Das Parlament der Träume
Parlament der Träume: Wie können Juden, Christen und Muslime gemeinsam Frieden und Gerechtigkeit stärken? Muhammad Sameer Murtaza plädiert für einen Glauben, der Menschen stärkt und demokratische Veränderung bewirkt.
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(iz). Schalom, Schlama lechon, As-Salamu alaikum – im Judentum, Christentum und Islam lautet der Gruß an die Mitmenschen und an die Welt: Frieden.
Zur Ehrlichkeit gehört aber auch: Diese Religionsgemeinschaften haben sich niemals als Friedens-NGO’s verstanden. Es gibt eine dialogische Wechselbeziehung auf mehreren Ebenen: a) zwischen dem Gläubigen und seinem Verständnis dessen, was Religion ist, b) zwischen der Religionsgemeinschaft und ihrem Verständnis dessen, was Religion ist, c) zwischen dem Gläubigen und der Religionsgemeinschaft hinsichtlich dieser Frage und d) zwischen den Religionsgemeinschaften.
Manchmal kann der Dialog aber auch in einen Monolog entarten, wenn der Gläubige seinen Willen der Religion aufzwingt. Vereinfacht ausgedrückt: Eine zur Gewalt neigende Person, kann Religion durch den Filter der Gewalt lesen und ihr Gewaltpotenzial – etwa das Recht auf Selbstverteidigung – überproportional hervorheben, bis sie dieses pervertiert, indem sie es entgrenzt – etwa zum Recht auf Präventionskriege zur Etablierung eines religiösen Reiches oder zum Recht auf Vergeltung.
Eine zum Frieden neigende Person kann Religion durch den Filter des Friedens lesen und ihr Friedenspotenzial überproportional hervorheben, bis auch dieses pervertiert wird, indem es entgrenzt wird – etwa durch reine Verinnerlichung der Religion oder einen ideologischen Pazifismus.
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Religion hat die bemerkenswerte Eigenschaft, manchem Gläubigen genau das zugeben, wonach dieser gesucht hat. Religiöse Texte enthalten aber auch Widerstand gegen die eigenen Wünsche des Gläubigen – dies gehört zur interpretativen Offenheit, durch die Menschen unterschiedliche normative Potentiale einer Offenbarung hervorheben können.
Aber weshalb sollten Gläubige sich für diese Welt und den Frieden überhaupt engagieren? Weltwerdung und die Mitarbeit an einer menschenwürdigen Gesellschaft samt einer menschenfreundlichen politischen und ökonomischen Verfasstheit waren immer wieder Anliegen der Propheten.
Daher drängt es Juden, Christen und Muslime, sich in ihren Gesellschaften zu engagieren und sich in der Welt zu verstricken – es ist Teil ihres spirituellen Innendienstes, destruktiven Mächten und Gewalten Einhalt zu gebieten. Denn was wäre die Alternative?
Die prophetischen Religionen lehren zum einen, dass das Individuum für seine Taten verantwortlich ist und daher seinen Willen zum Guten transformieren soll. Zum anderen verweisen sie darauf, dass der Mensch auch von seiner Umgebung geprägt wird.
Das Böse bleibt nicht auf die individuelle Handlung beschränkt, sondern kann eine strukturelle Form – politisch, ökonomisch, rechtlich – annehmen. Diese destruktiven Mächte und Gewalten können nicht nur Einfluss auf die Charakterentwicklung von Heranwachsenden nehmen, sondern auch gute Menschen negativ beeinflussen.
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Destruktive Handlungen gepaart mit Autorität und politischer Macht können ein gesellschaftliches System hervorbringen, das ausgeht von a) der Ungleichheit der Menschen, b) der Unterordnung des Einzelnen unter die Gemeinschaft, und c) der Gehorsamspflicht gegenüber dem System und seiner Autoritäten. Dadurch kann individuelles Verhalten beeinflusst werden in Richtung a) der Ablehnung von persönlicher Verantwortung nach der Devise „Wir haben von nichts gewusst“, b) der Tendenz zur Konformität und Gleichschaltung, da totalitäre Regime eine vollkommen logische Welt konstruiert haben, die die Pflicht zur systematischen Vernichtung aller Feinde als richtig erscheinen lässt, sowie c) der Indifferenz gegenüber destruktiven Mächten und Gewalten.
Wer aber ein ungerechtes System untätig hinnimmt, unterstützt es.
Für diejenigen von uns Juden, Christen und Muslime, die dem Friedenspotenzial unserer abrahamischen Gemeinschaft das Primat geben wollen, ohne es zu verzerren, stellt sich daher die Frage: „Wie werden wir hierin besser, beharrlicher und wirkmächtiger?“
Oftmals reduzieren Gläubige die prophetische Seite ihrer Religion auf eine ethisch vorbildliche Lebensführung und den Appell an politische Verantwortungsträger. Wundern sich dann aber, dass all dies keine Wirkung zeigt.
Für eine Gesellschaft, die sich organisieren will – und genau hiervon handelt Politik –, reichen Appelle allein nicht aus. Die drei Dimensionen der gesellschaftlichen Gestaltung bestehen aus drei Säulen.
Das Gemeinwesen stellt den Ordnungs- und Handlungsrahmen dar, innerhalb dessen politisches Handeln stattfindet bzw. stattfinden kann. Dabei handelt es sich um die Verfassung, politische Institutionen sowie geltende Gesetze, Abkommen und Verträge.
Die Leitfrage lautet: „In welcher Ordnung findet Politik statt?“ Die Polity ermöglicht und begrenzt politisches Handeln. Es geht also um die „Spielregeln“, innerhalb derer Politik stattfindet.
Die Politics stellt den Prozess politischer Gestaltung durch Akteure dar, der durch die Vermittlung von Interessen sowie durch Konflikt und Konsens gekennzeichnet ist.
Die Leitfrage lautet: „Wer setzt sich mit welchen Interessen und Mitteln durch?“ Die Politics handelt demnach Politik aus. Es geht also um das „Spiel“ innerhalb der „Spielregeln“.
Die Policy, bei ihr geht es um die politischen Probleme und inhaltliche Gestaltung sowie die daraus hervorgehenden Maßnahmen, mit denen sich Politik auseinandersetzt.
Die Leitfrage lautet hier: „Was soll konkret gelten oder verändert werden?“ Die Policy gestaltet demnach. Sie stellt das Ergebnis nach dem konkreten „Spielausgang“ dar.
Genau an dieser Schnittstelle liegt der Übergang von der Ethik zur Politik – und genau hier scheitern Religionsgemeinschaften so oft.
Wir kommen an dieser Stelle nicht umhin, über etwas zu sprechen, das notwendig ist, um Politik eine Richtung zu geben: Macht.
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Macht stellt die Fähigkeit dar, politische Probleme zu lösen, politische Zielsetzungen umzusetzen und politische Entscheidungen zu treffen. Macht bedeutet, etwas bewirken zu können.
Macht an sich ist demnach nicht das Problem; sie ist zunächst eine Fähigkeit. Es stellt sich vielmehr die Frage, um welche Art von Macht es sich für eine Religionsgemeinschaft handeln soll. Von wem soll sie angewendet werden? Welche Richtung soll sie einnehmen? Aus religiöser Perspektive unterscheide ich hier zwei Formen von Macht:
a) Die Willkür-Macht (Macht als Herrschaft): Prominente Vertreter dieser Machtform in den Erzählungen der abrahamischen Religionen sind der mesopotamische Gottkönig Naram-Sin (Nimrod) und der ägyptische Pharao. Sie setzen sich selbst als oberstes Prinzip und schaffen durch die Anwendung ihrer Macht asymmetrische Verhältnisse.
hre Macht ist pure Dominanz, der man sich zu unterwerfen hat. Der Staat hat immer recht, weil der Staat zufällig dieselbe Person ist wie derjenige, der gerade regiert. Diese Macht geht von oben nach unten. Sie begegnet uns auch heute in Form von monarchischer, diktatorischer, oligarchischer, aristokratischer, patriarchalischer und globaler Konzernmacht.
Die Konfrontation mit solchen Machtstrukturen gehört zum Markenzeichen der Propheten – auch wenn ihre Erben dies allzu oft vergessen haben.
b) Die Nächstenliebe (Macht als Ermächtigung): Sie ist die religiöse, befreiende Macht, die die Hand des am Boden Liegenden ergreift und ihm aufhilft. Gemeinsam tun sie sich zusammen, um dafür Sorge zu tragen, dass nie wieder jemand zu Boden gestoßen wird.
Nächstenliebe gibt jenen Macht, die wenig institutionellen Einfluss haben, indem sie ihnen hilft sich zu organisieren und gemeinsam handlungsfähig zu werden, damit eine menschenwürdige Zukunft für alle geschaffen werden kann. Sie verwandelt Menschen in Subjekte ihrer eigenen Geschichte.
Die prophetische Kraft der abrahamischen Religionen ist demnach mehr als bloß ethisch vorbildliche Lebensführung und Plädoyer. Sie umfasst den Gesellschaftskritiker, der Unrecht benennt. Den Lehrer, der Orientierung gibt und eine Generation anleitet. Den Advokaten, der die Interessen der Unterprivilegierten und Benachteiligten vertritt.
Den Koordinator, der Betroffene zusammenbringt, um auf Institutionen einzuwirken. Den Kämpfer, der an seinen Glauben an Gott und seinen ethischen Überzeugungen auch unter Druck und Gewaltanwendung seitens der Mächtigen, Verleumdungen seitens der Medien und Ausgrenzung durch seine Mitmenschen festhält und bemüht ist, andere im Dialog zu überzeugen.
Macht in Form der Nächstenliebe darf nicht bedeuten, dass eine Religionsgemeinschaft Macht für sich erhält, um selbst Institution zu werden. Macht in Form der Nächstenliebe muss fragen: „Wie werden Menschen, die eine ethische Überzeugung teilen, kollektiv handlungsfähig, um auf demokratische Weise ihre Gesellschaft mitzugestalten? Demokratisch ist hier ein Schlüsselwort, da im Unterschied zu politischen Systemen, die auf der Willkür-Macht basieren, nur hier eine politische Gemeinschaft entsteht.
Fassen wir unsere bisherigen Erkenntnisse im Hinblick auf unsere heutige Lebensrealität einmal formelhaft zusammen:
Glaube führt zu einer ethischen Überzeugung. Diese macht einen zum Zeuge gesellschaftlicher Missstände. Dies führt zu einer ethischen Diagnose und der anschließenden Benennung von Missständen und ihren Verursachern.
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Dies wiederum führt zur Formierung einer Bewegung aus Gläubigen und Betroffenen sowie der Bildung zivilgesellschaftlicher Allianzen. Dies führt zur Herstellung einer kollektiver Handlungsfähigkeit, was wiederum zu einer Institutionalisierung des Anliegens führt, um politische Veränderung zu bewirken.
Betrachten wir uns dies im Detail. Die ethische Diagnose darf keine literalistische oder fundamentalistische Lesart der Offenbarungsschrift sein. Als Gläubige müssen wir die große zeitliche Distanz zu unseren Ursprüngen anerkennen. Unsere Welt ist heute in vielerlei Hinsicht eine gänzlich andere als jene der Propheten.
Religion kann uns einen Ausblick sowie Werte und Normen für eine menschenwürdige Gesellschaft geben. Sie kann uns jedoch nicht die analytischen Werkzeuge liefern, um beispielsweise den Kapitalismus zu analysieren.
In der Bibel oder im Qur’an werden wir keine Antwort auf die Komplexität der modernen Finanzwirtschaft finden. Finden werden wir dort aber einen Einblick in die conditio humana, sowie Kraft und Hoffnung. Aber wir müssen uns auch außerhalb der eigenen Quellen auf die Suche nach den geeigneten Analysewerkzeugen machen.
Aus Nächstenliebe Missstände und ihre Verursacher zu benennen, erfordert vom Gläubigen eine Tugend: Widerstand. Widerstand gegen ein destruktives System und gegen Konformität. Sie erfordert eine weitere Tugend: Tapferkeit. Tapferkeit, sich im Denken, Fühlen, Sprechen und Handeln zu unterscheiden, aus dem Kreis der Schaulustigen, Schweigenden und Mitläufer herauszutreten, den Blick zu heben und die Stimme zu erheben.
Und schließlich erfordert sie die Tugend der gelassenen Standhaftigkeit (sabr). Beharrlich muss der Gläubige bleiben: im Streben nach Frieden statt Krieg, nach Loslassen statt Anhaftung, nach Mitgefühl, Menschlichkeit und Milde statt Gleichgültigkeit, Verachtung und Ausgrenzung, nach Verstehen statt Vorurteil und nach Akzeptanz statt Ablehnung.
Ein Feindbilddenken und eine entsprechende Rhetorik sind demnach abzulehnen. Es würde die gemeinsame Realität, in der Tatsachen als Tatsachen anerkannt werden können und somit jede Möglichkeit des Gesprächs miteinander zerstören. Das Endresultat wäre eine politische Erkenntniskrise. Daher sollte sich Kritik auf die Strukturen der Ungerechtigkeit, weniger auf Personen und Gruppen fokussieren.
Hier haben wir auch das demokratische Element der prophetischen Kraft. Demokratie bedeutet nicht nur eine Verfahrensweise und erschöpft sich nicht in Wahlen. Demokratie ist eine Lebensweise, die auf der Vorstellung von der Gleichheit der Menschen sowie der Überzeugung durch Dialog basiert.
Dieser Dialog spricht weder im drögen Jargon der Politik noch in der passiven Sprache der Verwaltung oder der elitären Distanz. Er spricht prophetisch: wortgewaltig und verständlich, klar in der Sache, schonungslos gegenüber den Mächtigen und solidarisch mit den Schwächsten. Eine Sprache, die nicht nur den Verstand erreicht, sondern auch das Herz – jene Personenmitte, in der Denken, Fühlen und Wollen zusammenfinden.
Aus der Gesellschaftskritik kann die Formierung einer Bewegung aus Gläubigen und Betroffenen sowie die Bildung zivilgesellschaftlicher Allianzen folgen.
Um eine Bewegung zu gründen, die sich eines politischen Anliegens annimmt, verfügen Religionsgemeinschaften über einen Schatz an Ressourcen:
a) eine Infrastruktur also Synagogen, Kirchen, Moscheen, Jugendorganisationen, soziale Einrichtungen sowie Bildungsinstitutionen und b) Gläubige, also Theoretiker und Pragmatiker, Denker und Aktivisten, Gelehrte, Wissenschaftler, Sozialarbeiter sowie Ehrenamtliche.
Unser Handeln, unser Kümmern, unser Beistehen geschieht aus unserem Glauben an einen Urgrund, einen Urhalt und ein Urziel, das uns Menschen allesamt miteinander verbindet. Durch unser Handeln laden wir die Menschen zu diesem Glauben ein, aber wir machen ihn nicht zur Bedingung für unsere Hilfsbereitschaft.
Als Gläubige handeln wir nicht lediglich für unsere Religionsgemeinschaft – dies wäre Stammesdenken –, sondern für die Menschen. Unser Ziel sollte es nicht sein, ja bloß mehr zu werden, damit wir zur dominanten Religionsgemeinschaft auf diesem Planeten werden.
Was wäre, wenn eine Religionsgemeinschaft nicht danach fragt, wie sie mächtiger werden kann, sondern danach, wie sie andere Menschen mächtiger machen kann? Das wäre für eine Religionsgemeinschaft eine bemerkenswerte Form von Macht: Macht, deren Erfolg daran gemessen wird, dass sie selbst weniger Macht braucht.
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In diesem Sinne können sich Religionsgemeinschaften, genauer: die Gläubigen, Bewegungen, Gruppen und Organisationen, die aus ihnen hervorgehen, als Kooperationspartner in den Handlungsfeldern: Achtung der Menschenwürde, Friedensarbeit, Einhaltung der Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung verstehen.
Des Weiteren sind wir in einer pluralen Gesellschaft auf Allianzen mit Interessenvereinigungen angewiesen, die zumindest Teile unseres politischen Anliegens teilen.
Institutionalisierung des Anliegens, um eine politische Veränderung zu bewirken bedeutet, einen Weg zu finden, wie aus dem Anliegen einer Bewegung eine dauerhafte politische Veränderung wird, die in gesellschaftliche Entwicklungsprozesse einfließt, ohne dass die Religionsgemeinschaft selbst zu einer institutionellen Macht wird.
Hier geht es in einer Demokratie um politische Fragen wie z. B. ob das Anliegen mit Grundrechten und Verfassung vereinbar ist oder welche politische Koalition es braucht, um eine Mehrheit für das Anliegen zu gewinnen.
Die Religionsgemeinschaften benötigen keine Herrschaftsmacht. Ihre wahre Stärke liegt vielmehr darin, zivilgesellschaftliche Gegenmacht bzw. demokratische Macht zu organisieren. Sie werden somit zu einer zivilgesellschaftlichen Gegenmacht – gleichsam zu einer „fünften Macht“ im metaphorischen Sinne, die Herrschaft kritisch beäugt. Religionsgemeinschaften besitzen schließlich eine Erinnerungsfunktion: Sie erinnern Gesellschaft und Staat daran, dass Herrschaft kein Selbstzweck, sondern an normative Prinzipien – Ordnung, Barmherzigkeit, Gerechtigkeit, und Schutz der Gemeinschaft – gebunden ist.
Des Weiteren eine Korrektivfunktion: Sie beobachten die Politik und weisen auf Missstände sowie Machtmissbrauch hin.
Und schließlich eine intermediäre Funktion: Sie vermitteln zwischen Individuum und Gesellschaft sowie zwischen Gesellschaft und Staat.
Eine prophetisch motivierte politische Bewegung muss deshalb nicht nur die Mächtigen kontrollieren, sondern auch sich selbst. Sie muss akzeptieren, dass auch die eigene ethische Überzeugung fehlbar interpretiert werden kann, dass gute Absichten schlechte Folgen haben können und dass politische Gegner nicht deshalb illegitim sind, weil man ihre Überzeugungen für falsch hält. Wer demokratische Gegenmacht organisiert, muss daher zugleich die Gegenmacht gegen die eigene Macht akzeptieren.
Manche Gläubige werden heute denken, weshalb überhaupt versuchen, etwas zu verändern? Ist doch unmöglich! Manche Gläubige werden bedenken äußern, dass man Fehler machen könne, die am Ende die Religion politisieren und schaden. Und sie haben recht.
Die Widerstände eine andere Welt zu denken sind kolossal; die Gefahr, Fehler zu machen, ist enorm. Aber ebenso groß sind die Möglichkeiten, es besser zu machen. Risiko. Risiko ist unser Geschäft – seit Abraham das Wagnis des Glaubens eingegangen ist und seine Heimatstadt Ur verlassen hat, um vor Gott zu schreiten.
Risiko, das ist es, worum es bei Religion geht. Das ist der Grund, weshalb wir heute Juden, Christen und Muslime sind, weil Mose, Jesus und Muhammad ein Risiko eingegangen sind.
Das Leben verharrt nicht in agnostischer Starre. Das Leben verlangt Entscheidung und Entschlossenheit!