jede Handlung des Sohns von Adam ist für ihn – außer das Fasten. Es ist für Mich. Ich werde (die fastende Person) dafür belohnen.’ Wahrlich, der Geruch aus dem Mund einer fastenden Person ist besser bei Allah als der Geruch von Moschus.“

Das Ziel ist Taqwa

Taqwa zu bekommen, heißt Ehrfurcht und ein aufmerksames Bewusstsein von der ständigen Anwesenheit Allahs. Sie ist das Verhalten, das uns angesichts der Allmacht und Allgegenwart vor Seinem Urteil schützt. Obschon Ramadan viele Vorteile hat, so ist der spezifische Nutzen dieser Handlung deutlich gemacht. Sie sollte an der Front unseres Verstandes stehen, damit wir sie erreichen können.

Der Sinn und Zweck des Fastens selbst wird uns im Qur’an offenbart: „O die ihr glaubt, vorgeschrieben ist euch das Fasten, so wie es denjenigen vor euch vorgeschrieben war, auf dass ihr Taqwa haben möget.“ (Al-Baqara, Sure 2, 183)

Ramadan sollte der Monat des Qur’an sein. Allah, der Erhabene, sagt: „Der Monat Ramadan (ist es), in dem der Qur’an als Rechtleitung für die Menschen herabgesandt worden ist und als klare Beweise der Rechtleitung und der Unterscheidung.“ (Al-Baqara, Sure 2, 185)

Es wurde gesagt, dass der Engel Dschibril den Propheten, Heil und Segen auf ihm, jede Nacht im Ramadan besuchte, um den Qur’an mit ihm zu studieren. Der Gesandte Allahs sagte uns, dass jemand, der einen Buchstaben aus dem Qur’an liest, die zehnfache Belohnung erhalten wird. Welchen besseren Anreiz können wir für seine Rezitation noch haben?

Iftar und Sahur bringen Segen

Das Fasten beginnt jeden Morgen mit Eintreten der ersten Dämmerung. Zuvor gibt es eine kleine Mahlzeit, die als Suhur bekannt ist.

Der Prophet, Heil und Segen auf ihm, wies uns jedoch auf die Güte und den Segen darin hin. Es gibt mehrere seiner Aussagen zu dieser Sache wie „habt Suhur, denn darin liegt wahrlich Segen“ oder „wahrlich, es ist ein Segen, den Allah allen von euch gegeben hat. Also verlasst es nicht“.

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Das Fasten wird gleich nach Sonnenuntergang mit dem Iftar gebrochen. Nach einem langen und ermüdenden Tag ist das der Moment, der nicht nur Durst und Hunger stillt, sondern es ist auch eine Zeit, in der man zufrieden ist, weil man eine Pflicht für Allahs erfüllt hat.

In einer der prophetischen Aussagen heißt es: „Das Fasten ist ein Schleier (vor der Hölle) und darin gibt es zwei Vergnügen für eine fastende Person. Eines zum Zeitpunkt des Fastenbrechens und eines in dem Moment, wenn sie ihrem Herrn begegnet.“

Und das Fastenbrechen ist eine großartige Zeit, die Botschaft des Islam zu verbreiten. Jetzt kann man nichtmuslimische Freunde, Nachbarn oder Kollegen dazu einladen. Das ist die Gelegenheit, sich um jene zu kümmern, die das Fasten aus verschiedenen Gründen alleine brechen müssen. Das gilt insbesondere für solche Muslime, die den Islam neu angenommen haben und keinen muslimischen Familienanschluss haben.

Zeit des Gebets

Dieser Monat ist auch eine Zeit des Gebets. Neben den fünf Pflichtgebeten ist es empfohlen, die beliebten (arab. mustahab) und die freiwilligen (arab. nafila) Gebete zu verrichten, während wir mit den täglichen Pflichtgebeten fortfahren. Es gibt im Ramadan zudem spezielle Nachtgebete wie das Tarawwih und das Qijjam Al-Lail. Sie sind mit dem Fasten zu einem Synonym des Ramadan geworden.

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Hierzu sagte der Prophet: „Wer Qijjam mit dem Imam betet, bis dieser fertig ist, für den wird aufgezeichnet, als hätte er die Nacht im Gebet verbracht.“

Im Ramadan flehen wir um Gnade und Vergebung von Allah. Tatsächlich kann dieser Monat in drei Intervalle geteilt werden. Der Prophet, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben, sagte: „Das ist ein Monat, dessen erster Teil Allahs Barmherzigkeit bringt, die Mitte führt zur Vergebung und der letzte Teil zur Freiheit vom Höllenfeuer.“

Sadaqa: Jetzt noch tugendhafter

In den Versen des Qur’an sowie in den Hadithen wird häufig vom Spenden und vom wohltätigen Verhalten gesprochen. Als Muslime wissen wir, dass dies eine der bedeutendsten – freiwilligen – Verhaltensweisen ist. Sie dürfen aber nicht wie heute leider häufig mit der Zakat, der Pflichtabgabe auf das Vermögen (nicht das Einkommen) verwechselt werden.

Diese Sadaqa ist während des Ramadan sogar noch tugendhafter. Ein Monat, in dem die Belohnungen für richtiges Handeln vervielfältigt werden. Der Gesandte Allahs, Heil und Segen auf ihm, war der großzügigste Mensch, der jemals lebte. In diesem Monat war er sogar noch großzügiger.

Schlussendlich sollen wir die „Nacht der Macht“ suchen. In ihr wird das Schicksal der Menschen für das kommende Jahr bestimmt. „Wer die Lailat Al-Qadr im Gebet dank seines Glaubens und auf der Suche nach einer Belohnung verbringt, dem werden seine vergangenen falschen Handlungen vergeben.“

Von seiner Gattin ’Aischa, möge Allah mit ihr zufrieden sein, wurden folgende Worte des Propheten überliefert: „Haltet nach der Lailat Al-Qadr an den ungeraden Nächten der letzten zehn Ramadantage Ausschau.“ 

Tuisa Hilft - Kurban

Gute Handlungen in ihr haben einen höheren Wert als jene in eintausend Monaten. Nach einem Bericht im Sahih Muslim strengte sich der Gesandte Allahs, Heil und Segen auf ihm, in den letzten zehn Nächten noch viel stärker an, Allahs Wohlgefallen zu erlangen, als in jeder anderen Zeit des Jahres.