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Muslime fordern Aufklärung über Berliner Razzia

Foto: Mevlana Camii Berlin, Facebook

Berlin (iz). Am 21. Oktober durchsuchten ca. 150 Polizeibeamte, teilweise vermummt, die Räumlichkeit der Kreuzberger Mevlana Moschee. Unter anderem haben sie auch die Gebetsräume der Gemeinschaft mit Schuhen betreten. Der Anlass: Es besteht ein Verdacht auf unrechtmäßigen Bezug von Coronahilfen.

In einer Pressemitteilung vom heutigen Tag bezeichnete der Koordinationsrat der Muslime (KRM) als „unverhältnismäßiges Vorgehen“. „Wir sind entsetzt über das Vorgehen der Polizei. Angesichts der Schwere der haltlosen Vorwürfe ist die polizeiliche Maßnahme unverhältnismäßig und schikanös. Betende Muslime wurden während des Morgengebetes von hereinstürmenden Beamten gestört“, erklärte der jetzige KRM-Sprecher Burhan Kesici. Auch de Einsatzes eines Spürhundes in der Mosche erwecke den Eindruck, man habe nach „Schwerverbrechern“ gesucht.

Der KRM sei sehr irritiert über dieses Vorgehen. Gerade in Zeiten, in denen über „racial profiling“ bei der Polizei debattiert werde und immer neue rechtsextreme Netzwerke innerhalb unserer Sicherheitsarchitektur bekannt würden, hätten die Behörden in Berlin dem gesellschaftlichen Frieden, und dem Vertrauen gegenüber der Polizei einen Bärendienst erwiesen. Vor diesem Hintergrund fordert der KRM unabhängige Beschwerdestellen.

„Dieser Polizeieinsatz diffamiert Muslime in der Öffentlichkeit, kriminalisiert sie und schürt den antimuslimischen Rassismus in der Gesellschaft in einer Art und Weise, die wir längst für überwunden gehalten haben. (…) Als religiöse Minderheit in Deutschland erwarten wir Respekt vor unserem Glauben und unseren Gotteshäusern“, erklärte Burhan Kesici abschließend.

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