Die Seelsorge gehört zur Menschenwürde

Seelsorge: Ein soziologisch und religionspsychologisch fundierter Beitrag von Dr. Cemil Şahinöz.

07.11.2025 Cemil Şahinöz 5 Min. Lesezeit
schweigepflicht trösten Seelsorge

Foto: bunroong | Depositphotos

(iz). Inmitten einer Gesellschaft, die sich zunehmend an Effizienz, Funktionalität und Selbstoptimierung orientiert, gerät etwas zutiefst Menschliches immer mehr in Vergessenheit: die Seelsorge. Nicht im institutionellen oder dogmatisch reduzierten Sinne, sondern als existenzieller Akt der Zuwendung zu einer Seele, die nicht mehr weiter weiß.

Seelsorge ist keine Zusatzleistung oder kein spirituelles „Wellnessprogramm“, sondern ein Ausdruck von Menschenwürde und vielleicht eine der letzten Bastionen gegen die völlige Technisierung und Entseelung des Daseins.

Seelsorge oder die Soziologie der inneren Not

Die moderne Gesellschaft scheint immer mehr ihre Rituale zu verlieren. Das zeigt sich nicht nur in der Entleerung von Gotteshäusern oder in der Vereinzelung des Individuums, sondern vor allem in den diffusen Formen des Leids, das sich heute äußert. Depressionen, Sinnkrisen, Burnout oder der Verlust von Selbstverortung, sie alle sind Symptome eines tieferliegenden soziologischen Problems, nämlich der Zersplitterung der Lebenswelten.

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