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Diskriminierung macht krank. IKK-Studie belegt die Auswirkung von Vourteilen

Ausgabe 315

Foto: Adobe Stock

(iz). Laut einer Pressemitteilung der IKK classic, einem Mitglied der Innungskrankenkassen, vom 3. August, führten Vorurteile und Diskriminierung zu Gesundheitsschäden bei den Betroffenen. Nach IKK-Angaben hätten rund die Hälfte der Befragten Erfahrung mit Ausgrenzungen gemacht.

In der Erhebung geht es um Wechselwirkungen zwischen ausgrenzendem Verhalten und der Gesundheit von Betroffenen. Die „repräsentative Grundlagenstudie“ spricht davon, dass bewusste oder unbewusste Diskriminierungen „häufiger [zu] Essstörungen, Burn-out oder Depressionen“ führen können.

Die Studie habe ergeben, dass die Diskriminierungserfahrungen unter den betroffenen Personengruppen sehr unterschiedlich seien. Während Menschen der LGBTQIA+-Community und Personen mit körperlichen Einschränkungen vor allem Mikroaggressionen träfen, würden Menschen mit Migrationshintergrund oft bei der Wohnungssuche benachteiligt und in Leistungen schlechter bewertet. Häufig würden ihnen auch mangelnde Deutschkenntnisse unterstellt.

Laut der Erhebung vervielfachen sich Krankheiten und Störungen, wenn Menschen diskriminiert werden. Das seien Kollaps/Burn-out (3,4 mal häufiger), Migräne & häufige Kopfschmerzen (3 mal), Angststörungen (2,8 mal), Depressionen (2,5 mal), Schlafstörungen und Magen-Darm-Erkrankungen (2,3 mal). Die Diskriminierungserfahrungen ereignen im Internet, im Nahfeld, in der Berufswelt, in Schule sowie in Öffentlichkeit.

Frank Hippler, der Vorstandsvorsitzende von IKK classic, kommentierte die Studie: „Diskriminierung ist ein großes Problem – ein gesellschaftliches und ein medizinisches. Mit der Studie möchten wir für ein gesundes Zusammenleben sensibilisieren und zur Aufklärung bei diesem wichtigen Thema beitragen. Der respektvolle Austausch sowie ein wertschätzender Umgang mit anderen Menschen und sozialen Gruppen sind wichtige Faktoren, damit aus Vorurteilen erst gar kein diskriminierendes Verhalten entsteht. Unser Ziel ist es, Haltung zu zeigen – gegenüber unseren Versicherten und unseren Mitarbeitenden.“

Stephan Urlings, Autor der Studie, ist der Ansicht, dass der Umgang mit Vorurteilen „neu reflektiert“ werden müsse. „Vorurteile sind zunächst natürlich und das Eingeständnis, dass man selbst Vorurteile hat, ist eine wichtige Erkenntnis. Es ist der erste Schritt, um daraus kein diskriminierendes Verhalten gegenüber anderen entstehen zu lassen.“

Es geht Studienmacher*innen und dem Auftraggeber aber nicht nur um das Aufzeigen eines sozialen Problems, das die Gesundheit von Menschen und die Krankenkassen belastet. „Weniger Vorurteile bedeutet weniger Krankheiten.“ Die Studie soll darüber hinaus „Präventions- und Interventionsmöglichkeiten“ aufzeigen. Damit solle das „Risiko für diskriminierendes Verhalten“ vermindert werden. „Als grobe Regel gilt: Mindestens fünf Kontakte sind nötig, um einzelne Personen nicht als Ausnahme zu sehen und das eigene Vorurteil abzubauen.“

Mehr Infos unter:
vorurteile-machen-krank.de