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Rabbiner: Juden in Deutschland falsche Adresse für Israel-Kritik

Foto: Orthodoxe Rabbinerkonferenz Deutschland, Facebook

Bonn (KNA/iz). Der Vorstand der Orthodoxen Rabbinerkonferenz Deutschland (ORD) hat die Angriffe auf Synagogen in Bonn und Münster verurteilt. „Wer jetzt jüdische Einrichtungen wie gestern in Bonn und Münster geschehen und die hier lebenden jüdischen Mitbürger aus falschem Solidaritätsverständnis für die alles andere als friedliche palästinensische Sache angreift, hat entweder nichts verstanden, war schon vorher Antisemit oder Judenhasser, was umso erschreckender ist, weil sich dieser Hass auf europäischem Boden entlädt“, hieß es in einer Erklärung vom 12. Mai.

Begünstigt werde ein Klima des Israel-Hasses von der extremen Rechten, von „Islamisten“ oder der Linken, die durch die anti-israelische BDS-Bewegung verstärkt werde, betonten die Rabbiner Avichai Apel (Frankfurt), Zsolt Balla (Leipzig) und Yehuda Pushkin (Stuttgart). „Man mag mit der israelischen Politik nicht immer einverstanden sein, doch die hier in Deutschland und Europa lebenden Juden sind für die Kritik am Staat Israel nun wirklich die falsche Adresse.“ Denn sie seien in erster Linie Bürger eines europäischen Staates, „und das in vielen Fällen schon seit Jahrhunderten“.

Die Rabbiner forderten: „Es wäre wünschenswert, wenn man sich hierzulande genauso differenziert mit Palästina, der dortigen Politik oder den Stellvertretermächten wie Iran auseinandersetzen würde, statt sich zu Fürsprechern einer Politik der Spaltung und des Hasses instrumentalisieren zu lassen.“ Sie erwarteten, dass der deutsche Staat und auch die Regierungen der EU-Mitgliedsstaaten „einem solchen Treiben auf unseren Straßen mit Null-Toleranz begegnen“.

Die Lage in Israel sei bedauerlich und besorgniserregend. „Unter dieser Terrorwelle leidet vor allem auf beiden Seiten die Zivilbevölkerung, die erst in der Corona-Pandemie so viele Opfer bringen musste. Wir wünschen uns nichts sehnlicher als Frieden und beten dafür sowie für die von dieser Gewaltwelle betroffenen Menschen und ihre Angehörigen“, so der ORD-Vorstand.

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