Unklarheit über Opferzahlen in El Faschir: Mahnmal der Grausamkeit

Nach dem Fall von El Faschir ist die sudanesische Provinzhauptstadt zu einem Synonym für das geworden, was Menschenrechtsjuristen als „Massentötung im Schutz der Dunkelheit“ bezeichnen.

26.12.2025 Ali Kocaman 3 Min. Lesezeit
El Faschir

Foto: Islamic Relief Deutschland

(iz). Seit die Rapid Support Forces (RSF) Ende Oktober die letzte Bastion der Armee in Darfur unter ihre Kontrolle brachten, reißen Berichte über Exekutionen, Vergewaltigungen und systematische Vertreibungen nicht ab – doch die genaue Zahl der Toten bleibt umkämpft.

Nach derzeitiger Quellenlage verdichten sich die Hinweise auf ein Massaker von außergewöhnlichem Ausmaß in El Faschir, doch die Zahl „60.000 Ermordete“ (wie sie bspw. in britischen Medien kolportiert wurde) bleibt eine Schätzung mit erheblicher Unsicherheit und wird von den meisten Institutionen vorsichtig, indirekt oder gar nicht verwendet.

el Faschir sudan

Die marodierenden RSF-Milizen haben sich selbst bei der Eroberung von El Faschir gefilmt und dokumentieren ihre Taten im Netz. (Screenshot: RSF/Telegramm)

Anerkannte UN‑Stellen sprechen von tausenden getöteten Zivilisten, massiven Vertreibungen und möglichen Völkermordverbrechen, warnen aber zugleich, dass die tatsächliche Zahl der Opfer wegen Kommunikationsblackouts und blockiertem Zugang kaum verifizierbar ist.

Unmittelbar nach der Einnahme der seit Monaten belagerten Stadt durch die RSF Ende Oktober meldeten lokale Netzwerke und internationale Beobachter zunächst „mehrere Tausend“ getötete Zivilisten, parallel zu Berichten über Haus‑zu‑Haus‑Exekutionen und Angriffe auf Kliniken und Lager für Binnenvertriebene.

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