Interview zum Themen-Special Ehe & Familie: Qualitätszeit heißt nicht Dauerbespaßung
(iz). Ayşe Gerner ist Professional Coach, psychosoziale Beraterin und Psychologin. Derzeitig ist sie in Köln und Düsseldorf in der Familien- und Eheberatung mit dem Schwerpunkt muslimische Familien tätig. Für diese Schwerpunktaufgabe befragten wir sie zu den größten aktuellen Herausforderungen für Familien, die Rolle von externen Stressfaktoren, über die Möglichkeit von Gegenstrategien und positiven Modellen sowie […]
02.08.2022 Sulaiman Wilms 21 Min. Lesezeit
Foto: Ashwini Chaudhry, Unsplash
(iz). Ayşe Gerner ist Professional Coach, psychosoziale Beraterin und Psychologin. Derzeitig ist sie in Köln und Düsseldorf in der Familien- und Eheberatung mit dem Schwerpunkt muslimische Familien tätig.
Für diese Schwerpunktaufgabe befragten wir sie zu den größten aktuellen Herausforderungen für Familien, die Rolle von externen Stressfaktoren, über die Möglichkeit von Gegenstrategien und positiven Modellen sowie der Frage, ob Kinder eigentlich bespaßt werden müssen.
Islamische Zeitung: Liebe Ayşe Gerner, nicht erst seit der Pandemie haben Familien mit Herausforderungen verschiedenster Art zu kämpfen. Worin bestehen die schwerwiegendsten?
Ayşe Gerner: Familien haben insgesamt einen sehr herausfordernden Alltag. Das liegt daran, dass das Leben auf allen Ebenen komplexer wird. Wir haben hier bereits komplexe Ausbildungs- und Studienprozesse. Es wird verlangt, in kürzester Zeit sehr viel zu können. Das spiegelt sich in unserem Arbeitsleben wider, in dem die Prozesse immer wieder optimiert und perfektioniert werden. Diverse Digitalisierungsprozesse und die Entwicklung hin zu einer zunehmenden Dienstleistungsgesellschaft bilden eine große Herausforderung im Arbeitsleben. Dazu kommt noch die Erwartung des Arbeitgebers hinzu, permanent erreichbar sein zu müssen. Das wiederum wirkt sich auf das Familienleben aus. Wir gründen Familien und die ganze Komplexität des vorhandenen Lebens wird auch in ihnen reflektiert. Wir haben diese Probleme nicht erst seit der Pandemie, sondern der Werdegang des Lebens ist so. Hier spüren wir das intensiver, weil wir auf verschiedenen Ebenen funktionieren und komplexe Dinge bewältigen müssen, aber die Familie häufig keinen Ruhepol mehr bietet.
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