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UN-Menschenrechtskommissarin besorgt über Lage in Burkina Faso

Foto: FellowNeko, Adobe Stock

Ouagadougou (KNA). Die wachsende Gewalt durch Terrormilizen in Burkina Faso stellt das afrikanische Land nach Worten der UN-Menschenrechtsbeauftragten Michelle Bachelet vor große Probleme. Der Klimawandel und eine humanitäre Versorgungskrise seien weitere Gefahren, sagte die Hohe Kommissarin für Menschenrechte der Vereinten Nationen am Mittwoch zum Abschluss einer viertägigen Reise durch das westafrikanische Land. Anlass war die Eröffnung eines UN-Menschenrechtsbüros in der Hauptstadt Ouagadougou.

Insbesondere islamistische Terroristen verüben in Burkina Faso immer wieder schwerste Gewalttaten. In vielen Teilen des Landes nähmen die Angriffe extremistischer Gruppen zu, besonders in den Grenzregionen zu den Nachbarstaaten Mali und Niger, so Bachelet. Die Täter, aber auch nationale Sicherheitskräfte und Militär verübten schwerste Menschenrechtsverbrechen wie Massentötungen, Verschleppungen und sexuelle Ausbeutung.

Inzwischen seien im Inneren des Landes rund 1,4 Millionen Menschen vor der Gewalt auf der Flucht. Gegenüber Präsident Roch Marc Kabore habe sie auf die weit verbreitete Straffreiheit im Land hingewiesen und eine konsequente Verfolgung aller Verbrechen angemahnt, sagte Bachelet. „Das ist niemals einfach, aber es ist entscheidend.“

„Eine bereits schwierige humanitäre Situation ist noch härter geworden“, so die Menschenrechtskommissarin weiter, „mit mehr als 3,5 Millionen Menschen, die auf humanitäre angewiesen sind – 60 Prozent mehr seit Januar vergangenen Jahres“. Drei Millionen Menschen litten unter Nahrungsmangel. Der Klimawandel heize die Konflikte um Wasser und Nahrung weiter an. Insbesondere die große Gruppe junger Menschen in Burkina Faso – 59 Prozent der Bevölkerung sind jünger als 20 Jahre – werde durch die Armut anfälliger für den Extremismus.

Deshalb muss nach Worten Bachelets der Dialog mit allen Gruppen unter Einbindung zivilgesellschaftlicher Akteure gesucht werden. „Der gegenwärtige Moment ist entscheidend“, mahnte sie zu einem Prozess der nationalen Versöhnung. „Und er bietet ein Fenster der Möglichkeiten für robustes Handeln auf der Grundlage von Menschenrechten und der Herrschaft des Rechts, damit die Lage nicht außer Kontrolle gerät.“