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Unsere Medien im Nahostkrieg

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Deutsche Medien im Nahostkrieg: Ein kritischer Blick am Beispiel der Berichterstattung über Angriffe auf Krankenhäuser in Gaza. (iz). Nach einem Jahr Krieg liegt das Gesundheitssystem im Gazastreifen in Trümmern. Mitverantwortlich […]

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Die Not, die durch das Töten wächst

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Krieg und bewaffnete Konflikte enden nicht mit dem Töten. Der Kampf von Angehörigen kann Generationen dauern. (The Conversation). Die Not des Krieges endet nicht, sobald die Schießerei aufhört. Jeder Kriegstote […]

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Libanon: Helfer fordern Hilfen und Kampfpause

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Libanon: Nach der Ausweitung des Nahostkrieges auf den Luftraum und Gebiete im Süden fordern Hilfsorganisationen Hilfen und ein Ruhen der Waffen.

Berlin/Beirut (CARE, UNHCR, iz). Anlässlich eines UN-Hilfsaufrufs zur Unterstützung von Vertriebenen im Libanon erklärte der CARE-Länderdirektor, Michael Adams: „Wir begrüßen den UN-Hilfsaufruf über 424 Millionen US-Dollar für den Libanon. Diese Unterstützung ist dringend notwendig, um humanitäre Hilfe leisten zu können. Doch es besteht große Sorge, ob die finanziellen Mittel reichen, um angemessen helfen zu können.“

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Foto: Zerophoto, Adobe Stock

Libanon: täglich neue Bombardierungen

Die Bedürfnisse der Betroffenen stiegen täglich dramatisch. Ihre Lage werde immer prekärer. Die internationale Gemeinschaft müsse jetzt handeln und mehr finanzielle Hilfe bereitstellen. Mittlerweile seien laut Adams’ Angaben mindestens eine Mio. Menschen auf der Flucht in ihrem Land – sowie ins Nachbarland Syrien.

„Doch die Kapazitäten der Regierung und der Hilfsorganisationen sind durch ständige Luftangriffe und fehlende Finanzierung stark belastet.“ Täglich gebe es neue Bombardierungen, die zu weiteren Toten, Verletzten und Vertriebenen führten. „Kinder suchen in den Straßen nach Lebensmitteln, Kleidung und anderen notwendigen Dingen für ihre Familien. Besonders Mädchen sind in überfüllten Unterkünften und im Freien der Gefahr von Gewalt und Ausbeutung ausgesetzt.“

Foto: UNHCR/Ximena Borrazas

Flüchtlingskommissar Grandi fordert Hilfen für Flüchtlinge

Der Hohe UN-Flüchtlingskommissar, Filippo Grandi, forderte am 6. Oktober mehr internationale Unterstützung, um die humanitäre Katastrophe im Libanon einzudämmen.

Zwei Wochen tödlicher israelischer Luftangriffe haben Hunderte Menschen getötet und über eine Mio. Personen zur Flucht aus ihren Häusern gezwungen. Er besuchte Beirut, um seine Solidarität mit dem Libanon zum Ausdruck zu bringen und mehr Unterstützung für alle Betroffenen, sowohl Libanesen als auch Flüchtlinge, zu mobilisieren.

„Ich habe heute mit eigenen Augen gesehen, welch tragische Folgen dieser Krieg für ganze Gemeinden hat“, sagte Grandi. „Das humanitäre Völkerrecht muss respektiert werden und darf nicht ignoriert werden. Familien wurden obdachlos, sitzen im Freien fest und haben traumatisierte Kinder, die nicht verstehen können, was passiert. Sie alle haben mir erzählt, wie verzweifelt sie sich nach Sicherheit sehnen und wie sehr sie sich wünschen, dass die Luftangriffe aufhören, damit sie in ihre Städte und Dörfer zurückkehren können.“

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Libanon: Stehen alle Zeichen auf Krieg?

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Israels Luftwaffe hat Ziele im Libanon angegriffen, die Hisbollah feuert Raketen. Appelle für ein Ende der Eskalation verhallen auf beiden Seiten. (KNA/IZ). Die israelische Armee hat ab dem 23. September […]

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Sorge vor weiterem Krieg wächst

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Der Konflikt zwischen Israel und der libanesischen Hisbollah heizt sich immer weiter auf. Eine diplomatische Lösung statt eines Krieges erscheint zunehmend unwahrscheinlich.

Tel Aviv/Beirut (dpa, iz). Die Anzeichen für einen möglicherweise bevorstehenden größeren Krieg zwischen Israel und der libanesischen Hisbollah nehmen zu. Israels Verteidigungsminister Galant sagte nach Angaben seines Büros bei einem Treffen mit US-Vermittler Amos Hochstein, der einzige Weg, die Rückkehr geflüchteter israelischer Bürger in ihre Wohnorte im Norden zu gewährleisten, sei „ein militärischer Einsatz“.

Israels Sicherheitskabinett erklärte in der Nacht die Rückkehr der Bewohner zu einem der Ziele des Krieges gegen die mit der Hisbollah verbündete Hamas im Gazastreifen. Israel werde weiter „auf die Umsetzung dieses Ziels“ hinarbeiten, teilte das Büro des Ministerpräsidenten mit.

Bisher lauteten Israels Kriegsziele, die militärischen Fähigkeiten und den Regierungsapparat der Hamas zu zerstören, alle Geiseln freizubekommen und zu gewährleisten, dass der Gazastreifen für Israel künftig keine Bedrohung mehr darstellt. Die Hisbollah beschießt Israel seit Beginn des Gaza-Krieges vor fast einem Jahr. Sie will die Waffen erst bei Erreichen einer Waffenruhe in Gaza schweigen lassen.

Wegen Kriegsgefahr: US-Außenminister reist nach Ägypten

Die US-Regierung bemüht sich vor diesem Hintergrund um eine Wiederbelebung der Gespräche über eine Waffenruhe in Gaza – auch in der Hoffnung, dass ein Abkommen Israel und der Hisbollah den Weg zu einer Deeskalation ebnen würde. US-Außenminister Antony Blinken reist nun erneut nach Ägypten, um die stockenden Bemühungen für eine Waffenruhe im Gaza-Krieg und die Freilassung der Geiseln aus der Gewalt der Hamas voranzutreiben.

Blinken werde dazu ab heute bis Donnerstag Gespräche mit ägyptischen Regierungsvertretern führen, teilte das US-Außenministerium mit. Die USA fungieren zusammen mit Ägypten und Katar als Vermittler zwischen Israel und der Hamas, da diese nicht direkt miteinander verhandeln. Nach Israel wird Blinken Medienberichten zufolge diesmal nicht reisen. Die USA sind der wichtigste Verbündete des jüdischen Staates.

USA bemühen sich um diplomatische Lösung

Israels Verteidigungsminister Galant sagte bei seinem Treffen mit US-Vermittler Hochstein, die Möglichkeit einer diplomatischen Lösung im Konflikt mit der Hisbollah rücke immer weiter in die Ferne, weil die Miliz ihr Schicksal mit der Hamas verbunden habe und sich weigere, den Konflikt zu beenden.

Hochstein bemüht sich seit Monaten um eine Deeskalation der brandgefährlichen Lage an der Grenze zwischen Israel und dem Libanon. Nach Angaben israelischer und US-amerikanischer Medien warnte Hochstein die israelischen Spitzenpolitiker vor gefährlichen Folgen eines größeren Krieges, der sich auch weiter auf die Region ausweiten könne.

Eine diplomatische Lösung sei „der beste Weg“, um sicherzustellen, dass die Bürger auf beiden Seiten der Grenze in ihre Häuser zurückkehren können, sagte der Sprecher des US-Außenministeriums, Matthew Miller. Man werde „weiterhin auf eine diplomatische Lösung drängen“, sagte er. „Wir glauben grundsätzlich, dass dies im Interesse aller Parteien ist.“

Die Hisbollah verfügt dem Vernehmen nach über etwa 150.000 Raketen, Drohnen und Marschflugkörper. Im Vergleich zum letzten offenen Krieg mit Israel 2006 hat sie ihr Arsenal damit etwa um das Zehnfache ausgeweitet und könnte Israel laut Experten deutlich stärker treffen.

Ähnlich wie die Hamas im Gazastreifen hat die Hisbollah im Libanon ein unterirdisches Tunnelsystem aufgebaut, aus dem die Milizionäre die Kämpfe führen könnten. Sie könnte täglich Tausende Raketen auf israelische Städte abfeuern und wichtige Infrastruktur ausschalten. Doch nicht nur für Israel, auch für den wirtschaftlich und politisch gebeutelten Libanon hätte solch ein Krieg schwere Folgen.

Iran: Israel will uns in regionalen Krieg verwickeln

Der iranische Präsident Massud Peseschkian wirft Israel vor, sein Land in einen regionalen Krieg ziehen zu wollen. Als Grund nannte er die Tötung des Auslandschefs der Hamas, Ismail Hanija, in der iranischen Hauptstadt Teheran vor gut sechs Wochen. „Israel versucht, uns durch die Ermordung Hanijas in einen regionalen Krieg zu verwickeln. Wir behalten uns das Recht auf Verteidigung (…) vor“, sagte Peseschkian bei seiner ersten Pressekonferenz nach Amtsübernahme.

Er betonte erneut, dass die Islamische Republik nicht nach Atomwaffen strebe und verteidigte zugleich das Raketenprogramm seines Landes. „Wenn wir keine Raketen haben, werden sie (Israel) uns wie in Gaza jederzeit bombardieren“, sagte der Regierungschef. „Wir werden unsere Verteidigungsfähigkeit nicht aufgeben.“

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500 Tage Sudan-Krieg: Szenen des Hungers und der Verzweiflung

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Der Krieg im Sudan dauert seit 500 Tagen an. Bei der betroffenen Zivilbevölkerung breitet sich der Hunger ungehindert aus.

Köln (IRD). 500 Tage Krieg haben den Sudan in die größte Hungerkrise der Welt verwandelt, während der Hunger sich weiter im Land ausbreitet, warnt die Hilfsorganisation Islamic Relief Deutschland. Kinder sterben heute schon an Hunger, deswegen müssen Geberstaaten jetzt die Hilfe aufstocken, ihre Zusagen einhalten und diplomatische Lösungen erarbeiten. 25,6 Millionen Menschen – mehr als die Hälfte der Bevölkerung – sind von akutem Hunger betroffen. Etwa 13 Millionen Menschen sind inzwischen aus ihren Häusern geflohen.

Krieg: „Die Menschen versuchen, einfach zu überleben“

Der Regionalleiter für humanitäre Hilfe von Islamic Relief, Mohamed Abduwahid Omar, besuchte soeben Einrichtungen für Vertriebene in Gedaref im Südosten des Sudan, wo Hunderttausende von Menschen vor der Gewalt Zuflucht suchen. Er berichtet:

„Ich habe viele Menschen mit eingefallenen Augen und ausgemergelten Körpern getroffen, die zwei Tage lang nichts gegessen haben. Andere essen nur eine kleine Tasse Linsen pro Tag. Die Menschen hungern und versuchen, einfach zu überleben.

Die Auffanglager für Vertriebene sind überfüllt und überfordert und 80 Prozent der Menschen dort sind Frauen und Kinder. Ich besuchte einen halbfertigen Busbahnhof, der zu einem Aufnahmezentrum für Neuankömmlinge umfunktioniert wurde. Dort befanden sich 1.450 Menschen, die verängstigt, erschöpft und hungrig angekommen sind und jeden Tag kommen weitere hinzu. Es gibt nicht genügend Platz, so dass viele Menschen in der Kälte und im strömenden Regen draußen schlafen müssen.

Es gibt nur fünf Toiletten, die sich alle teilen müssen. Und jetzt, wo die Regenzeit begonnen hat, steigt die Gefahr von Krankheiten. Bei einer kürzlich durchgeführten Untersuchung hatten über 40 Prozent der befragten Personen mindestens ein Familienmitglied, das aufgrund der schlechten Bedingungen an schwerem Durchfall litt.“

Die Menschen haben geweint, während sie mit mir sprachen. Sie haben Angst und keine Hoffnung für die Zukunft und wollen einfach nur, dass die Welt dabei hilft, diesen Albtraum zu beenden. Ich traf einen blinden Mann, der im letzten Jahr viermal vertrieben wurde, weil sich die Kämpfe ausweiteten. Er weiß nicht, wohin er als nächstes gehen wird, wenn er wieder fliehen muss. Das Einzige, was ihn interessiert, ist, von einem Tag auf den anderen zu überleben und etwas zu essen zu finden.“

500 Tage Krieg haben dazu geführt, dass 25,6 Millionen Menschen – mehr als die Hälfte der Bevölkerung – akutem Hunger ausgesetzt sind. Etwa 13 Millionen Menschen sind inzwischen aus ihren Häusern geflohen.

In Süd-Darfur sterben täglich Kinder an Unterernährung, weitere Gebiete können bald folgen

Während sich die Bedingungen in Teilen des Ostsudans wie Gedaref verschlechtern, ist es in vielen anderen Teilen des Sudan noch schlimmer. Mitarbeitende von Islamic Relief in Darfur, wo die Organisation Ernährungszentren unterstützt, sehen, wie Kinder aufgrund schwerer Unterernährung dahinsiechen.

Es gibt Berichte von Familien, die Blätter von Bäumen oder sogar Tierfutter essen müssen, weil sie nichts Anderes haben. Anfang des Monats wurde im Lager Zamzam in Nord-Darfur offiziell die Hungersnot ausgerufen, und medizinische Einrichtungen in Süd-Darfur berichten, dass täglich vier bis fünf Kinder an Unterernährung sterben.

Seit Ausbruch des Krieges hat Islamic Relief mehr als 950.000 Menschen mit lebenswichtigen Hilfsgütern wie Lebensmitteln, Nahrungsmitteln, Bargeld-Hilfen und medizinischer Versorgung versorgt.

Hilfsorganisationen und lokale Behörden haben jedoch Mühe, das Ausmaß der Krise zu bewältigen. Der humanitären Hilfe fehlt es dringend an Mitteln, und die Konfliktparteien behindern weiterhin den Zugang zu einigen der am stärksten betroffenen Gebiete durch eine Kombination aus bürokratischen Verzögerungen und anhaltender Gewalt.

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Foto: Eine junge Mutter mit ihren Kindern und weiteren Kindern in einem Lager für Binnenvertriebene in Sennar, Sudan.

Fehlende Finanzierung verhindert lebensrettende Hilfe durch lokale und internationale Hilfsteams

Der Sudan hat sich zu einem der gefährlichsten Orte der Welt für humanitäre Hilfe entwickelt: Seit Ausbruch des Krieges wurden mindestens 37 Mitarbeiter von Hilfsorganisationen getötet. Dutzende weiterer Helfende wurden angegriffen und über 120 Büros und Lagerhäuser von humanitären Organisationen wurden von bewaffneten Gruppen geplündert, darunter auch Büros von Islamic Relief.

In Gedaref haben die humanitären Organisationen relativ guten Zugang, aber die fehlende Finanzierung behindert die humanitäre Hilfsreaktion. Die lokalen Behörden haben acht Aufnahmezentren eingerichtet, um die Vertriebenen auf andere, eigens dafür errichtete Standorte zu verteilen. Die meisten dieser Zentren befinden sich jedoch noch im Aufbau und sind noch nicht bereit, Menschen aufzunehmen, so dass die Aufnahmezentren überlastet sind und an ihre Belastungsgrenze stoßen.

Mehr Aufmerksamkeit und Diplomatie für den Sudan gefordert, um eine Hungersnot zu verhindern

Trotz des enormen Leids wird die Krise im Sudan von der Weltöffentlichkeit weitgehend vernachlässigt. Islamic Relief fordert die internationalen Regierungen auf, dringend ihre diplomatischen Bemühungen um einen sofortigen Waffenstillstand zu intensivieren und den Druck auf die Kriegsparteien zu erhöhen, um die Zivilbevölkerung zu schützen – sowie den Zugang für humanitäre Hilfe zu erleichtern und die Mittel für humanitäre Hilfe aufzustocken.

Vier Monate nach der Pariser Konferenz im April ist von den 2,2 Milliarden Dollar, die internationale Geber für die humanitäre Hilfe im Sudan zugesagt haben, nur sehr wenig eingetroffen und die Versprechen wurden nicht eingehalten. Islamic Relief fordert die Geber dazu auf, vorrangig Maßnahmen zur Verhinderung der Hungersnot zu finanzieren, wie z.B. die Bereitstellung von Bargeld-Hilfen, damit die Menschen Lebensmittel auf lokalen Märkten kaufen können und die Unterstützung von Kleinbauern mit Saatgut und landwirtschaftlichen Geräten.

Internationale Regierungen sollen auch die Unterstützung für die sudanesischen gemeindebasierten Helferinnen und Helfer vor Ort verstärken. Lokale Nothilfezentren und Gemeinschaftsküchen stehen seit Beginn des Krieges an vorderster Front der humanitären Hilfe, doch mussten viele von ihnen wegen Geldmangels und Angriffen geschlossen werden.

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Angekündigte Verhandlungen: zarte Hoffnung auf Frieden in Sudan

Waffenruhe Sudan

Notleidende Menschen im Krisenland Sudan hungern, werden auf der Flucht angeschossen und haben keinerlei Zugang zu medizinischer Versorgung. Nun keimt neue Hoffnung auf ein Ende des Bürgerkriegs.

Khartum/Bonn (KNA). Es ist die größte humanitäre Krise, die sich zurzeit auf dem afrikanischen Kontinent abspielt. Im Westen des Sudan herrscht im Flüchtlingscamp Zamzam eine Hungersnot. Millionen Menschen versuchen, sich vor den sudanesischen Streitkräften und den paramilitärischen „Rapid Support Forces“ in Sicherheit zu bringen.

Sudan: Acht Millionen sind im Inneren auf der Flucht

Laut dem Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen sind knapp acht Millionen Menschen im eigenen Land auf der Flucht. Mehr als zwei Millionen versuchen, Nachbarländer zu erreichen. Nach Einschätzung der US-Organisation Fews Net, die Hungersnöte weltweit untersucht, kamen etwa im Juli täglich 1.100 Menschen im Südsudan an.

Doch auch der Nachbarstaat – nach jahrzehntelangen Konflikten zwischen dem überwiegend christlichen Süden und dem muslimischen Norden 2011 gegründet – ist von Krisen und Machtkämpfen gezeichnet. Menschen, die deshalb früher nach Sudan geflohen waren, sind nun zurück und verzweifelter denn je. Die Regenzeit erschwert die Lage zusätzlich. Überflutungen drohen.

Ähnlich angespannt ist die Lage im Osten des Tschad. Der hat bereits seit den 2000er Jahren Millionen Menschen aus Sudans Region Darfur aufgenommen. Eine ganze Generation ist in Flüchtlingscamps aufgewachsen.

Seit Kriegsbeginn in Sudan vor mehr als einem Jahr hat der Druck wieder zugenommen; ausgerechnet in einer Region mit ohnehin schlechter Infrastruktur, wie Abderamane Ali Gossoumian zu bedenken gibt. Er ist Mitglied des tschadischen Komitees für Frieden und Versöhnung, eine zivilgesellschaftliche Organisation.

Foto: Henry Wilkins/VOA | Lizenz: Public Domain

Die Versorgungslage wird immer dramatischer

Wenn mehr Menschen versorgt werden müssten, führe das zu steigenden Lebensmittelpreisen, so Gossoumian. Die Kriminalität nehme ebenfalls zu. „Wir stoßen an unsere Grenzen“, sagt auch Volker Gerdesmeier, Leiter des Afrika-Referats von Caritas international in Freiburg. Mehrere Länder seien von dem Konflikt betroffen. „Es ist extrem beunruhigend“, so Gerdesmeier.

Hoffnung machen jetzt Gespräche über einen Waffenstillstand, die am 14. August in der Schweiz beginnen sollen. Initiator sind die USA. Vertreter beider Konfliktparteien sollen teilnehmen. Doch schon im Vorfeld knirscht es. Sudanesischen Medienberichten zufolge wollte Armeechef Abdel Fattah al-Burhan zunächst Fragen zu einem alten gescheiterten Friedensabkommen klären. Die gegnerische Partei habe sich nicht daran gehalten, so der Vorwurf.

Waffenstillstands-Gespräche hat es in den vergangenen knapp 16 Monaten einige gegeben. Nach Einschätzung des südafrikanischen Instituts für Sicherheitsstudien verlieren die Sudanesen mit jeder weiteren gescheiterten Initiative noch mehr Vertrauen in die verantwortlichen Akteure. Es sei zu einem kontraproduktiven Wettbewerb unter den Vermittlern gekommen, kritisiert die Denkfabrik.

Sudan

Foto: luzitanija , Adobe Stock

Machtkampf zwischen Armee und Paramilitärs

Der aktuelle Bürgerkrieg ist ein Machtkampf zwischen Armee und Paramilitärs. Er begann im April 2023, vier Jahre nach dem Sturz von Langzeitdiktator Omar al-Bashir. Einerseits führten eine schwache Wirtschaft und generelle Enttäuschung zu Protesten. Andererseits gelang es nicht, die Paramilitärs in die reguläre Armee zu integrieren. Gegründet hatte Diktator al-Bashir die berüchtigte Einheit vor elf Jahren, um Anti-Regierungs-Aufstände in Darfur zu unterdrücken.

Wie viele Menschen seit Kriegsbeginn ums Leben gekommen sind, ist unklar – die Rede ist von mindestens 15.500. Mitunter werden weitaus höhere Zahlen genannt. Für die Überlebenden ist die Lage katastrophal. 

„Humanitäre Hilfe zu leisten, ist fast unmöglich. Sie wird gezielt blockiert. Laster werden nicht durchgelassen und Reisegenehmigungen nicht erteilt. Das ist mehr als alarmierend. Das humanitäre Völkerrecht wird damit nicht eingehalten“, sagt Lara Dovifat, politische Leiterin der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen.

Sogar Angriffe auf Krankenhäuser habe es gegeben. „Heute sind bis zu 80 Prozent dieser Einrichtungen nicht mehr funktionsfähig. Schon vorher haben viele nur mit Einschränkungen gearbeitet“, so Dovifat. Mit Blick auf die geplanten Verhandlungen fordert sie, den Zugang zu medizinischer Versorgung sofort wiederherzustellen, nicht erst später durch ein mögliches Friedensabkommen. „Die Menschen leiden jetzt“, betont die Expertin.

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Sudan: Frauen werden ins Visier genommen

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Im April 2024 jährte sich der Konflikt im Sudan zum ersten Mal. Die Nation leidet immer noch unter dem brutalen Krieg gegen ihr Volk, wobei Frauen die Hauptlast der Zerstörung […]

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Eine fatale Tat. Vor 110 Jahren kam es zum Attentat von Sarajevo

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Vor 110 Jahren wurden auf dem Balkan die Weichen für den Ersten Weltkrieg gestellt. Die Auswirkungen sind bis heute spürbar. Ein Besuch in Belgrad, Sarajevo und Wien. (KNA). Wenn der […]

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Sudan: Zahl der Binnenflüchtlinge erreichen neues Rekordhoch

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Die IOM warnt, dass die Zahl der durch den Konflikt im Sudan vertriebenen Menschen auf über zehn Millionen ansteigen könnte.

Port Sudan (IOM). Die Internationale Organisation für Migration (IOM) hat davor gewarnt, dass die Zahl der durch den Konflikt im Sudan vertriebenen Menschen auf über zehn Millionen ansteigen könnte. Die schlimmste Binnenvertriebenenkrise der Welt spitzt sich weiter zu, und drohende Hungersnöte und Krankheiten verschlimmern das durch den Konflikt verursachte Chaos.

Sudan: Zahlen könnten auf über 10 Mio. steigen

Die Displacement Tracking Matrix der IOM, die wöchentlich Statistiken veröffentlicht, verzeichnete letzte Woche 9,9 Millionen Binnenvertriebene in allen 18 Bundesstaaten des Sudan – 2,8 Millionen vor dem Krieg im April 2013 und 7,1 Millionen seitdem. Mehr als die Hälfte der Binnenvertriebenen sind Frauen und mehr als ein Viertel Kinder unter fünf Jahren.

„Stellen Sie sich vor, eine Stadt von der Größe Londons wird vertrieben. So sieht es aus, aber es geschieht unter ständiger Bedrohung durch Kreuzfeuer, Hunger, Krankheiten und brutale ethnische und geschlechtsspezifische Gewalt“, sagte IOM-Generaldirektorin Amy Pope. „Der humanitäre Bedarf im Sudan ist enorm, akut und unmittelbar, und dennoch sind erst 19 Prozent der von uns angeforderten Mittel bereitgestellt worden. Um eine drohende Hungersnot abzuwenden, bedarf es einer gemeinsamen internationalen Anstrengung.“

Insgesamt mussten rund 12 Millionen Menschen aus dem Sudan fliehen, mehr als 2 Millionen flohen über die Grenzen in die Nachbarländer, vor allem in den Tschad, den Südsudan und nach Ägypten.

Foto: Abd_Almohimen_Sayed, Shutterstock

Der Krieg gegen die Bürger will nicht enden

Nach Jahren der Krise brach Mitte April 2023 ein Bürgerkrieg aus, als in der Hauptstadt Khartum heftige Kämpfe zwischen den sudanesischen Streitkräften (SAF) und den Rapid Support Forces (RSF) ausbrachen, die sich schnell auf das gesamte riesige Land mit fast 50 Millionen Einwohnern ausweiteten. 

Der Krieg ist brutal, intensiv und wird mit großer Härte geführt. Es wird von schweren Menschenrechtsverletzungen berichtet, darunter ethnische Gewalt, Vergewaltigungen und Massenvergewaltigungen als Mittel der Kriegsführung. 70% der Menschen, die im Sudan zur Flucht gezwungen wurden, versuchen an Orten zu überleben, an denen eine Hungersnot droht.

Der Zugang für humanitäre Hilfe ist lückenhaft oder nicht vorhanden. Die bevorstehende Regenzeit wird die Situation weiter verschärfen und könnte zu klimabedingten Katastrophen und der Ausbreitung von Krankheiten führen.

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Foto: Sudan Envoy

Al-Faschir: Zivilisten sitzen in der Falle

In Al-Faschir, der Hauptstadt von Nord-Darfur, sind mehr als 800.000 Zivilisten aufgrund des sich verschärfenden Konflikts in einem „gnadenlosen Ansturm von Kämpfen und Luftangriffen“ gefangen, wie es das IASC ausdrückt.

Die grundlegende Infrastruktur, einschließlich der Gesundheitsversorgung, ist zusammengebrochen. Die Preise für Lebensmittel, Wasser und Treibstoff sind in die Höhe geschossen, so dass diese grundlegenden Güter unerschwinglich geworden sind.

„Wichtige Straßen aus Al-Faschir sind blockiert, so dass die Zivilbevölkerung keine sicheren Gebiete erreichen kann. Gleichzeitig ist die Versorgung der Stadt mit Nahrungsmitteln und anderen humanitären Hilfsgütern eingeschränkt“, fügt Othman Belbeisi, IOM-Regionaldirektor für den Nahen Osten und Nordafrika, hinzu.

„Wir fordern gemeinsam mit den Vereinten Nationen ein sofortiges Ende der Kämpfe und einen sicheren, ungehinderten und dauerhaften Zugang für humanitäre Hilfe über Grenzen und Frontlinien hinweg. Millionen von Menschenleben hängen davon ab.“