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Women of Qudra: Wie Musliminnen in den USA sich selbst empowern

Ausgabe 314

Foto: Fadia Williams

(iz). Im Jahre 2020 schloss sich eine Gruppe muslimischer Frauen in der US-amerikanischen Stadt Charleston (South Carolina) zum Projekt „Women of Qudra“ (WOQ) zusammen. Für die engagierten Musliminnen bedeutet Qudra „Stärke“. Ihr Ziel: Eine Gemeinschaft aus Frauen aufzubauen, „die füreinander da sind“. Sie wollen ein Netzwerk schaffen, in dem sie zusammenkommen können, um die Witwen, Töchter und Mütter der weiteren muslimischen Community ihres Umfelds zu versorgen.

„Menschen sind soziale Wesen und suchen die Begegnung. Sie versammeln und vernetzen sich auf der Suche nach Bedeutung, Sinnhaftigkeit und kreativem Ausdruck. Doch es geschieht auch noch etwas anderes, wenn Frauen zusammenkommen – etwas Magisches. Wir treffen uns zum Lachen, zum Weinen, um Probleme zu lösen, um Hürden zu überwinden und um Trost zu finden im Zusammensein“, meint Fadia Williams, WOQ-Gründerin und -Initiatorin.

Das Jahresziel der aktiven Musliminnen ist es, „eine Oase für Frauen zu schaffen, in der neue Mütter, Witwen und junge Frauen“ gewürdigt, verpflegt und gefördert werden. Sie wollen auf monatlicher, vierteljährlicher und jährlicher Ebene Treffen für die Ziele ihres Projektes veranstalten. „Wir möchten ihnen Bildung, Würdigung und Bestärkung geben in Form von Sommerunterricht an der Lady Khadija-Schule sowie Geburtsbegleitungskurse und Verpflegungspakete für Witwen“, heißt es in einer Selbstdarstellung des Projekts.

Kernziele bei Women of Qudra sind: Bildung, Würdigung und Bestärkung. „Unser Anliegen ist es, die femininen Kräfte in uns neu zu beleben, einzufordern und zu regenerieren, indem wir jenen Frauen Schutz bieten, die ihn benötigen.“

Um langfristig den Bestand und die Arbeit der Vorhaben zu gewährleisten, setzen die Women of Qudra neben Spenden (arab. sadaqa) auch auf nachhaltige Lösungen (arab. waqf). Die Frauen möchten in Nähe des Zentrums von Charleston ein Grundstück für urbanen Gartenbau erwerben. Dabei soll auch Bienenzucht betrieben werden. Durch ein erzieltes Einkommen soll ein Gebäude angemietet werden. Das Haus soll sowohl die geplante Lady Khadija Schule aufnehmen als auch einen sicheren Ort für Frauen bieten. Neben langfristigen, nachhaltigen Lösungen sind auch SpenderInnen und PatInnen aufgerufen, um durch einmalige Spenden beziehungsweise durch jährliche Unterstützung die angestrebten Funktionen zu ermöglichen.

In ihrer Darstellung gehen die Macherinnen von einem Finanzbedarf von rund 3.400 Euro aus. Kurz- und mittelfristig sind die Mittel für folgende Projekte und Aktivitäten vorgesehen: Anschaffung und Wartung von zehn Bienenstöcken sowie Imkerei-Kurse. Organisation von jährlich zwölf Frauenabenden inklusive Verpflegung und Unterbringung von jeweils mindestens 15 Teilnehmerinnen, Jahresmiete für das Lady Khadija Haus. Außerdem geht es um die Organisation und Realisierung einer Sommerschule. Dafür sollen sieben Lehrkräfte neun Wochen lang unterrichten.

Zur Realisierung der geplanten Aufgabe zur Stärkung und Unterstützung ihrer Arbeit suchen die Macherinnen: PatInnen, SpenderInnen, SponsorInnen sowie MultiplikatorInnen.