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Streit um Todesursache von palästinensisch-amerikanischer Journalistin

Foto: Shireen Abu Akleh, Facebook

Jerusalem/Ramallah (KNA/iz). Bei einer Razzia der israelischen Armee in der palästinensischen Stadt Dschenin im besetzten Westjordanland ist eine palästinensisch-amerikanische Journalistin am 11. Mai erschossen worden. Israelische und palästinensische Vertreter geben sich gegenseitig die Schuld für den Tod der Al-Jazeera-Korrespondentin und Christin, wie örtliche Medien berichten. Ein zweiter Journalist erlitt demnach eine Schusswunde im Rücken. Sein Zustand sei stabil.

Das palästinensische Gesundheitsministerium erklärte laut Berichten, Schireen Abu Akleh habe einen Kopfschuss mit scharfer Munition erlitten. Israels Ministerpräsident Naftali Bennett erklärte unterdessen, es sei nach derzeit vorliegenden Informationen wahrscheinlich, „dass bewaffnete Palästinenser – die zu diesem Zeitpunkt wahllos geschossen haben – für den bedauerlichen Tod der Journalistin verantwortlich sind“.

Die israelische Armee twitterte, sie prüfe „die Möglichkeit, dass Journalisten getroffen wurden – möglicherweise durch Schüsse palästinensischer Bewaffneter“. Nach Armeeangaben hatten militante Palästinenser während der Razzia das Feuer auf Soldaten eröffnet. Diese hätten es erwidert.

Israel hat die Palästinenser laut Erklärung von Bennett aufgefordert, eine gemeinsame gerichtsmedizinische Untersuchung durchzuführen. Dies sei bisher von den Palästinensern abgelehnt worden. Bennett kündigte an, die israelische Armee werde ihren Einsatz in den besetzten Gebieten fortsetzen, „um die tödliche Terrorwelle zu beenden und die Sicherheit der Bürger Israels wiederherzustellen“.

Der durch einen Schuss verletzte Journalist der Jerusalemer Zeitung „Al-Quds“, Ali Samodi, erklärte laut Medien, dass er und Abu Akleh zum Zeitpunkt des Beschusses Pressewesten trugen und eindeutig als Journalisten erkennbar gewesen seien. Im Internet verbreitete Videoaufnahmen des Vorfalls zeigen Abu Akleh in einer blauen Schutzweste mit der Aufschrift „Press“.

Der in Katar ansässige Sender Al Jazeera sprach am gleichen Tag von einem „eklatanten Mord, der gegen internationale Gesetze und Normen verstößt“. Das „abscheuliche Verbechen“ ziele darauf, ab, Medien an der Ausübung ihrer Arbeit zu hindern.

Die palästinensische Führung sowie die arabische Welt verurteilten die Tötung Abu Aklehs und machten Israel verantwortlich. Das palästinensische Außenministerium sprach demnach von einer Hinrichtung.

Tor Wennesland, UN-Sonderkoordinator für den Nahostfriedensprozess, forderte auf Twitter „eine sofortige und gründliche Untersuchung und die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen. Medienschaffende sollten niemals zur Zielscheibe werden“. Der US-Botschafter in Isarel, Thomas Nides, rief auf Twitter zu einer „gründlichen Untersuchung“ auf.

Auch die israelische Menschenrechtsgruppe „Jesch Din“ forderte laut Berichten eine internationale Untersuchung des Falls, da das israelische Verteidigungsministerium „in mehreren Fällen bewiesen hat, dass es nicht in der Lage ist, solche Vorfälle selbst zu untersuchen“.

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