Islamische Zeitung
StartseiteWirtschaft&RechtKulturBildungBerlinInterviewKleinanzeigenProbeexemplarAbo
Die Gegensätze berühren sich
(iz). „Les extrêmes se touchent“ – die äußersten Gegensätze berühren sich. An dieses Bonmot von Jean de la Bruyere erinnert man sich, angesichts der Randale von Hooligans und Nazis auf den Straßen Kölns. mehr ...
Bild
RSS
RSS
3 Minuten
3 min.
Newsletter bestellen
Newsletter abbestellen
Unabhängiges Forum für Europa
Freitag, 31. Oktober 2014
 
Registrieren   Passwort vergessen
 

Alle IZ Verkaufsstellen in Deutschland
Wählen Sie aus unseren Kategorien:

 
  Erweiterte Suche

Wirtschaft und Recht
„Muslime & Globalisierung“ – Muslimische Reisende bleiben ein interessantes Segment für die globale Reisebranche. Von Laila Massoudi
Was macht den Tourismus „halal“? mehr
Kultur
Eine Berliner Institution: Die Mekkanische Rose ist ein Muss für jeden, der gute Düfte genießen will. Von Tarek ­Bärliner
Wohlgerüche aus der Alhambra mehr
Bildung
Tarek Bärliner plädiert für mehr Verständnis zwischen den Generationen. Wer Respekt ­verlangt, muss diesen auch lehren können
Wer vermittelt zwischen Eltern und Kindern? mehr
Berlin
Berliner Syrienkonferenz will Aufnahmestaaten stärker unterstützen. Bericht von Christoph Scholz
Ein Hilferuf mehr
Interview
„IZ-Begegnung“ mit dem Naturwissenschaftler Prof. Dr. Ernst Peter Fischer
„Wir wollen immer mehr wissen“ mehr
 
Werbung
Bücher Studium:
Günstige Bücher für das Studium und die Ausbildung.

 
Werbung
 
Werbung
Sie sind hier: Home >> >> Intellektuelle und Migrantenverbände erheben die Stimme gegen die Islamhetze in deutschen Medien. Von Dr. Mohammed Khallouk

12.04.2010 Intellektuelle und Migrantenverbände erheben die Stimme gegen die Islamhetze in deutschen Medien. Von Dr. Mohammed Khallouk

Debatte: Der neue Rassismus wird zum Thema in der Öffentlichkeit

Hauptbild
(iz). Keine Religion wird in der europäischen Gesellschaft gegenwärtig so sehr mit einem Bedrohungsszenario assoziiert wie der Islam. Die bedeutenden Errungenschaften, die Europa dem arabo-islamischen Kulturkreis zu verdanken hat, scheinen dabei immer mehr in Vergessenheit zu geraten. Die Faszination, die der islamisch geprägte Orient zudem für die deutschen Geistesgrößen des 18. und 19. Jahrhundert ausgeübt hat, ist beinahe einer kollektiven Wagenburgmentalität gegenüber jeglichem mit dem Islam in Kontext gebrachtem gewichen.
Werbung

In hohem Maße verantwortlich für diese zunehmend islamophobe Tendenz sind rechtslastige Publizisten in den Medien, die fast ausschließlich die kritikwürdigen Randphänomene in muslimischer Gesellschaft zum Thema erheben.

Vor diesem Hintergrund haben der Interkulturelle Rat in Deutschland e.V., die bundesweite Arbeitsgemeinschaft für Flüchtlinge e. V. (Pro Asyl) und die Abteilung Migrations- und Antirassismuspolitik des DGB-Bundesvorstands am 19. März 2010 gemeinsam eine Initiative gestartet und unter dem Titel „Rassisten sind eine Gefahr, nicht Muslime!“ einen Aufruf verfasst.

Hierin bringen sie ihre Überzeugung zum Ausdruck, dass sich hinter dieser undifferenzierten populistischen Islamkritik eine neue Form des Rassismus verberge, dessen Vertreter die verbreiteten Sorgen und Ängste in der Mehrheitsbevölkerung im Zusammenhang mit Immigranten aus dem muslimischen Kulturkreis, die man zuvor über die einseitige Berichterstattung zum großen Teil erst hervorgerufen habe, nutzen, um ihren eigenen Bekanntheitsgrad und ihre politische Anhängerschaft zu steigern, sowie letztlich, um die muslimische Minorität „demokratisch“ legitimiert auszugrenzen.

Zu Recht verweisen die Autoren des Pamphlets darauf, dass jene Rechtspopulisten gerade nicht die Liberalität und Weltoffenheit als Ziel vor Augen haben, die sie vorgeben, vor den Muslimen zu schützen, sondern eine intolerante und im Kern unitaristische Gesellschaft, in der sich jedes Mitglied einer bestimmten, von ihnen konstruierten „Leitkultur“ unterzuordnen habe. In der Erkenntnis, dass diese aufgezwungene „Leitkultur“ im Gegensatz zum Islam in der Tat eine Gefahr für die demokratische pluralistische Werteordnung in Deutschland und Europa darstellt, werden Zivilgesellschaft, Parteien, Bildungseinrichtungen und Medien aufgefordert, sich intensiv mit dem „neuen Rassismus“ auseinander zu setzen.

Zudem gelte es, die mediale Berichterstattung, vor allem die zahlreichen Internet-Blogs, zu überwachen und nach diffamierenden Beiträgen zu durchsuchen sowie die Mehrheitsgesellschaft über die tatsächlichen Inhalte des Islam, sowie über die Lebensweise der Mehrheit der Muslime in Deutschland aufzuklären.

Diesem wäre noch hinzuzufügen, dass jene Rechtspopulisten wie Pro Köln in der Regel die Argumentationsmuster aus der bürgerlichen Mitte, mit schärferer Wortwahl versehen, in ihr eigenes Propagandamaterial aufnehmen. Als weiteren Forderungspunkt erschiene es daher noch angebracht anzuführen, den selbsternannten Islamkritikern aus dem linksbürgerlichen intellektuellen Milieu (zum Teil sogar selbst mit muslimischem Hintergrund) wie Necla Kelek, Seyran Ates, Alice Schwarzer, Hans-Peter Raddatz, Henryk M. Broder oder Ralph Giordano, die mit ihrer pauschalisierten Kritik am Islam jenen neuen Rassisten die argumentativen Vorlagen liefern, nicht permanent das Forum zur Verbreitung ihrer ressentimentgeleiteten Ansichten zu überlassen.

Bemerkenswert erscheint es vor diesem Hintergrund, dass landesweit angesehene Vertreter der deutschen Elite wie u. a. die ehemalige Bundestagpräsidentin Rita Süssmuth, die ehemalige Bundespräsidentschaftskandidatin Gesine Schwan, der Präsident der Berliner Akademie der Künste Klaus Staeck, der Intendant der Berliner Festspiele Joachim Sartorius sowie nicht zuletzt der Literaturnobelpreisträger Günter Grass diesen Aufruf öffentlich mitgetragen haben.

Sie geben damit zu erkennen, dass nicht nur die islamfeindlichen Rechtsextremisten, sondern auch die intellektuellen „Islamkritiker“ nicht die deutsche akademische und politische Führungsschicht repräsentieren.

Den Muslimen in Deutschland wird das Signal gesendet, sie können sich - trotz nicht zu leugnender Voreingenommenheit sowohl unter den Eliten als auch innerhalb der Mehrheitsgesellschaft gegenüber ihrer Religion - gewiss sein, bei ihrem Engagement für die gesellschaftliche Gleichberechtigung des Islam nicht alleine zu stehen.


Peter Ziegler aus Basel/Schweiz schrieb am 12.04.2010
Dr. Mohammed Khallouk spricht mir aus dem Herzen. Als Publizist, dem selten Massenmedien offenstehen, bemühe ich mich, die Möglichkeiten des Internet zu nutzen, um den anti-islamischen Grossbrand wneigstens meinerseits mit dem einen oder anderen Eimer Wasser zu bekämpfen. Dies fällt mir mit den neuesten Medien nicht immer leicht, doch habe ich mich inzwischen auch an die Vorteile des Social Network, z.B. von Twitter gewöhnt. Vor allem bei jungen Menschen müssen wir mehr denn je Gegensteuer geben. Schwarzer, Broder oder Raddatz sind wohl kaum mehr lernfähig. Ein gutes Beispiel könnte das islamische Facebook aus der "islam.de"-Familie sein:http://www.waymo.de
Karl Schnitzler aus Wangen schrieb am 13.04.2010
"Die verbreiteten Sorgen und Ängste in der Mehrheitsbevölkerung" wurden also durch die Islamkritiker erst hervorgerufen.Selten so gelacht! Glauben Sie eugentlich den Käse, den SIE hier verbreiten selber?

Arent Heinze aus Leipzig schrieb am 14.04.2010
Ein bisschen weniger Pauschalisierung und ein bisschen mehr Selbstkritik bitte. Wenn andere Ethnien abgewertet werden, Frauen beschimpft und Töchter und Söhne die sich in Mitglieder anderer Ethnien verliebt haben bedroht, ja sogar ermordet werden ist es etwas seltsam Fremdenfeindlichkeit in Kritik an einer Religion ausmachen zu wollen?

Grüsse,

Arent

Josef Münzer aus Berlin schrieb am 02.05.2010
Ich finde es gut, dass Herr Khallouk diese einseitige und in großem Maße auf bestimmte Autoren beschränkte Medienberichterstattung anspricht und ihr die berechtigte Verantwortung für das Islambild in Deutschland zuweist.
Die Autoren wie Kelek, Broder und co sind deshalb so häufig zitiert, weil sie bestehende Vorurteile aufgreifen und mit ihren plakativen Aussagen den betreffenden Medien Profite versprechen. Dabei wird zu wenig differenziert zwischen einem von einzelnen Muslimen verübten kritikwürdigen Verhalten (wie z.B. den sogenannten Ehrenmorden) und dem Islam als Relgion, der jedes Mal dafür in pauschal in Mithaftung genommen wird. Diese Pauschalisierung und fehlende Differenzierung, die bei Redakteuren und Verlagen offenbar Anklang findet, ensteht aus Ignoranz und mangelnder Bereitschaft, sich eingehender mit dem Islam zu beschäftigen.


Dafür zahl' ich
gefällt Ihnen die Arbeit der IZ? Dann freuen wir uns über Ihre finanzielle Unterstützung:
oder

per Überweisung
Werbung
Werbung
Werbung
IZ Abo
Druckfrische IZ einmal im Monat im Briefkasten!
jetzt abonieren
Spezial "Wie...?"
Wie gründe ich einen Verein? Wie kommt man an Halal-Fleisch? Wie kommt man am Arbeitsplatz zurecht? 19 Fragen auf 82 Seiten beantwortet.
IZ Online Abo
weitere Hintergrundbeiträge, Analysen und Interviews voller Zugang zum Archiv >> bestellen
Aktuelle Ausgabe
Die November-Ausgabe der IZ ist mal wieder voll mit interessanten Inhalten. Die Abonnenten erhalten sie ab Mitte nächster Woche. Du gehörst nicht zu ihnen? Du gehörst nicht zu ihnen? Gar kein Problem, wir schicken sie nach! Abonniere sie noch jetzt und unterstütze dein unabhängiges Medium http://islamische-zeitung.de/?cat=abo
In der aktuellen Ausgabe (Anfang nächster Woche in Ihren Briefkästen) spielen die anhaltenden Fragen nach Extremismus und Gewalt, die Relevanz des österreichischen Islamgesetzes für die Debatte in Deutschland sowie die Themen Medien und Jugend eine wichtige Rolle.
Wir haben aber noch viele weitere interessante Themen zu bieten: Interview mit den Autor und Naturwissenschaftler Ernst Peter Fischer, die Politik der Türkei im Nahen Osten, Bosnien hat gewählt, der Autor Sadakat Kadri, Halal-Tourismus, der Adab des Propheten, Kurzserie mit einem wichtigen Talk von Hamza Yusuf, Rückblick auf das NSU-Desaster, viele Buchtipps sowie ein Besuch in dem Berliner Duftladen Mekkanische Rose.
Downloads für Online-Abonnenten
Hier finden Sie zusätzliche Informationen und Dokumente, die nur den Online-Abonnenten zur Verfügung stehen.
IZ erklärt Deutschland: Die Salaf
Egal, ob angezählte Ex-Boser oder ehema­lige Bonner Musterschüler, die in den Bergen Afghanistans ums Leben kommen, Der „Salafismus“ ist trotz der zahlenmäßig geringen Menge der Anhänger zum Synonym einer amorphen Bedrohung geworden. Diese neuzeitliche Ideologie, die lange unter Muslimen und unse­ren Gelehrten als „Wahhabismus“ [nach ihrem Begründer Ibn ‘Abdulwahhab] bezeichnet wurde, hat sich lange dieses Tarnbegriffs bedient, um der Klassifi­zierung als Sekte zu entgehen. Phänome­nologisch ähnelt sie den Khawaridsch. Zum Leidwesen der muslimischen Welt ist der „Salafismus“ in den allgemeinen Sprachgebrauch übergegangen. Nicht nur, weil er ungenau ist, sondern mehr noch, weil die Generationen (die Salaf As-Salihin), auf die sich die ­Wahhabiten gerne beziehen, um sich deren Legitima­tion anzueignen, von allen praktizierenden Muslimen der Ahl As-Sunna wa’l-Dschama’a geachtet und geliebt werden. Wie bei anderen Begriffen muss man auch hier erst einmal der zeitgenössische Schutt der Missverständnisse weggeräumt werden, um verstehen zu können. Qadi ‘Ijad aus Ceuta, früherer andalusischer Gelehrter und Autor des monumen­talen „Kitab Asch-Schifa“ beschrieb den Charakter dieser Generation unter ande­rem wie folgt: „(…) Es wurde überliefert, dass es eine Gruppe der Salaf, oder besser alle von ihnen, verabscheute, über etwas zu diskutieren, welches nicht zu Handlungen führte. (…)“ Der Imam schließt an anderer Stelle mit dem Gebet: „Möge Allah unseren gottesfürchtigen Salaf barmherzig sein, die ihren Din beschützt haben!“
Bild der Woche
Solidarität vor Ort BIELEFELD. Der turnusgemäße Sprecher des KRM und Vorsitzende des Islamrates für die Bundesrepublik, nimmt Moscheen in Bielefeld (Bild) und Berlin in Augenschein. Diese wurden durch mutmaßliche Brandanschläge angegriffen. (Foto: Twitter@KizilkayaAli
© Islamische Zeitung    Impressum    Haftungsausschluss    Sitemap