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Die Mitte: Wenn Abwehr Richtung ersetzt

Die politische Mitte verliert an Bindekraft, weil sie immer seltener erklärt, wohin wir gehen sollen. Zwischen Magdeburg, der Abwehr der post-fossilen Umstellung und Muslimdebatten zeigt sich: Wo positive Ziele fehlen, wird Abgrenzung zur Ersatzpolitik.

26.10.2026 Sulaiman Wilms 8 Min. Lesezeit Ausgabe 377
politisch mitte abwehr

Foto: DesignRage/Shutterstock

(iz). Die Wahl eines AfD-Abgeordneten zum Landtagspräsidenten in Magdeburg gestern ist kein „Betriebsunfall“ der Republik. Die jüngsten Urnengänge und die Entwicklung in Sachsen-Anhalt zeigen vielmehr, dass sich etwas Grundsätzlicheres verschoben hat:

Die Mitte verliert nicht nur Stimmen, sondern auch Selbstverständlichkeit. Nach der Landtagswahl in dem Bundesland wurde mit Tobias Rausch erstmals ein AfD-Politiker zum Landtagspräsidenten gewählt. Seine Partei wurde dort zuvor mit 43,8 % stärkste Kraft.

Es wäre dennoch zu einfach, diese Lage nur als Aufstieg der Ränder zu beschreiben. Denn dabei bliebe unberücksichtigt, was in der Mitte selbst geschehen ist. Drei Wahlen in kurzer Folge haben deutlich gemacht, dass die etablierten Akteure immer seltener als Träger überzeugender politischer Ziele wahrgenommen werden.

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