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Wir können mehr tun

Ausgabe 301

Foto: Hadrian, Shutterstock

Uiguren in aller Welt beklagen das bisweilen sehr laute Schweigen der muslimischen Länder und Bevölkerungen angesichts ihrer schlechten Lage. Von A. Kocaman, F. Noubel

(globalvoices.org/IZ). Die 11 Millionen Uiguren werden von Peking angegriffen und ihrer grundlegendsten Menschenrechte – einschließlich der ­Religions- und Bewegungsfreiheit – beraubt, seit Xi Jinping die Macht in China übernahm.

Obwohl ausführlich dokumentiert, hat die Situation der Uiguren nur sehr begrenzte Unterstützung erhalten – insbesondere in überwiegend muslimischen Ländern. Zu den Stimmen, die dies international beklagen, gehört die uigu­rische Wissenschaftlerin Dilnur Reyhan. Die Forscherin lebt in Frankreich und lehrt am Pariser Institut für orientalische Sprachen und Kulturen (INALCO). Reyhan ist darüber hinaus Gründerin und Leiterin des European Uyghur Institute. Die NGO fördert die Anliegen der ­Uiguren sowie deren Kultur.

Beinahe keine der Regierungen der muslimischen Welt habe bisher die geringste Solidarität mit den Uiguren an den Tag gelegt, sagte Reyhan gegenüber. Umso enttäuschender war die völlige Gleichgültigkeit in den Bevölkerungen der Länder der Organisation für Islamische Zusammenarbeit. Nur die Türkei selbst stelle hier eine Ausnahme dar.

Als Ursache für dieses Desinteresse bei den normalen muslimischen Bevölkerungen sieht die uigurische Forscherin „Hass auf den Westen“. In dem Fall würden sie nicht glauben, was westliche Medien über die Lage der Minderheit in China schrieben, „sogar, wenn sie Konzentrationslager für Muslime aufdecken“. Hinzukomme, dass China die muslimische Identität der Uiguren nutze, um diese Konzentrationslager mit dem Verweis der Terrorbekämpfung zu rechtfertigen.

„Denn die meisten muslimischen Länder hängen ökonomisch von China ab sowie vom Technologietransfer. Die meisten haben darüber hinaus auch keine gute Vergangenheit bei Menschenrechten und schützen nur selten die Rechte ihrer eigenen Minderheit“, so Dilnur Reyhan. Und schließlich werde Peking in weiten Teilen der muslimischen Welt auch als positives Gegengewicht zum Westen gesehen.

Fremdmaterial wurde unter einer CCL-­Lizenz verwendet.

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