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Flutkatastrophe in Pakistan: Frauen und Mädchen am stärksten gefährdet

Foto: Abdul Majeed Goraya / IRIN | www.irinnews.org

73.000 Schwangeren, die kurz vor der Geburt stehen, fehlt dringend benötigte medizinische Versorgung / Finanzielle Hilfe dringend notwendig

Bonn (CARE International).
Die Flutkatastrophe in Pakistan hat große Teile des Landes zerstört. 33 Millionen Menschen sind betroffen, rund 1.000 Menschen kamen bereits ums Leben. Die internationale Hilfsorganisation CARE ruft zu mehr finanzieller Unterstützung auf und warnt vor besonderen Gefahren für Frauen und Mädchen.

„Wir wissen aus Erfahrung, dass Gewalt gegen Frauen nach Katastrophen zunimmt. Die Flut riss Familien auseinander, viele Menschen müssen draußen schlafen und die üblichen sozialen Strukturen und Schutzmechanismen fallen weg. Für Frauen und Mädchen kann das sehr gefährlich sein“, erklärt Adil Sheraz, Länderdirektor von CARE Pakistan. „Zudem können Schwangere nirgendwo sicher gebären. Die Fluten haben Häuser und Gesundheitszentren weggespült. In den betroffenen Gebieten leben 650.000 Schwangere, von denen im nächsten Monat bis zu 73.000 ihre Kinder zu Welt bringen werden. Ihr Leben und das ihrer Babys sind in Gefahr, wenn sie keine angemessene Gesundheitsversorgung erhalten.“

Die Flutkatastrophe in Pakistan zeigt auch, welche Auswirkungen der Klimawandel haben kann. Viele Menschen haben alles verloren – ihre Lieben, ihre Häuser, ihr Vieh, ihre Ernten und ihre Einkommensquellen. Die Auswirkungen der Flutkatastrophe werden noch lange anhalten.  

Tuisa Hilft - Kurban

„Wir benötigen 40 bis 50 Millionen Euro, um in den nächsten drei Jahren ausreichend Hilfe leisten zu können. Aktuell bestehen für Menschen in den betroffenen Gebieten erhebliche Gesundheitsrisiken. Vor allem sorgen wir uns darum, dass Menschen bald von Krankheiten betroffen sein könnten, die sich über das verschmutze Wasser übertragen. Deshalb konzentrieren wir uns darauf, den Menschen Schutz zu bieten und Hygieneartikel zu verteilen“, sagt Sheraz. „Jeder Beitrag zählt. Mit nur 200 Euro können wir bereits eine sanitäre Einrichtung aufbauen. Die Menschen in Pakistan haben einen langen und schwierigen Weg vor sich und brauchen jetzt jede Unterstützung.“

CARE ist seit 2005 in Pakistan tätig. Aktuell verteilen CARE-Nothilfeteams Zelte, Planen, Notfall-Latrinen-Kits und Dinge des täglichen Bedarfs wie Kochtöpfe, Moskitonetze und Menstruationshygieneprodukte. CARE plant außerdem, in den Vertriebenencamps spezielle Rückzugsmöglichkeiten für Frauen und Kinder einzurichten. CARE-Teams leisten in einigen der entlegensten und logistisch schwierigsten Gegenden Pakistans humanitäre Hilfe. Ein besonderer Fokus gilt dabei der Unterstützung von Frauen, Kindern und besonders betroffenen Gruppen.