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Dr. Hatun Karakaş: „Es gibt teilweise Erkrankungen, die gehäuft vorkommen“

Dr. Hatun

Interview: Die Medizinerin Dr. Hatun Karakaş arbeitet nicht nur seit Jahren als Ärztin. Sie engagiert sich auch aktiv auf sozialen Netzwerken für die gesundheitliche Aufklärung.

(iz). Dr. Hatun Karakaş ist Fachärztin für Innere Medizin und eine der Stimmen, die nicht nur in der ambulanten Praxis, sondern ebenfalls in sozialen Netzwerken für ein ganzheitliches Verständnis von Wohlbefinden arbeitet. 

Insbesondere mit ihrer digitalen Präsenz hat sie viele PatientInnen und Follower gefunden. Ihre Biografie ist geprägt von Migration, Durchhaltevermögen und dem Anspruch, Wissen aus islamischer und medizinischer Perspektive zu vermitteln.

Dr. Hatun Karakaş: „Insbesondere geht es mir seit fünf Jahren um die Verknüpfung von Islam und Medizin.“

Islamische Zeitung: Liebe Frau Dr. Hatun Karakas, könnten Sie sich unserem Publikum vorstellen?

Dr. Hatun Karakaş: Ich bin Fachärztin für Innere Medizin, war aber schon vorher für 20 Jahre als Gesundheits- und Krankenpflegerin im Gesundheitswesen tätig. Währenddessen habe ich studiert und bin Ärztin geworden. Nun arbeite ich im ambulanten Bereich und werde dort bleiben.

Zusätzlich bin ich seit sieben Jahren in sozialen Medien tätig. Und habe da eine Lücke gesehen, weil es in der muslimischen und migrantischen Community hier einen Aufklärungsbedarf gibt. Das fing mit Instagram an und setzt sich jetzt auch auf YouTube fort.

Insbesondere geht es mir seit fünf Jahren um die Verknüpfung von Islam und Medizin; ein Thema, das mich schon länger beschäftigt. Mittlerweile betreibe ich einen Webshop, wo ich u.a. Schwarzkümmelöl vertreibe. Das ist ein Aspekt, mit dem ich mich aus wissenschaftlicher Perspektive beschäftige. Zuvor wurde ich von vielen nach verlässlichen Quellen für Produkt angesprochen.

Foto: pixabay.com, Konstantin Kolosov

„Dennoch habe ich mir und anderen bewiesen, dass ich ein kämpferischer Typ bin.“

Islamische Zeitung: Ihre Familiengeschichte ist durch Migration geprägt. Hat das Ihr Studium und Ihren Berufsweg beeinflusst?

Dr. Hatun Karakaş: Angefangen hat alles mit meinem Vater. Er war ein Gelehrter, der den Islam studierte und als Imam nach Deutschland kam. Wissen war ihm stets wichtig.

Ich selbst bin Schule und Studium zunächst mit eigener Motivation angegangen, merkte aber bald, dass mich dieses Feld zunehmend faszinierte und ich dort mehr erreichen wollte. Der Schritt in die Wissenschaft war letztlich meine Entscheidung. Später, als mein Vater das Potenzial erkannte, unterstützte er mich dabei.

Wir waren eine einkommensschwache Familie, und erst im Nachhinein erfuhr ich, wie viele der Altersgenossen bspw. Nachhilfeunterricht erhielten. Einen großen Teil des Weges habe ich – auch unter dem Druck von Benachteiligung und Diskriminierung – eigenständig bewältigt.

Später, während meiner Arbeit als Krankenschwester wie im Medizinstudium, habe ich in unterschiedlichem Maße Benachteiligung, Diskriminierung und Rassismus erlebt. Diese Erfahrungen stellten zweifellos erhebliche Hürden dar und haben den Weg nicht erleichtert. Dennoch habe ich mir und anderen bewiesen, dass ich ein kämpferischer Typ bin, mich nicht unterkriegen lasse, indem ich meine Rechte eingefordert habe. Es kostet Kraft, insbesondere wenn man sieht, wie unkompliziert es für andere oft ist.

Was mich auszeichnete, war u.a. mein Fleiß und dass ich nie aufgegeben habe. Diese Erfahrungen, der erlebte Rassismus und Diskriminierung haben mich zu der Persönlichkeit gemacht, die ich heute bin.

„Und hier liegt das Problem am System: Seine Beteiligten werden ausgebeutet.“

Islamische Zeitung: Seit Jahrzehnten wird heftig über den Zustand des deutschen Gesundheitssystems gestritten. Sie sind seit Längerem dort tätig. Wie erfahren Sie dessen Lage in Ihrem Alltag?

Dr. Hatun Karakaş: Ich fing 2005 als Fachkraft an. Da war es nicht so alarmierend wie heute. Ich kann mich erinnern, wie wir als Pflegekräfte in richtigen Vorstellungsgesprächen ausgewählt wurden. Die meisten in der Ausbildung waren Abiturienten – im Vergleich ein hohes Niveau.

Es arbeitete deutlich mehr Personal, das mit der Zeit stetig abgebaut wurde. Das ist ein großes Problem. Der Wandel vollzog sich zwischen der Arbeit als Krankenschwester und dem Medizinstudium. Und hat sich bemerkbar gemacht: die doppelte Menge der Patienten. Letztlich war ich froh über den Übergang, denn Pflege ist ein Knochenjob.

Als Klinikärzte hatten wir es später ebenfalls nicht besser. Es war normal, wenn man eine Station von 18-21 Kranken betreuen musste. Das war schon belastend. Zumal nicht jeder Tag dort alltäglich verläuft. Das heißt, es kommt immer wieder zu Notfällen. Man stößt dabei an körperliche und psychische Grenzen. Ein Grund, warum viele dem Krankenhaus den Rücken kehren.

Neben dem Personalabbau im Gesundheitswesen gibt es Probleme wegen seiner Privatisierung. Natürlich sind die Personalkosten hoch, aber so geht es definitiv nicht, will man verhindern, dass Menschen zu Schaden kommen. Überall kommt es dort zu Fehlern – zu bewussten oder unbewussten.

Hier werden unzählige Überstunden geleistet. Als ich das Krankenhaus verließ, hatte ich 300 angehäuft. Als Ärztin steht man vor dem Dilemma, rechtzeitig nach Hause zu kommen und einen Berg Unerledigtes zu hinterlassen, wodurch Patienten benachteiligt werden. Ich konnte es nicht mit meinem Gewissen vereinbaren, die Arbeit nur halbfertig zu übergeben.

Und hier liegt das Problem am System: Seine Beteiligten werden ausgebeutet. Die Kliniken wollen neues Personal einstellen. Nur hat dieser Beruf in Presse und sozialen Medien seinen einstigen, beliebten Ruf verloren.

Obwohl Gehälter im Vergleich zu früher deutlich besser sind, sind sie weiterhin nicht gut genug. Das hat sich in der Pandemie massiv bemerkbar gemacht. Durch die vielen Erkrankungen mussten wir unzählige Patienten betreuen.

symptome

Foto: wohislimos, Unsplash

„In der stationären Tätigkeit habe ich mich bemüht, spezifische kulturelle und religiöse Werte anzuwenden.“

Islamische Zeitung: Haben Sie als Muslimin eine andere Herangehensweise an Fragen wie Krankheit und Gesundheit. Wenn ja, wie sieht dieses aus?

Dr. Hatun Karakaş: Im Großen und Ganzen handelte ich erst einmal als Medizinerin, d.h. als Expertin. Es gibt gewisse Bereiche, für die ich mich seit dem Studium interessiere. Das ist die Schnittmenge von Islam und Medizin. Wo liegen Parallelen? Warum wird Schwarzkümmelöl so gelobt? Können wir es wissenschaftlich erklären?

Aspekte der „islamischen Medizin“ wie Honig, Schwarzkümmel, das Schröpfen, Gebet oder Dhikr sind spirituell und gleichzeitig ärztlich. In meinen Augen sind sie eine Ergänzung. Im Krankenhaus habe ich sie nicht eingesetzt. Jetzt, in den sozialen Medien, im privaten Umfeld sowie der ambulanten Praxis, suchen viele mich als muslimische Ärztin auf, wo sich diese Komponenten nutzen lassen. Dhikr bspw. kann bei der psychischen Gesundheit helfen.

An dieser Methode schätze ich, dass sie sich mit etwas beschäftigt, was der moderne Berufsalltag stark vernachlässigt: eine ganzheitliche Perspektive. Ich bemühe mich darum, Körper, Geist und Seele als gleich bedeutsam anzusehen und das in die Arbeit einfließen zu lassen. Sobald ich nächstes Jahr meine Praxis eröffne, möchte ich das verstärkt in mein Angebot aufzunehmen.

In der stationären Tätigkeit habe ich mich bemüht, spezifische kulturelle und religiöse Werte anzuwenden. Dazu gehört bspw. Geduld im Umgang mit Patienten und Angehörigen. Allerdings ist die Wertschätzung des je Einzelnen ungeachtet seiner Herkunft schwierig im bestehenden Gesundheitswesen.

Islamische Zeitung: Muslime in Deutschland sind ebenfalls Patienten. Haben diese spezifische Probleme und Herausforderungen im Vergleich zur Mehrheitsbevölkerung? Und ist das Gesundheitssystem derzeit in der Lage, darauf einzugehen?

Dr. Hatun Karakaş: Angesichts der Tatsache von Millionen Muslimen im Land findet Benachteiligung statt. Bei vielen Patienten bspw. wird zu wenig Zeit für Aufklärung bereitgestellt. Ich habe das Gefühl, dass sie als Muslime und Mitbürger zu kurz kommen.

Gelegentlich gelten sie gar als Problemfaktor: Wenn plötzlich einige Angehörige zum Krankenbesuch eintreffen oder eine Patientin das Kopftuch nicht ausziehen möchte. Unterschiede gibt es im Umgang mit dem Sterben und entstehenden Emotionen der Familie. Damit kommt das derzeitige Gesundheitssystem nicht gut zurecht.

Ich beschäftige mich mit Rassismus und Diskriminierung in der Medizin. Das ist ein Thema, das durch Studien bestätigt wurde, nicht nur durch jahrelange Erfahrungsberichte. Und ich würde so weit gehen und sagen, dass hierdurch Menschen real zu Schaden kommen – durch zu späte Diagnosen oder Stigmatisierung in Notfallsituationen. Sie haben ebenso weniger Zugang zu Vorsorge.

„Es gibt teilweise Erkrankungen, die gehäuft vorkommen.“

Islamische Zeitung: Wie sieht es mit gesonderten gesundheitlichen Problemen aus? In Großbritannien bspw. sind sie in höherem Maße von Herzkreislauferkrankungen oder Diabetes betroffen…

Dr. Hatun Karakaş: Diesen Punkt kann ich bestätigen. Es gibt teilweise Erkrankungen, die gehäuft vorkommen. Beide Krankheiten sieht man nicht nur in der pakistanischen Community in England, sondern ebenso bei Türken und Marokkanern in Deutschland.

Ich merke im Alltag, dass vielen das Ausmaß der Krankheiten für ihr Leben nicht bewusst ist, welche Komplikationen drohen und warum sie eine Lebensumstellung brauchen. Wie will man jemanden, der seit 40-50 Jahren Weißbrot isst oder täglich Reis zu seinen Mahlzeiten isst, dazu anhalten, die Ernährung umzustellen? Hierfür sind nicht alle bereit.

Ich glaube allerdings schon, dass man mit guter Aufklärungsarbeit einiges erreichen kann. Aus ärztlicher Sicht gehören bspw. wegen Zucker und Kreislauferkrankungen Dinge wie mehr Bewegung dazu. Das wären leichte Änderungen wie tägliche Spaziergänge, was in unseren Communitys kaum verbreitet ist.

Hierbei handelt es sich um einfache Schritte wie einen Weg per Fahrrad oder zu Fuß zu nehmen. Der Hauptteil der nötigen Umstellung betrifft Ernährung. Hinzukommt Rauchen, das einen erheblichen Teil der türkisch-kurdischen Gemeinschaften trifft.

Islamische Zeitung: Das Internet ist voller seltsamer Ansichten zum Thema Gesundheit – von unfreiwillig komischen Vorstellungen bis hin zu gefährlichen. Wie wichtig ist für Sie das Engagement auf den sozialen Plattformen?

Dr. Hatun Karakaş: Es ist unerlässlich. Gerade unsere Communitys sind anfällig dafür, weil sie wegen Diskriminierung und Rassismus schlechte Erfahrungen im Gesundheitswesen gemacht haben. In dieser Distanz wachsen Einstellungen wie „die Ärzte verdienen nur an uns“ oder „die Pharmaindustrie lebt von Erkrankungen“ umso leichter.

Das ist einer der Gründe, warum ich mich für Engagement in sozialen Medien entschieden habe. Und ich sehe als muslimische Ärztin, dass Leute, die solche falschen Aussagen verbreiten, hier lauter sind und häufiger geteilt werden.

Deswegen bekommen Mediziner wie wir, die hier aufklären, im Netz Gegenwind – das war stark zu spüren in der Corona-Pandemie. Damals habe ich mich in der Community für mehr Informationen starkgemacht, was zu Angriffen von einigen Seiten mit muslimischem Hintergrund führte.

Das macht was mit einem. Viele, die hier für Vernunft werben, sind häufig mit Hatern konfrontiert. Sowas nimmt einem die Lust und kostet enorm Energie. Das spiegelt sich in der Reichweite und den Followern wider. Die kommen schon mal auf eine Million, während Seiten wie meine, auf der  zum Thema mit Fakten argumentiert wird, möglicherweise auf 60-70.000 kommen.

Niemand filtert hier. Interessanterweise ziehen sie damit nicht nur ein gering informiertes Publikum an, sondern werden zusätzlich von ignoranten Personen betrieben, die sich bspw. unqualifiziert als „Coaches“ bezeichnen können. Das gilt nicht nur die körperliche Gesundheit, sondern genauso psychische Fragen.

Das Problem ist: Ohne Hintergrundwissen mag es vernünftig erscheinen, was da erzählt wird. Meine Follower schicken mir regelmäßige Beiträge zu solchen, weil sie hierzu von mir Aufklärung möchten.

Glück gesundheit

Foto: Robert Collins

„Aus islamischer Sicht wissen wir, was für ein Geschenk dieses Wohlbefinden ist.“

Islamische Zeitung: Abschließend gefragt, und es mag seltsam klingen, es ist nicht immer einfach, eine Definition von Gesundheit und Krankheit zu bekommen. Wie würden Sie die beiden definieren?

Dr. Hatun Karakaş: Unser Gesundheitssystem baut interessanterweise nicht auf Gesundheit, sondern Erkrankungen auf. Menschen kommen mit Problemen zu uns. Wir stellen eine Diagnose und versuchen, sie zu behandeln.

Es fing erst in den 1980er Jahren an, dass man die Themen Prävention und Erhaltung von Wohlbefinden mit in den Blick nimmt. Aber weiterhin arbeiten wir zu wenig an ihr. Aktivitäten auf diesem Gebiet werden immer noch nicht in großem Maße finanziert. Politik und Kassen haben gesundheitsfördernde Maßnahmen und Tätigkeiten nicht ausreichend im Blick.

Auch deswegen haben manche Mediziner Schwierigkeiten mit einer positiven Definition. Ich habe mich auf eine ganzheitliche Perspektive fokussiert. Nicht umsonst waren Muslime dabei Vorreiter. Gesundheit bedeutet daher bspw. nicht bloß körperliche, sondern ebenso psychische, geistige und soziale Stabilität.

Aus islamischer Sicht wissen wir, was für ein Geschenk dieses Wohlbefinden ist. In einer prophetischen Aussage heißt es sinngemäß, dass dem Menschen nach dem Iman nichts Besseres gegeben wurde als Wohlbefinden. Sie spielt insbesondere für uns eine große Rolle.

Deshalb müssen wir stark an ihrem Erhalt bzw. ihrer Wiederherstellung arbeiten. Hier hat sich einiges getan. Man merkt an der jüngeren Generation, dass sie sich mit Ernährung und Bewegung beschäftigt – mit viel Luft nach oben.

Islamische Zeitung: Liebe Frau Dr. Hatun, wir bedanken uns herzlich für das Gespräch.

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Interview zur Islamischen Theologie: Längst eine feste Institution

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Was ist Achtsamkeit?

Achtsamkeit

Achtsamkeit ist nicht nur ein Trend: Der Arzt und angehende Therapeut Hansjakob Richter berichtet im Gespräch.

(iz). Dr. med. Hansjakob Richter ist Betriebsarzt, Facharzt für Arbeitsmedizin sowie Kursleiter für Achtsamkeitskurse. Er ist in der ehrenamtlichen, muslimischen Seelsorge tätig und befindet sich zudem in der Weiterbildung zum ärztlichen Psychotherapeuten.

Mit ihm sprachen wir über das wichtige Thema Achtsamkeit, was sie auszeichnet und warum sie für Männer eine gute Idee ist. Darüber hinaus erläutert er, für welche Fälle sie sich nicht eignet, und inwiefern sie Menschen mit Depressionen helfen kann.

Islamische Zeitung: Lieber Hansjakob Richter, Sie beschäftigen sich intensiv mit dem Thema Achtsamkeit. Das ist ein Begriff, der in den letzten Jahren teils sehr häufig benutzt wurde. Was ist mit ihm und seiner Praxis gemeint?

Hansjakob Richter: Ja, sie ist in aller Munde. Achtsam sein heißt, eine bewusste Entscheidung zu treffen. Das heißt, ich fasse die Absicht, mich einer Sache, einem Objekt oder einer Wahrnehmung zuzuwenden.

Und ich bemühe mich, das, was mir hierdurch begegnet, offen und mit einer freundlichen sowie akzeptierenden Grundhaltung anzunehmen. Das betrifft nicht nur schöne Aspekte, sondern ebenfalls solche, die ich als neutral bzw. negative empfinde. Darum sollte gar nicht bzw. möglichst wenig be- oder geurteilt werden sowie sollte man versuchen, diese Dinge nicht mit einem Etikett zu versehen.

Der Bereich deckt ein Riesenspektrum ab. Ich beziehe mich in meinen Seminaren auf Kabat-Zinn und seine Mitstreiter. Hier gibt es formale Übungen und die Kurse sind angeleitet. Sie fokussieren sich auf die Wahrnehmung des Körpers, der Gefühle, Gedanken, der Stimmung und des Atems.

Das vollzieht sich in Ruhe – sitzend oder liegend. Kann aber ebenso in Bewegung bei Yoga bzw. einer Übung wie der Geh-Meditation gemacht werden. Wie gesagt, das Spektrum ist groß – vom Sitzen, über der anhaltenden Beobachtung des Atems bis zum sogenannten Bodyscan – mit und ohne Anleitung.

Islamische Zeitung: Sind die Übungen anlassbezogen oder finden sie im Rahmen einer regelmäßigen Routine statt?

Hansjakob Richter: Achtsamkeit ist etwas, was jeder machen kann. Schon Babys schauen achtsam in die Welt, hören und fühlen in ihr. Durch Erziehung, Sozialisierung und unser Erleben geht das in Folge ein bisschen verloren – im Zuge von Bildung, Schule usw.

Wenn ich das Thema neu entdecke bzw. Achtsamkeit in mir wiederbeleben möchte, ist es sinnvoll, einen Kursleiter zu haben – am Stück oder über mehrere Wochen verteilt. Und dort unter Anleitung möglichst täglich zu üben.

Es ist ebenso sinnhaft, feste Tageszeiten dafür zu finden, sodass eine Routine entsteht. Einerseits habe ich das formale Üben, wenn ich auf einem Kissen sitze oder mich hinlege. Andererseits gibt es den Alltag. Nach einigen Wochen bzw. Monaten oder vielleicht Jahren merkt man, dass sich beide annähern.

Dann steht man an der Kasse, wartet auf den Bus oder sitzt in einer Besprechung und kommt für einen Augenblick zu einer bewussten Wahrnehmung. Dabei stellen sich Fragen wie „Wo bin ich gerade?“, „Wie geht es mir jetzt?“, „Wie ist meine Atmung?“ etc.

Beide gehen ineinander über und man kann Achtsamkeit für sich nutzen. Solche Momente stehen dann für die Möglichkeit der Wahrnehmung im Moment, im Augenblick. Man steigt bspw. eine Treppe herab, fühlt die Bewegungen oder das Anfassen des Handlaufs.

Islamische Zeitung: In einem kurzen Video erklärte eine US-amerikanische Neurologin, dass eine kurze Kette von Bewegungen mit der Gesichtsmuskulatur helfen können, akute Zustände von Stress und Angst zu beheben, weil diese zu einem „Reset“ im Gehirn führen. Haben Achtsamkeitsübungen ebenfalls solche physiologischen Komponenten?

Hansjakob Richter: Ich bin kein Neurologe, ich habe knapp vier Jahre in der Psychiatrie gearbeitet. Ich kann die Studienergebnisse der Neurologin also nur bedingt einordnen oder gar beurteilen.

Der Unterschied bei den Achtsamkeitsübungen ist, dass ich hier nichts aktiv anspanne. Ich nehme zwar eine aufrechte Haltung ein – mit einer gewissen Muskelspannung –, aber das Gesicht ist eher entspannt. Hier gibt es keine spezifischen Übungen oder Kontraktionen für Muskelgruppen.

Was durch Forschungen gut belegt ist, ist, dass sich Hirnareale, die mit Stress, Emotionen und mit Emotionsverarbeitung zu tun haben, durch eine mehrwöchige oder auch mehrjährige Achtsamkeitspraxis verändern.

Es gibt gute Studien mit MRT-Scans, die ausgesuchte Hirnbereiche untersuchen. Diese nehmen durch Achtsamkeitsübungen ab oder zu bzw. werden dichter. Das ist gut belegt.

Islamische Zeitung: Vielleicht auch eine Frage zu einem anderen Themenbereich, könnte aber zum Thema führen. Ein wichtiger Aspekt wie beschrieben ist die Wahrnehmung der eigenen Gefühle – auch der körperlichen Emotionen unterhalb unseres Bewusstseins. In mehreren Kulturen – nicht nur der westlichen – hadern Männer schon länger mit dem tradierten Umgang in Sachen Emotionen. Könnten sie von der Achtsamkeitspraxis profitieren?

Hansjakob Richter: Ich denke, es ist für beide Geschlechter gleichermaßen wichtig. Sie können hier Nutzen ziehen. Ich erlebe viele Frauen in meinen Kursen, die durch Stress sowie jahrelange Verhaltensmuster gar nicht so dicht an ihren Emotionen und Stimmungen sind, wie man meinen könnte.

Ich habe gute Erfahrungen gemacht mit reinen Männerkursen. Männern, wenn sie unter sich sind, fällt es leichter, an ihre Gefühle zu kommen und sie zu benennen – Sorgen, was sie denken oder als ihre Schwächen betrachten.

Das verändert sich schlagartig, sobald eine Frau den Raum betritt. Dann spielen spezifische Rollenerwartungen über das Mannsein eine Rolle, ohne dass es bewusst wahrgenommen wird.

Von daher kann ich Männern raten, die das Bedürfnis haben, diesen Aspekt zu entwickeln, reine Männerkurse zu besuchen. Dabei geht es nicht um die Ausgrenzung von Frauen, sondern um die Schaffung geschützter Räume. Später mit mehr Erfahrung lässt sich auch in gemischten Zirkeln von Gefühlen sprechen. Man kann das leicht mit der Fahrschule vergleichen, wo man erst im Theorieunterricht und am Simulator Sicherheit gewinnt, bevor es auf die Straße geht.

Islamische Zeitung: Sehen Sie Muslime als Zielgruppe für Achtsamkeitsübungen?

Hansjakob Richter: Ich kann wiedergeben, was mir erfahrene Imame erzählten. Sie berichten davon, wie viele Muslime ihre Glaubenspraxis als Routine „durchziehen“ und beim Gebet eher an den Hausbau oder das Kochen denken.

Hier bestünde, ihnen zufolge, Verbesserungsbedarf. Es gibt im Qur’an und in den Hadithen sehr gute Hinweise, was Qualität der Anwesenheit in der Anbetung betrifft. Beispielsweise, wenn es um ein Fasten oder ein Gottesgedenken im Zustand der geistigen Präsenz geht.

In einer Sitzung lernen wir, im Moment präsent und da zu sein, ihn zu erleben und wahrzunehmen. Das bringt mehr Nutzen auch im Ganzen. Die Kombination aus der Handlung plus das nötige Bewusstsein für sie bringt die Änderung.

Es gibt den Dhikr und das Nachdenken über die Schöpfung im Islam. Dazu zählt die Betrachtung des eigenen Selbst. Und dass man für sich in einem spezifischen Zeitabstand – eine Stunde, einen Tag – Bilanz zieht.

Was habe ich heute getan, was waren meine Handlungen, meine Gedanken und meine Worte? Das empfinde ich wohltuend für mich, andere und die Umwelt. Auch die Praxis von Dankbarkeit findet sich in der Achtsamkeitspraxis – im Islam wie in weiteren Weltreligionen.

Meine Kurse sind säkular in dem Sinne, dass sie weltanschauungsneutral stattfinden. Die Gründungsväter dieser Bewegung haben Wurzeln im Buddhismus. Aber dieses Angebot ist „befreit“ von religiösen Einflüssen.

Man findet an vielen Stellen Parallelen zu den Praktiken und Theorien im Islam, aber auch im Juden- bzw. dem Christentum. Ich habe einiges auf meiner Website achtsamkeitsrichter.de zusammengestellt. Das eine ist das theoretische Wissen, das andere die tatsächliche Anwendung.

Foto: Aleksandr Ledogorov/Unsplash

Islamische Zeitung: In der Recherche bin ich auf drei Aspekte gestoßen, in denen es seriöse Kritik an der Achtsamkeitsbewegung gibt. Zum einen soll es Patientengruppen geben, bei denen Übungen bestimmte Effekte verstärken oder auslösen können. Zweitens sehen diese Stimmen in der Bewegung die Gefahr, dass Menschen unter Selbstoptimierungsdruck gesetzt werden. Und drittens steht der Vorwurf im Raum, dass sämtliche sozialen bzw. sozioökonomischen Ursachen von fehlender Achtsamkeit ausgeblendet werden. Können Sie etwas mit dieser Kritik anfangen oder ist diese haltlos?

Hansjakob Richter: Ja, das sind relevante Kritikpunkte. Sie werden von außerhalb und innerhalb der Achtsamkeitscommunity diskutiert sowie bei Konferenzen angesprochen. Ebenso wurde dazu publiziert. Es kann bei diesen Kursen zu Risiken und Nebenwirkungen kommen. Daher halte ich 1:1-Vorgespräche für wichtig, ob es überhaupt das Richtige für jemanden ist.

Die Teilnahme an einem Achtsamkeitskurs macht keinen Sinn für jemanden in einer akuten Psychose oder Drogenabhängigkeit – stoffgebunden oder nicht-stoffgebunden. Das betrifft ebenfalls Menschen mit einer floriden Trauma-Folgestörung oder Personen, die in akuter Trauer sind, oder wenn Trauer unzureichend verarbeitet wurde.

Manchmal kann das funktionieren, man muss aber genau hinschauen. In solchen Fällen können Achtsamkeitsübungen negative Effekte bewirken bzw. auslösen sowie eine Person destabilisieren. Es besteht auch die Gefahr, dass Menschen dissoziieren und den Kontakt zur Wirklichkeit verlieren.

Was den Punkt der Selbstoptimierung betrifft, gibt es im Islam das Wissen, dass jede Handlung nach ihrer Absicht beurteilt wird, weil diese entscheidend ist. Hier es genauso. Achtsamkeit an sich ist absichtslos. D.h., sie hat kein Ziel. Ich mache die Übung nicht, um etwas zu erreichen bzw. besser zu werden.

Sollte ich das so sehen, habe ich das Konzept nicht verstanden. Mag sein, dass das im Beruf weiterhilft, aber gestärkt wird Achtsamkeit so nicht. Unabhängig davon, ob säkular oder religiös, passt das nicht zusammen. Zumal dazu ethische Vorstellungen gehören. Das sind bspw. Selbstfürsorge sowie anderen keinen Schaden zufügen zu wollen.

Wenn ich die Idee habe, etwas zu erreichen, dann gehe ich am Konzept vorbei. Man muss aufpassen: Es gibt Bestrebungen, auch in Wirtschaft und Firmen, Achtsamkeitslehrer zu engagieren und Kurse anzubieten, damit die eigenen Leute leistungsfähiger werden, weniger erkranken, sich mehr entspannen etc.

Diese Tendenzen gibt es durchaus. Ähnlich Angebote bestehen bei einigen Armeen, damit bspw. Scharfschützen noch besser töten können. Das ist natürlich ein schwieriger Punkt. 

Allerdings kann es im Laufe eines unternehmerischen Achtsamkeitskurses passieren, dass er das unternehmerische Ziel der Arbeitgebenden verfehlt. Und die Leute merken, was der Schichtbetrieb mit ihnen macht oder wie grausig das Kommunikationsklima ist.

Das kann aus Sicht der Auftraggeber nach hinten losgehen, wenn das Personal erkennt, wie diese Art zu wirtschaften, menschlich gesehen nicht akzeptabel. Gegebenenfalls entscheiden Mitarbeiter, dass sie sich ihren Job nicht mehr antun möchten.

Was den dritten Kritikpunkt betrifft, so kann Achtsamkeitspraxis dazu führen, dass ich nicht bei dem mitgehen will, was in der Gesellschaft passiert und propagiert wird. Dass das nichts mit dem gemein hat, wie ich mir Leben und Miteinander vorstelle. 

Islamische Zeitung: Im Titel Ihres Instagram-Accounts steht „zufrieden und freier leben trotz Depression“. Die Erkrankung ist durch nicht selten. Und viele Betroffene haben oft die Erfahrung mit Mitmenschen gemacht, die meinen, ihnen sagen zu müssen, sie müssten mal an die frische Luft oder auch intensiver beten. Wie verstehen Sie Ihre Aussage?

Hansjakob Richter: Solche Sätze (wie im genannten Account) haben die Funktion, eine gewisse Aufmerksamkeit zu erzielen. Es gibt zu Achtsamkeit und Depression gute Forschungen und Studienergebnisse sowie Metaanalysen, die insgesamt schon mehrere Jahre alt sind. Natürlich ist hier noch nicht das Ende erreicht und die Wissenschaft muss weitergehen.

Sie konnten gut belegen, dass sogenannte MBCT-Kurse (mindfulness-based cognitive therapy) gut wirken als Rückfall-Prophylaxe. Sie sind für Menschen, die bereits mehrere depressive Phasen erlebt haben. Ich kann durch diesen Kurs mit einer gewissen und steigenden Wahrscheinlichkeit verhindern, wieder in eine solche Episode hineinzugleiten.

Man erkennt, an welcher Stelle es wieder losgeht mit einer Abwärtsspirale bzw. man erneut gefühlt in den Treibsand aus Emotionen, Verhalten und Bewertungen gerät. Der Treibsand ist für viele Betroffene ein passendes Bild, denn in solchen einem Fall führt hektisches Handeln dazu, dass man noch tiefer abrutscht.

Es geht also nicht darum, das Vorhandene zu bekämpfen, sondern um einen anderen Umgang. D.h., ein Zulassen, ohne sich dabei überwältigen zu lassen. Diese Kurse können – das ist natürlich kein Heilsversprechen – genauso gut wirken wie eine Standardmedikation. Auch lassen sich beide Therapieformen gut miteinander kombinieren.

Eine regelmäßige Achtsamkeitspraxis kann – über einen anfänglichen Intensivkurs hinaus – wirklich neuronale Veränderungen bewirken. Es ist natürlich ein bisschen so wie bei der Medikation. Wenn ich das Medikament weglasse, geht der Blutdruck wieder hoch oder die Stoffwechsellage verschlechtert sich.

Das ist bei den Übungen genauso. Deswegen auch die Empfehlung nach dem Kurs, sich eine Gruppe zu suchen, in der man regelmäßig im Kreis mit Gleichgesinnten formale Achtsamkeitsübungen praktiziert und so für die bewusste oder unbewusste Anwendung im Alltag lebendig und verfügbar hält.

Islamische Zeitung: Lieber Jakob Richter, wir bedanken uns.

Website: achtsamkeitsrichter.de

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Muslime in Hamburg: Was ist das Besondere an der Hansestadt?

hamburg

(iz). Die Hafen- und Hansestadt Hamburg zählt zu den dynamischen Metropolen Deutschlands. Ihre Weltläufigkeit zeigt sich auch in ihren muslimischen Communities, die seit Jahren beispielsweise im Rahmen der SCHURA Hamburg konstruktiv und auf regelmäßiger Ebene zusammenarbeiten.

Hierzu sprachen wir mit Kerim Tokicin, der in verschiedenen muslimischen Zusammenhängen aktiv ist. Derzeit ist der 30-jährige Ingenieur in der Islamischen Hochschulgemeinde (IHG) sowie im Vorstand der SCHURA engagiert.

Islamische Zeitung: Lieber Kerim Tokicin, Sie sind im Vorstand der Islamischen Hochschulgemeinde (IHG) an der Universität Hamburg. Können Sie uns kurz erzählen, wobei es sich dabei handelt und was Ihre Aktivitäten sind?

Kerim Tokicin: Als Islamische Hochschulgemeinde sind wir in vielen Tätigkeitsfeldern aktiv. Angefangen von Seminaren und Fortbildungen über religiöse Themen, aber auch gesellschaftspolitische Themen bis hin zur Vergabe von Stipendien und der Organisation von Bildungsreisen.

Wir kümmern uns auch um die Vergabe von Plätzen unserer Studenten-WGs. Die Arbeit ist sehr umfang- und abwechslungsreich, macht aber unfassbar viel Spaß. Unser Vorstand setzt sich aus ehrenamtlichen Studenten der verschiedenen Universitäten Hamburgs zusammen.

Islamische Zeitung: Muslimische StudentInnen und AkademikerInnen gehören in Deutschland mit zu den aktivsten Netzwerkern der Community. Was ist Ihrer Meinung nach deren Bedeutung und Beitrag für diese? 

Kerim Tokicin: Studentische und akademische Netzwerke haben generell den Anspruch Diskurse anzustoßen und auch kritische Themen zu erörtern. Dies ist selbstverständlich auch in der muslimischen Community der Fall. Man tastet sich an Themen heran, die vielleicht in gewöhnlichen Gemeinschaften nicht so bekannt sind oder tabuisiert werden. Das heißt aber noch lange nicht, dass wir die Speerspitze und Vordenker der muslimischen Gemeinden wären. Wir wollen unangenehme Themen nicht nur ansprechen, sondern diese auch in die Tiefe tragen und sie aus islam-theologischer Sicht betrachten. Das ist was anderes als die klassische Predigt beim Freitagsgebet, von der man sich wöchentlich berieseln lässt. Außerdem glaube ich daran, dass eine wachsende Zahl muslimischer Akademiker sich langfristig positiv auf die Gemeinschaft auswirken wird.

Islamische Zeitung: Zum Studienalltag gehört es auch, viel Zeit in der Uni zu verbringen. Wie wichtig ist es dabei für die StudentInnen, auch hier Zugriff auf religiöse Dienstleistungen und Einrichtungen zu haben?

Kerim Tokicin: Wir bekommen immer wieder Anfragen von Studenten, die auf der Suche nach Rückzugsorten für das Gebet sind. Einige Universitäten sind in dieser Hinsicht vorbildlich und stellen Räumlichkeiten zur Verfügung, in denen sich Studenten zurückziehen können. Wir als IHG setzen uns dafür ein, bei Bedarf einen sogenannten Raum der Stille zu eröffnen. Allerdings sind wir da auf die Mithilfe beziehungsweise die Kooperation der jeweiligen Hochschulen und Universitäten angewiesen. Wir können nicht in die Uni gehen und einen Raum beanspruchen. Das funktioniert so leider nicht. Deshalb müssen wir immer auf die Uni und das Präsidium der jeweiligen Hochschule zugehen und unser Anliegen darstellen. Es ist kein Geheimnis, dass man in einer Gesellschaft lebt, in der 70-80 Prozent der Menschen nicht unbedingt tiefgläubig sind, sodass der Bedarf für einen Raum der Stille nicht dringend vorhanden ist. Deshalb sind Muslime meistens erst einmal die einzige Gruppe, die so etwas fordert. Allerdings lassen sich schnell weitere Mitstreiter finden, die so einen Raum sinnvoll finden und nutzen würden.  

Islamische Zeitung: Sie sind nicht nur in der IHG aktiv, sondern sitzen auch im Vorstand der SCHURA Hamburg. Was zeichnet diesen Zusammenschluss muslimischer Gemeinden auf Landesebene im Vergleich mit anderen als Alleinstellungsmerkmal aus?

Kerim Tokicin: Seitdem ich Vereinsarbeit mache, gibt es die SCHURA und ich habe sie als selbstverständlich wahrgenommen. Ich war mir der Besonderheit nicht bewusst. Erst, nachdem ich mich mit Freunden aus Berlin oder Köln ausgetauscht habe, merkte ich, wie wertvoll sie ist. Die haben sich beschwert, dass man bei ihnen vor Ort nichts Vergleichbares hinbekommt. 

Die SCHURA Hamburg hat etwas Wichtiges geschafft. Das sollte man aufrechterhalten und mit aller Kraft weiterführen, sodass man die Gemeinden weiter zusammenschweißt. Es gibt wie überall auch Uneinigkeiten bei einigen Themen. Im Großen und Ganzen kann man doch von einem erfolgreichen Projekt sprechen. Sie ist die politische Stimme der Hamburger Muslime geworden. Letzten Endes saß sie mit am Tisch, als der Staatsvertrag ausgehandelt wurde.

Islamische Zeitung: Seit beinahe zehn Jahren bestehen eben dieser Vertrag zwischen dem Hamburger Senat einerseits und andererseits der DITIB, der VIKZ und der SCHURA. Könnten Sie eine Bilanz ziehen?

Kerim Tokicin: Da mein Vater Bestatter ist, habe ich die Auswirkungen des Vertrags unmittelbar zu spüren bekommen. Auf dem Friedhof gab es plötzlich einen Bereich um die Waschung zu vollziehen und eine Fläche um das Totengebet zu verrichten. Das klingt selbstverständlich, war es jedoch bis zum Staatsvertrag nicht. Vieles hat sich verbessert.

Die Wahrnehmung der SCHURA sowie der muslimischen Gemeinden in der Hamburger Politik gewann auf ein anderes Niveau. Um nur einen Punkt zu nennen: Die Anerkennung der muslimischen Feiertage in Schulen und auf den Arbeitsstätten ist zur Normalität geworden. Früher wurde über so etwas hitzig bei Lanz diskutiert. Nach zehn Jahren Staatsvertrag kann man sagen, dass mindestens eine Generation damit aufgewachsen ist, es kennt und für selbstverständlich hält. Das hinterlässt Eindruck bei der nichtmuslimischen Bevölkerung als auch bei der muslimischen. Es gibt immer wieder Dinge, die dazu führten, dass einige politische Parteien meinten, sie müssten das Ganze revidieren. Man sollte sich zusammensetzen und die letzten Zehn Jahre bewerten, aber niemand hat gesagt, dass das einfach wird. Es ist ein wichtiger und richtiger Schritt, mit dem man ein gemeinsames Miteinander in Deutschland gestaltet.

Islamische Zeitung: Zu den gewohnheitsmäßigen KritikerInnen des Staatsvertrages gehören CDU-Politiker. Wie gehen Sie mit den Vorwürfen um und bestehen direkte Kontakte?

Kerim Tokicin: Der Staatsvertrag wurde damals mit dem ersten Bürgermeister Ole von Beust (CDU) ins Leben gerufen, unterzeichnet wurde er von dem jetzigen Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD), damals noch Bürgermeister Hamburgs. Wichtig ist, dass man den Staatsvertrag nüchtern bewertet und auswertet. Wir nehmen ernstgemeinte Kritik auf und bewerten dies natürlich. Wer hier allerdings verzichtet an einem Tisch über die Dinge zu diskutieren, betreibt Populismus.

Islamische Zeitung: Ein großer Anteil der politischen Arbeit von MuslimInnen findet auf Bundesebene statt. Aber interessanterweise finden viele für Muslime relevante Entscheidungen – von Baurecht zu Schulrecht, Seelsorge, Friedhofsordnung etc. – auf Länderebene statt. Hamburg hat den Vorteil, Kommune und Land in einem zu sein. Haben Sie das Gefühl, dass die muslimischen Communities das ausreichend miteinbeziehen?

Kerim Tokicin: Von Hamburg aus betrachtet kann ich sagen, dass man hier versucht, viele Bereiche abzudecken. Dinge wie muslimische Grabfelder oder islamische Seelsorge entwickeln sich hier. Das ist ein Punkt der Vereine, die hier arbeiten, dass sie sich in diesen Bereichen klare Ziele setzen und versuchen, ihre Wünsche und Forderungen durchzusetzen. Viele Punkte wurden auch im Staatsvertrag festgehalten. 

Wie das im Rest von Deutschland, vor allem in den flächenmäßig größeren Bundesländern ist, kann ich nicht bewerten. 

Islamische Zeitung: Nach verschiedenen Angaben leben in Hamburg derzeit rund 140.000 MuslimInnen. Mit 8,9 Prozent der Einwohner ist ihr Anteil an der Stadtbevölkerung nicht viel kleiner als der in Berlin. Im Gegensatz zur Hauptstadt stehen die Communities und Kieze seltener im Blickpunkt negativer Aufmerksamkeit. Woran könnte das liegen?

Kerim Tokicin: Schwierige Frage… das könnte viele Gründe haben: einer davon ist sicherlich, dass die SCHURA sehr früh entstanden ist. Seit 1999 versuchen die muslimischen Gemeinden sich unter einem Dach zu formieren. Man hat hier früh den Kontakt zu Politikern aufgenommen. Ich kann mich erinnern, dass Ole von Beust damals als erster Bürgermeister mit Ramazan Ucar und Ahmet Yazici zum Iftar-Empfang in der Merkez Camii war. So was befördert das gegenseitige Vertrauen und baut Vorurteile auf beiden Seiten ab. Ich weiß gar nicht, seit wie vielen Jahren es schon den Iftar-Empfang des BIG gibt. Dort kommen die Freunde und Kooperationspartner zusammen und tauschen sich bei einer schönen Atmosphäre aus. All das sorgt dafür, dass Spannungen abgebaut werden und Politik auch früher auf Hilferufe reagiert, bevor es dann so endet wie in Berlin. 

Islamische Zeitung: Lieber Kerim Tokicin, Hamburgs MuslimInnen machen – so zumindest unsere subjektive Wahrnehmung – einen frischen und dynamischen Eindruck. Profitieren sie von den maritimen und weltstädtischen Traditionen der Hansestadt?

Kerim Tokicin: Das freut mich zu hören. Wir versuchen das Hamburger Mantra „die schönste Stadt der Welt“ zu leben. Ich habe das von vielen Muslimen gehört, die von außerhalb kommen. Woher die „Frische und Dynamik“ kommt, kann ich so pauschal nicht beantworten. Sicherlich gehört dazu, dass man zum Beispiel in einer ursprünglich türkisch geführten und gegründeten Gemeinde mal einen pakistanischen Imam hatte. Das war selbstverständlich und keiner hat sich beschwert. Vielleicht bin ich auch Teil dieses Wandels. Ich bin so aufgewachsen und habe es nie anders kennengelernt. Hamburg ist keine große Großstadt wie Berlin. Jeder geht in jede Moschee, man kennt sich. Auch das steigert die Dynamik. 

Islamische Zeitung: Vielen lieben Dank für das Interview.

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Kochen ist eine urmenschliche Sache

kochen Sira Huwiler-Flamm

„IZ-Begegnung“ mit der Sachbuchautorin Sira Huwiler-Flamm zu ihrem neuen Buch über Essen, Kochen und menschliche Emotionen. (iz). Sira Huwiler-Flamm ist eine deutsche Journalistin, Sachbuchautorin und Pressefotografin, die seit 2015 als […]

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Stephan Wahl zur Drecksarbeits-Rhetorik: „Ich schäme mich für unseren Bundeskanzler“

miradsch Jerusalem wahl

Der frühere „Wort zum Sonntag“-Sprecher Stephan Wahl lebt seit Jahren in Jerusalem. Von hier erlebt er den Gaza-Konflikt und den Raketenkrieg mit dem Iran.

Jerusalem (KNA) Im Nahost-Konflikt fehlt es nach Einschätzung des in Jerusalem lebenden Trierer Priesters Stephan Wahl auf beiden Seiten an charismatischen Führungspersönlichkeiten, die das tief verwundete Vertrauen wiederherstellen könnten

 Er hoffe auf den Mut der völkerverbindenden Menschenrechtsgruppen. „Sie sind das Leuchtfeuer in diesem unheiligen-heiligen Land, dass hoffentlich nicht erlischt“, sagte der Autor und frühere Sprecher der ARD-Sendung „Das Wort zum Sonntag“ im Interview der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA).

Frage: Herr Wahl, wie haben Sie den Krieg in den vergangenen zwei Wochen erlebt?

Stephan Wahl: Mein Alltag sah vermutlich wesentlich entspannter aus als der von Menschen in Tel Aviv oder Haifa. Die Gefahr eines Raketeneinschlags ist geringer in Ostjerusalem, wo ich wohne und wo fast nur Palästinenser wohnen. Ein möglicher Einschlag in die Al-Aksa-Moschee oder den Felsendom wäre ein Desaster für die islamische Welt.

Während ich bei Luftalarmen immer in meinen Schutzraum gegangen bin, hat sich das Leben auf der Straße manchmal nicht merklich verändert. Trotzdem hat sich an diesem Freitag, den 13., an dem ein grässlicher Ton am Handy, den ich bis dahin nicht kannte, den Ausnahmezustand erklärte, mein Radius verkleinert.

Ich gehe gern auch längere Wege zu Fuß – das fiel komplett weg. Immer wenn ich nach dem Alarm in den Schutzraum ging, wusste ich: Das machen jetzt andere im ganzen Land genauso wie ich – aber manche überleben es nicht.

Gleichzeitig gibt es viele in diesem Krieg, die keine Schutzräume haben. Wie in Gaza. Jeden Tag wurde in Gaza weiter getötet, aber der Fokus lag allein auf Israel und Iran. Gaza hat die Welt nicht mehr interessiert.

Frage: Sie haben zuletzt auch Aussagen von Bundeskanzler Friedrich Merz zu Nahost scharf kritisiert, warum?

Stephan Wahl: Merz sagte in einem Interview, Israel mache die Drecksarbeit für die westliche Welt. Das hat mich schockiert. Ich dachte erst, vielleicht sei es ihm rausgerutscht, aber er hat das widerliche Wort sehr bewusst gewählt und hat sich auch später dafür nicht entschuldigt.

Ich kenne Palästinenser, die sich für Palästinenser schämen, die sich immer noch hinter den Hamas-Angriff stellen, und Israelis, die sich für ihre Regierung schämen. Ich schäme mich für unseren Bundeskanzler.

Zwar glaube ich, dass das Verständnis für diesen Krieg weitaus größer war als für andere Kriege. Aber so eine Formulierung ist für einen Politiker und für einen Bundeskanzler absolut nicht opportun. Es wurden im Iran nicht nur Nuklearanlagen angegriffen, es sind auch Hunderte Menschen getötet worden. 

Ist das auch „Drecksarbeit“? Und war diese Militäraktion wirklich so ein Erfolg, wie er jetzt gefeiert wird? Oder eine der vielen Lügen von US-Präsident Donald Trump und Israels Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu, die in sich zusammenstürzen, wenn man genauer hinschaut?

Frage: Was waren Ihre Gedanken, als ein Waffenstillstand verkündet wurde?

Stephan Wahl: Es hat mich völlig überrascht. Damit habe ich nicht gerechnet, ich hatte mich auf einen längeren Krieg eingestellt. Aber natürlich bin ich froh, dass jetzt Pause ist. Denn ich befürchte, es ist nur eine Pause. Der Hauptgrund, dass beide Seiten eingewilligt haben, ist auch vermutlich, dass sie eine Pause brauchen, um ihre Kräfte wieder neu zu sammeln, ihre tödlichen Arsenale wieder aufzufüllen. Wahrscheinlich geht es bei der kleinsten Verletzung des Waffenstillstands wieder los. Hoffentlich irre ich mich.

Und: Der Krieg in Gaza tobt weiter. Gerade sind wieder sieben Soldaten und Dutzende Palästinenser getötet worden. Und während wir die Namen und oft auch die Gesichter der israelischen Opfer kennen, bleiben die iranischen Opfer und die Opfer in Gaza nur anonyme Zahlen.

Frage: Wie wird es hier in nächster Zeit weitergehen, aus Sicht eines, der hier lebt?

Stephan Wahl: Das weiß ich auch nicht. Ich befürchte, dass wir in Gaza noch lange nicht zu einem Ende kommen. Es ist mittlerweile deutlich, dass es nicht nur um die um die Bekämpfung der Hamas und die Rückführung der Geiseln geht, sondern die Palästinenser ganz aus Gaza zu vertreiben. Ich befürchte zudem, dass man sich auch nicht mehr lange scheut, das Westjordanland zu annektieren. Das wäre für mich die Rote Linie.

Es fällt jetzt schon schwer hier zu sein – aber dann würde ich das Land verlassen. Vielleicht kommt es aber – auch wenn es jetzt überhaupt nicht so aussieht – genau andersherum. Vielleicht gibt es irgendwann doch eine überraschende Wendung wie damals bei Menachem Begin oder bei Jitzhak Rabin, dass auf einmal etwas passiert, was vorher völlig unmöglich war.

Frage: Was könnten denn idealerweise die Aussichten für dieses Land sein?

Stephan Wahl: Erstmal müsste man den Willen des israelischen Volkes respektieren, den Krieg in Gaza sofort zu beenden, wenn damit alle Geiseln freikommen. Ich verstehe nicht, warum Europa nicht entsprechend massiven Druck auf Israel ausübt. Auch nicht mein Heimatland.

Frage: Was ist das Problem mit Deutschland?

Stephan Wahl: In Deutschland sollte endlich mal klar sein: Wenn ich mich kritisch zur israelischen Regierung verhalte und äußere, hat das absolut nichts mit Antisemitismus zu tun. Wenn ich den ultrarechten Finanzminister Israels einen faschistoiden Menschen nenne, dann beleidige ich doch nicht die Jüdin von New York oder von Frankfurt. Dass man das nicht auseinanderhalten kann, finde ich schlimm.

Frage: Wovon träumt Stephan Wahl für das Heilige Land?

Stephan Wahl: Ich gebe den Traum nicht auf, dass es möglich sein kann trotz aller Wunden, trotz aller Verletzungen, dass beide Völker in zwei selbstständigen Staaten nebeneinander leben. Allerdings vermute ich, dass meine Generation das nicht mehr erleben wird, weil die Wunden zu tief sind.

Es müsste auf beiden Seiten zwei charismatische Führungspersönlichkeiten geben, die genug Vertrauen ausstrahlen, damit dies möglich wäre. Das sehe ich im Moment nicht. Aber ich setze meine Hoffnung auf all die wichtigen völkerverbindenden Menschenrechtsgruppen hier im Land. Ich hoffe, dass sie nicht den Mut verlieren und trotz allem weitermachen. Sie sind das Leuchtfeuer in diesem unheiligen-heiligen Land, das hoffentlich nicht erlischt.

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Gaza: „Die Menschen wollen keinen Krieg mehr“

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Direkt aus dem Gazastreifen dringen derzeit nur wenige Nachrichten nach draußen. Derzeit macht sich der Leiter der Diakonie Katastrophenhilfe, Martin Keßler, ein Bild von der Lage vor Ort. (KNA/iz). Eine […]

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DITIB-Generalsekretär Eyüp Kalyon im Gespräch

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„IZ-Begegnung“ mit dem DITIB-Generalsekretär über die Kritik an seinem Verband wegen Türkeibindung, dem fehlenden Austausch mit Kritikern und zur Organisationsform der muslimischen Community. (iz). Eyüp Kalyon wurde 1990 in Wuppertal […]

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Stephan Wahl: Gazakrieg mit einem Deal beenden

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Viele kennen ihn aus dem „Wort zum Sonntag“: Ex-Sprecher Stephan Wahl. Der Israel-Experte hält ein Ende des Konflikts für möglich. Die Kriegsparteien müssen über ihren Schatten springen. Jerusalem/Trier (KNA). Für […]

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