Verschiedene Redner in Brüssel erinnerten daran, dass auch die muslimische Welt eine Pflicht gegenüber den von China verfolgten Uiguren habe. (IslamiQ/iz). Am 9. November fand in Brüssel das erste „Internationale […]
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Wie in anderen europäischen Ländern sind sich die MuslimInnen im Vereinten Königreich ihren verschiedenen Herausforderungen sehr bewusst. Von Sadek Hamid (iz). Viele politische Entscheidung in Europa der letzten zwei Jahrzehnte […]
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(iz). Einige Tage vor der Fertigstellung dieser Ausgabe wurde in der Redaktion diese hypothetische Frage in die Runde geworfen: Nehmen wir an, man könnte sich mit Bundeskanzler Olaf Scholz zusammensetzten, […]
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Neutralität ist Trumpf im Nachbarland Schweiz – wenn auch eine bewaffnete. Nun führt die Schweizer Armee eigene Dienstabzeichen für die Seelsorger religiöser Minderheiten ein. Von Barbara Ludwig und Alexander Brüggemann […]
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Wenn sich Menschen für soziale Zwecke einsetzen, kommt der Impuls mitunter aus der Religion. Wie das aussehen kann, zeigt jetzt ein neues Buch – vor allem anhand eines bestimmten Beispiels. […]
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(MCB). Nach der letzten Volkszählung zählt die muslimische Gemeinschaft in Großbritannien etwa 3,372 Millionen Menschen. Es ist die Heimat einer der vielfältigsten Gemeinschaften der Welt. Die meisten stammen aus Südasien, […]
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(iz). Anes El-Amin Loucif ist deutsch-algerischer Herkunft und hat 2010 in Düsseldorf Psychologie studiert und 2014 dort seinen Master in dem Fachgebiet gemacht. Derzeit ist der Psychologe als psychologischer Psychotherapeut […]
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Washington (iz/CAIR). Seit geraumer Zeit nehmen Muslime in den USA – zuerst die afroamerikanischen und dann in Folge die migrantischen – aktiv als Wähler und Wahlhelfer an Stimmabgaben auf allen Ebenen in den Vereinigten Staaten teil. Seit mehreren Jahren tun sie das auch immer erfolgreicher als Kandidaten und Mandatsträger. Während muslimische Wähler bis George W. Bush viel häufiger republikanisch entschieden, hat sich das dank „Antiterrorkrieg“ und aufkommender Islamfeindlichkeit der Rechten erheblich geändert.
Bereits in der Wahlnacht erklärten zwei muslimische NGOs, das Jetpac Resource Center sowie der Rat für Amerikanisch-Islamische Beziehungen (CAIR) zu bekannten und vorläufigen Ergebnissen der Abstimmungen auf nationaler Ebene sowie in den US-Bundesstaaten. Das Jetpac Resource Center ist eine gemeinnützige NGO, die sich für eine stärkere Vertretung der Muslime in der amerikanischen Regierung und Politik einsetzt. CAIR ist Amerikas größte Organisation für die Rechte von Muslimen und Interessenvertretung. Ihre Aufgabe ist es, das Verständnis für den Islam zu verbessern, die Bürgerrechte zu schützen, die Gerechtigkeit zu fördern und die amerikanischen Muslime zu stärken.
Während man derzeit die Ergebnisse von 145 muslimischen KandidatInnen verfolge, sei ihre Zahl ungeachtet ihrer Erfolge „ein Rekord“. In 23 Staaten haben sich 48 von ihnen um ein Mandat für einen Abgeordnetenposten in ihrem jeweiligen Staat beworben. Laut CAIR-Angaben hätten mehr Moscheegemeinden ihre Räumlichkeiten als Wahllokale geöffnet als je zuvor.
Nihad Awad, nationaler CAIR-Direktor, sagte über die bisher bekannten Entscheidungen: „Die heutige historische Reihe von rekordverdächtigen Wahlsiegen amerikanischer Muslime ist ein Beweis für den kontinuierlichen Aufstieg unserer Gemeinschaft in der amerikanischen Politik und das Vertrauen, das unsere Nachbarn in uns setzen, um sie zu vertreten und für ihre Interessen zu kämpfen. Wir sind Zeugen des nächsten Schritts in der politischen Transformation der muslimischen Gemeinschaft Amerikas von einer marginalisierten Stimme, die an den Rand gedrängt wurde, (…) zu einem Entscheidungsträger. Diese neu gewählten Amtsträger bauen auf den Erfolg der jahrzehntelangen Investitionen unserer Gemeinschaft in bürgerschaftliches Engagement, Wählerregistrierung und Kandidatur auf.“
Mohammed Missouri, leitender Direktor von Jetpac, begrüßte die bisherigen Erfolge ebenfalls und bezeichnete sie als „inspirierend“. Das zeige, dass es der muslimischen Gemeinschaft gelungen sei, eine „solide Infrastruktur“ für nachhaltige Wahlerfolge aufzubauen. „Politische Entscheidungen in den Bereichen Bildung, Wohnungsbau, Klima und Bürgerrechte werden von der Legislative des jeweiligen Bundesstaates getroffen. Es ist von entscheidender Bedeutung, dass unsere Stimme bei der politischen Entscheidungsfindung vertreten ist“, Missouri.
Beide NGOs gehen davon aus, dass die DemokratInnen Andre Carson, Ilhan Omar und Rashida Tlaib in ihren Wahlkreisen erfolgreich sein werden. Bei den bundesstaatlichen Wahlen schätzt man, dass sich viele KandidatInnen für Sitze in den dortigen Repräsentantenhäusern und Senaten werden durchsetzen können. In einigen Staaten wie Washington oder Wisconsin werden sie im Erfolgsfall die ersten muslimischen Parlamentarier sein. Von wenigen Ausnahmen abgesehen kandidierten die meisten MuslimInnen hier für die Demokraten. (sw)
„Ob in Dearborn, Paris, auf Sansibar oder in Bangalore – überall dort entstehen Ansätze, Projekte und Wissensressourcen, die allen Teilen der Ummah zunutze kommen könnten.“
(iz). Es ist früh. Das allererste Tageslicht setzt sich gegen die Nacht durch. Kurze Zeit nach dem Ruf zum Morgengebet machen sich die Betenden über das steile Kopfsteinpflaster auf dem Weg zu einer der bunt getünchten Moscheen des Stadtteils. Dabei tragen sie Kaftane, Sarongs und viele die Uniform ihres jeweiligen Arbeitslebens.
Diese Szene spielt sich nicht in Chefchaouen, Erzurum oder Bandung ab. Unser fiktionaler Betrachter steht schlaftrunken in den steilen Straßen des Bo-Kaaps, dem traditionell muslimischen Stadtteil von Kapstadt. In direkter Nähe der alten Gassen und ihrer farbenfrohen Häuser befinden sich ein halbes Dutzend Moscheen und hier sind auch einige muslimische „Heilige“ begraben, deren Gräber von den Anwohnern seit fast 200 Jahren liebevoll gepflegt und beschützt werden.
Es lassen sich in der Welt viele solcher Momente aus unserer Lebenspraxis finden. Das können Studenten des Zaytuna-College im kalifornischen Berkeley sein, die sich angestrengt über Grundtexte zur Rechtsmethodik beugen. Oder anreisende Gäste auf dem Weg zu einer marokkanischen Hochzeitsgesellschaft im nordrhein-westfälischen Herne, wenn sie dringend einen Parkplatz suchen, um nicht zu spät zu kommen. Und manchmal handelt es sich um ein Totengebet, bei dem ein Verstorbener auf der philippinischen Insel Mindanao zu Grabe getragen wird.
Derzeit leben von den rund 1,8 Milliarden Muslime in aller Welt beinahe ein Viertel (oder 400 Millionen) mit dem Status, einer „Minderheit“ anzugehören. Sie sind eine größere Gruppe als ihre Geschwister im Nahen und Mittleren Osten, in Nordafrika, Indonesien, Zentralasien oder Afrika südlich der Sahara. Und damit stellen minoritäre Muslime insgesamt, quantitativ betrachtet, das wichtigste Element.
Obschon wir aufgrund ihrer diversen Bedingungen und Geschichte von unterschiedlichen Subkategorien ausgehen müssen, ist eines klar: Weder in der Binnen- noch in der Außenperspektive und auch nicht im Rahmen internationaler muslimischer Gremien wie der OIC spielen sie und ihre Gemeinschaften eine korrespondierende Rolle.
Das ist schade, denn die Vielfalt und Buntheit der muslimischen Weltgemeinschaft findet sich nicht nur in dem, was gemeinhin als „islamische Welt“ verstanden wird, sondern auch an ihren „Rändern“. Dabei geht es um weit mehr als nur „Buntheit“ oder Repräsentation. Ob in Dearborn, Paris, auf Sansibar oder in Bangalore – überall dort entstehen Ansätze, Projekte und Wissensressourcen, die allen Teilen der Ummah zunutze kommen könnten.
Wie ein aktueller Report des Londoner Thinktanks Ayaan Institute dokumentiert, stellen muslimische Minderheiten nicht nur rund ein Viertel aller Muslime. Sie spielen auch eine wichtige Rolle für die zukünftige Entwicklung der islamischen Welt.
(iz). Am 10. Oktober veröffentlichte das unabhängige Londoner Ayaan Institute ein umfangreiches Papier über muslimische Minoritäten in aller Welt. „Ummah at the Margins“ („Ummah an den Rändern“) behandelt fast ein Viertel der globalen Muslime (ca. 400 Millionen Menschen) und füllt damit eine wichtige Lücke im weltweiten innermuslimischen Diskurs aus. Autor ist der englische Sozial- und Kulturanthropologe Yahya Birt, der 2014 vom Magazin „The Economist“ als „einflussreicher britischer Muslim“ beschrieben wurde. Der Schriftsteller, Gemeinschaftshistoriker und Forscher hat unter anderem für Einrichtungen wie die Georgetown University oder die Universität Leeds gearbeitet.
Das Papier habe zum Ziel, so Institutsleiter Jahangir Mohammed, die Rolle islamischer Minderheitengemeinschaften für die Schaffung von Einheit, Wohlstand und Verbundenheit mit der Mehrheit zu beleuchten. Damit sie das konstruktiv tun könnten, bräuchten sie unabhängige Organisationen sowie eine größere Resilienz gegenüber auswärtigen Feindseligkeiten. Birt nutzt seine umfangreiche Expertise von Communitys in Großbritannien und globaler Bewegungen zur Diskussion fundamentaler Fragen, vor denen wir heute stünden. Gefahren und Chancen, die sich diesen Minderheiten stellten, würde sie zum Vorausdenken zwingen.
Jene muslimischen Bevölkerungen sind nach Ansicht des Ayaan Institute von Bedeutung, weil sie 22 Prozent (Stand: 2022) aller weltweiten Muslime ausmachen. Auch deshalb müssen Wege für ihr Überleben und Erfolg gefunden werden. Der Bericht fokussiert sich auf 31 Gruppen mit jeweils mehr als einer Million Angehörigen. So lebt in Indien die zweitgrößte islamische Personengruppe der Welt mit 213 Millionen Mitgliedern. Aus historischen und demografischen Gründen sind diese Gemeinschaften signifikanter, als es der Begriff „Ummah an den Rändern“ vermittelt.
In „Ummah at the Margins“ werden drei geografische Zonen für die Betrachtung identifiziert. Zuerst kommen die „Großen 3“ (Indien, China und Russland). Hier leben historisch umfangreiche Minderheiten, deren sich verschlechternde Lage global Anlass zur Sorge sein sollte. Als Nächstes folgen 14 afrikanische Staaten, in denen zwar teils schlechte ökonomische Verhältnisse herrschen, die aber vorbildhaft in Sachen Glaubensfreiheit seien. Und schließlich erfreuen sich Muslime in neun westlichen Ländern höherer Freiheit und Wohlstand als Muslime anderswo. Nach Ansicht von Yahya soll diese Dreiteilung ein Fundament zur strategischen Erforschung der Minderheiten insgesamt legen.
Zu den Schlüsselerkenntnissen gehört, dass es kaum oder keinen Zusammenhang zwischen persönlichen, bürgerlichen und ökonomischen Freiheiten und Religionsfreiheit in den 31 Ländern gibt. Das mache nach Ansicht des Autors weitere Untersuchungen nötig, um die Ursachen von Feindseligkeit und nötigen Gegenmaßnahmen zum Schutz solcher Minoritäten zu bestimmen. Die sich diesen Communitys stellenden Fragen sind keinesfalls vom Rest der Ummah getrennt. Insgesamt konkurriert die Vorstellung einer globalen ethischen Gemeinschaft mit der gegenwärtigen Diasporapolitik von mindestens fünf einflussreichen Staaten. Bei Letzterer dominiert die ethnische Zugehörigkeit zu einem Ursprungsland und ist jeweiligen nationalen Interessen unterworfen. Dabei haben diese Minderheiten kein verlorenes Heimatland, „sondern vielmehr eine geteilte Ausrichtung (Qibla) nach Mekka, einen gemeinsamen Glauben, Schrift und einen Propheten für die ganze Welt“.
Muslime sind nach Birt fester Bestandteil des dominanten nationalstaatlichen Systems geworden, das sich in den letzten zwei Jahrhunderten über den ganzen Globus ausgebreitet hat. Im Unterschied zu anderen wird dieser Nationalismus in mehrheitlich islamischen Gesellschaften in religiöse Begriffe gehüllt. Ihre nationalen Eliten schufen „eine betreute Religion“, die ihre Interessen im In- und Ausland befördern sollte. Zu den Schlüsselfaktoren dieser oft übersehenen Communitys gehört unter anderem: In ihnen hat Indien mit schätzungsweise 213 Millionen Angehörigen (Stand: 2020) die zweitgrößte Gemeinschaft weltweit. Schätzungen gehen davon aus, dass es Indonesien in Sachen Größe in den kommenden 50 Jahren überholen wird.
Auf unserem Kontinent verschiebt sich der demografische Schwerpunkt langsam nach Westen. Heute leben in Frankreich, Deutschland, Großbritannien und Italien mehr Muslime als in den einzigen muslimischen Ländern Europas, Albanien und Kosovo. Legt man die geografische Definition der letzten eineinhalb Jahrhunderte an, erstreckt sich unsere Halbinsel nördlich der afrikanischen Küste bis zu einer Linie vom Ural bis zum Kaspischen Meer. In diesem Bereich dominieren noch die Muslime in Ost- und Südosteuropa; vor allem, wenn man die Mehrheitsgebiete der Türkei (Istanbul und Thrazien, 12,55 Mio. in 2020), Aserbaidschan (9,79 Mio. in 2020) und die große Minderheit in Russland (16 Mio. in 2020) mit einbezieht. Das Pew Forum ging 2015 davon aus, dass die muslimische Bevölkerung Europas von 5,9 Prozent (2010) auf 10,2 anwachsen soll.
Die älteste Gemeinschaft außerhalb Mekkas, jene in Äthiopien, stellt 36 Prozent aller Einwohner in diesem afrikanischen Land. Zu anderen führenden, und teils historischen Minderheiten gehören die von China (28 Mio.), Tansania (21 Mio.), Russland (16 Mio.), Elfenbeinküste (9 Mio.) und den Philippinen (6 Mio.).
Was vielen nicht bekannt ist: Einige der aufgezählten Bevölkerungsgruppen in einer Minderheitensituation sind größer als die von OIC-Staaten. So leben in Indien mehr Muslime als in Nigeria und Ägypten zusammen. Es gibt mehr Muslime in Äthiopien als in Saudi-Arabien, in China mehr als in Syrien, mehr in Tansania als in Somalia und mehr in Russland als in Tunesien.
Die neun genannten Beispiele im euro-amerikanischen Raum stellten 2020 rund 29 Millionen Angehörige. Das ist eine vergleichsweise neue Entwicklung, denn die meisten Communitys entstanden nach 1945. Allerdings gibt es wichtige Pionierleistungen, die bis ins 19. Jahrhundert zurückreichen. Eine nennenswerte Ausnahme davon ist Bosnien, wo die Beheimatung des Islam im 15. begann.
Für den größten Teil erfreuen sich diese Gemeinschaften relativ hoher Grade an Religionsfreiheit und persönlichem Wohlstand – im Vergleich zu den meisten OIC-Staaten. „Sie wurden während der vergangenen dreißig Jahre in Hinblick auf die Solidarität der Ummah zunehmend durchsetzungsfähiger“, schreibt Birt. Allerdings stehen sie insbesondere seit 9/11 vor größeren politischen und rechtlichen Beschränkungen. Einige Schätzungen besagen, dass es in den „westlichen neun“ Ländern insgesamt 45 Millionen Muslime geben wird.
Es hätte den Rahmen von „Ummah at the Margins“ gesprengt, würde Birt eine Analyse für jede dieser mehr als dreißig Minderheiten anfügen. Im letzten Viertel des Reports wird Großbritannien als Fallbeispiel vorgestellt. Darin finden sich viele Parallelen zu den „westlichen 9“. Die Gemeinsamkeiten gelten hingegen kaum für die Gruppe aus Indien, China und Russland sowie für die muslimischen Minoritäten Afrikas, die unter ganz unterschiedlichen Bedingungen operieren.
Das Phänomen dieser Gemeinschaften beleuchtet „die große Herausforderung des islamischen Nationalismus“, die für den Autor die größte Aufgabe der Ummah darstellt. Für ihn liegt die Erklärung darauf in der Instrumentalisierung, welcher der Islam während der Staatenbildung der postkolonialen Periode unterworfen wurde. Er wurde in nationale Identitäten und Institutionen gepresst. Das äußerte sich laut Birt in diesen drei Prozessen: Religiöse Institutionen und Autoritäten (wie Auqaf oder Qadis) wurden nach dem jeweiligen Trend verstaatlicht.
Die Schari’a wurde von einem unabhängigen und grenzüberschreitenden Prozess des rechtlichen Nachdenkens zu einem öffentlichen, gebietsgebundenen und positiven Recht gemacht. Laut Wael bin Hallaq bedeutet dies, dass es für einen modernen Staat unmöglich sei, „islamisch“ zu sein.
Unterricht für Kinder wurde von privaten Medressen in staatliche Schulen verlegt. Seine Inhalte mutierten zu einer Lehre, in der Islam als ein Bezugspunkt für Nationalgeschichte und bürgerliche Indoktrinierung herhalten musste. Der letzte Punkt ist nach Birt abhängig von den jeweiligen Bedingungen der Dekolonisierung, dem Wiederauftauchen von Privatschulen dank des Neoliberalismus sowie der Art und Weise, wie moderne Islamschulen als Institution die eurozentrische Trennung von öffentlichen und staatlichen Schulen überwinden.
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