Sri Lanka: Tamilen und religiöse Minderheiten unter Druck

Präsident Rajapaksa führt Sri Lanka wieder auf einen aggressiven buddhistisch-nationalistischen Kurs. Der UN-Menschenrechtsrat kritisiert massive Menschenrechtsverletzungen an religiösen und ethnischen Minderheiten. Colombo (KNA). Neueste Waffe im Arsenal des autoritären Präsidenten Gotabaya Rajapaksa gegen ethnische und religiöse Minderheiten ist die Erweiterung des Antiterrorgesetzes. Die vage formulierte Bestimmung ermöglicht es den Behörden, jeden ohne Gerichtsbeschluss festzunehmen und […]

27.03.2021 Michael Lenz 3 Min. Lesezeit

Foto: sharafmaksumov, Adobe Stock

Präsident Rajapaksa führt Sri Lanka wieder auf einen aggressiven buddhistisch-nationalistischen Kurs. Der UN-Menschenrechtsrat kritisiert massive Menschenrechtsverletzungen an religiösen und ethnischen Minderheiten.

Colombo (KNA). Neueste Waffe im Arsenal des autoritären Präsidenten Gotabaya Rajapaksa gegen ethnische und religiöse Minderheiten ist die Erweiterung des Antiterrorgesetzes. Die vage formulierte Bestimmung ermöglicht es den Behörden, jeden ohne Gerichtsbeschluss festzunehmen und bis zu zwei Jahren zu inhaftieren, der die „ethnische oder religiöse Harmonie“ stört.

Die neuen Vorschriften in Sri Lanka werden die Situation für Opferfamilien des früheren Bürgerkriegs und andere Regierungskritiker, die bereits Schikanen, Einschüchterungen und Überwachung ausgesetzt sind, noch verschlimmern, meint Meenakshi Ganguly, Südasien-Expertin der Organisation Human Rights Watch (HRW).

Nach den islamistischen Terroranschlägen vom Ostersonntag 2019 auf Kirchen und Hotels in Colombo zielt die Erweiterung des Antiterrorgesetzes vor allem auf die muslimische Minderheit. Aber auch die Christen leben in Angst. „Man kann selbst nichts mehr auf Facebook schreiben. Sie können dich unter irgendeinem Vorwand einsperren“, zitierte HRW einen Christen, der anonym bleiben will.

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