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Rahatnook – zwischen Schönheit und innerem Frieden

Foto: Rahatnook, Facebook

(iz). Längst gehören Dinge wie „Werte“ und „Nachhaltigkeit“ zum Bestand moderner Firmenkommunikation, die jene KundInnen binden möchten, welche den Anspruch haben, ihren Konsum mit ideellen Ansprüchen zu verbinden. Zu den wichtigsten Aspekten auf dem Markt gehören dabei soziale Gerechtigkeit bzw. fairer Handel für die ProduzentInnen sowie die Anerkennung der ökologischen Folgen bei der Fertigung.

Unter Deutschlands MuslimInnen führen Firmen und Projekte, die auf Nachhaltigkeit, Fairtrade und hochwertige Produkte setzen, bisher zumeist nur ein Dasein als Mauerblümchen. Auf dem sonst recht kleinen Markt für Gegenstände mit einer religiösen Note wie Gebetsteppiche, Kleidung oder auch Tasbihs (Gebetsketten) hat sich dieser Trend bisher nicht durchgeschlagen.

Unter dem Motto „Schönheit schaffen. Auf der Suche nach innerem Frieden“ präsentiert sich Rahatnook als Pionier, hier als ­erster den Mut zur Synthese gefunden zu haben. Der Name ist eine Neuschöpfung aus dem arabischen Wort „Rahat“ (Frieden, Zufriedenheit) und dem englischen „Nook“ (gemütliche Ecke, Winkel).

Hinter Rahatnook stehen die Marketingleiterin Nedina Memagic, der CEO Ismar Nesiren sowie die künstlerische Leiterin Anesa Ganic. Gemeinsam haben die Schauspielerin, Fotografin und Klavierlehrerin Memagic, der Diplommathematiker und Unternehmensberater Nesiren und die Landschaftsarchitektin und Unternehmerin Ganic Produkte konzipiert, die „sicher in den natürlichen Kreislauf“ zurückgeführt werden und damit mögliche Auswirkungen ausgleichen. Für jeden produzierten Teppich soll ein Baum gepflanzt werden.

Das Projekt sei sowohl aus dem Wunsch entstanden, „eine natürliche und bewusste Lebensweise buchstäblich in jeder Ecke unseres Alltags zu etablieren, als auch aus dem Bedürfnis, Muslimen einen angemessenen äußeren Rahmen für das tägliche Gebet zu geben“, heißt es in einer Darstellung.

Im Bestreben, eine bedächtige Umgebung für die tägliche Anbetung zu schaffen, setzen die GründerInnen auf „ethisch einwandfreie und fair gehandelte natürliche Materialien“. Das Ziel ist die Schaffung zeitloser und funktionaler Produkte „für den Gebrauch eines Muslims“. Ein Gebetsteppich solle „die Grenze zwischen Alltag und Auszeit“ markieren. Gerade das Produkt Gebets­teppich zeigt in Deutschland, dass diese ­Gebrauchsgegenstände bisher ungeachtet ihrer Qualität und Herstellungsbedingungen in Deutschland vertrieben werden.

Das meiste, was in ethnischen Shops oder Moscheen angeboten wird, ließ sich bisher zu Recht als „Billigramsch“ bezeichnen. Hier kontrastiert Rahatnook deutlich: Man wolle, so heißt es, keine Kompromisse bei Qualität, Produktionsbedingungen und Nachhaltigkeit eingehen.

Nach „langer, erfolgloser Suche“ nach einem Gebetsteppich für „unterwegs“ kam das Ehepaar Nadina Memagic und Ismar Nesiren 2017 auf die Idee, selbst welche zu produzieren. „Sofort war auch klar, wer die dritte Partei sein muss, da wir mit Anesa sehr gut befreundet sind und auch positive Erfahrung in der Zusammenarbeit für das Zahnrädernetzwerk haben. Die Suche nach einem geeigneten Material, welches einen niedrigen CO2- und Wasserfußabdruck erweist, war einfach, da Wolle mit ihren gottgegebenen Eigenschaften unseren Kriterien entspricht.“ Es sei eine Herausforderung gewesen, eine Weberei zu finden, die ethisch arbeitet und in der Lage sei, das Design in reiner Wolle zu fertigen.

Die Teppiche werden aus neuseeländischer Wolle in Italien gewebt und in München gefertigt. Ein Modell stellt eine Ausnahme dar: Dafür kommt die Faser aus Bosnien, wo es hergestellt wird.

„Eine kleine und feine Modelinie ist schon in Planung. Um die Produktion unserer Gebetsteppiche starten zu können, haben wir uns für Crowdfunding entschieden. Unsere Teppiche wird man in den kommenden Tagen bei der Crowdfunding-Plattform Kickstarter vorbestellen können“, berichtet Ismar Nesiren.

Link zur Kampagne:
https://bit.ly/3kz1Tmi

Kontakte:
www.rahatnook.com
facebook.com/rahatnook

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