(iz). Tamara Poeschke weiß, wie es ist, wenn eine Ehe zerbricht – und welche Kraft darin liegen kann, das eigene Leben noch einmal ganz neu zu ordnen. 1984 in Frankfurt am Main geboren, geschieden, Mutter von zwei Kindern, hat sie ihren Weg von der Heilpraktikerin zur Kinder- und Jugendcoachin, Resilienz- und Meditationstrainerin gefunden.
Heute begleitet sie unter dem Motto „Neuer Halt“ Frauen und Familien durch Trennung, Scheidung und die Mühen einer respektvollen Co-Elternschaft – mit einem Ansatz, der islamische Werte, Rechtsstaatlichkeit und praktische Lebenshilfe zusammendenkt.
Im Gespräch erzählt sie, warum Scheidung im Islam als „erlaubt, aber verhasst“ gilt, welche Phasen eine Beziehung bis zum „Kriegsgebiet“ durchläuft und wie Win-win-Dynamiken, Barmherzigkeit und klare rechtliche Absicherung muslimischen Familien helfen können, aus Krisen nicht gebrochen, sondern gereift hervorzugehen.
Islamische Zeitung: Liebe Tamara Poeschke, könnten Sie sich und Ihre Arbeit vorstellen?
Tamara Poeschke: Ich heiße Tamara Poeschke, bin seit 2016 offiziell geschieden, habe zwei Kinder – im Alter von 16 und 12 Jahren. Während meiner Trennung war der Kleine neun Monate alt und die große knapp fünf Jahre. Seitdem hat sich viel bewegt. Im Rückblick von einem Jahrzehnt kann ich sagen: Ohne diese Erfahrungen würde ich heute nicht hier sein.