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Fasten in Kriegszeiten

(iz). Angesichts der Verwüstungen von Kriegen und dem ökologischen Zustand der Erde ist der Mensch in seiner spirituellen Veranlagung herausgefordert. Friedrich Nietzsche warnte seine Leser vor einer wachsenden Wüste, die […]

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Was ist die Zeit des Ramadans?

zeit ramadan

Die Sache, die wir als Zeit kennen, ist nicht einheitlich. Es gibt unterschiedliche Zeiten. Unsere Wahrnehmung ändert sich mit dem Verlauf unseres Lebens.

(iz). Das gleiche gilt für einen Tag. Einige Augenblicke haben mehr Bedeutung, andere mehr Segen (arab. baraka). Einige verfliegen im Fluge, andere ziehen sich so lange hin, dass sie sich wie eine Ewigkeit anfühlen.

Teil dessen hat mit unseren Zuständen und Wahrnehmungen zu tun. Aber ein noch größerer Teil liegt an der Art und Weise, in der unser Herr sie erschaffen hat. Nicht alle Zeiten wurden gleich erschaffen. Einige haben bei Allah mehr Gewicht und sind geehrter – zum Beispiel die heiligen Monate, der Tag des Jumuah oder das letzte Drittel der Nacht. Und das gilt besonders für den edlen Ramadan, des größten Monats bei Allah.

Der Prophet, Allahs Heil und Segen auf ihm, sagte: „Der Herr aller Monate ist der Ramadan.“ Es ist einer unvergleichliche Zeit des Jahres – erhaben und qualitativ verschieden von allen anderen. Selbst die ahnungslosesten Muslime, die den Großteil ihres Dins im Rest der 12 Monate vernachlässigen, müssen diese Zeit wahrnehmen. Selbst Leute, die übli­cherweise nicht in der Moschee beten, kommen in dieser außerordentlichen Phase. Seine Eigenschaften sind unzählige, klar erkenn- und wahrnehmbar.

Führen wir einige dieser Eigenschaften auf, damit wir das erhaltene Geschenk besser kennenlernen können. Der Ramadan ist eine unvergleichliche Gabe. Unser Herr hat diesen Monat geehrt, und durch Seine Ehrung auch uns.

Die erste ist das Fasten (arab. sijjam). Dieser Akt der Anbetung wurde gleichbedeutend mit dieser Zeit. Es ist keine alltägliche Art des Gottesdienstes; insbesondere, wenn er eine Pflicht ist. Denn die obligatorischen Handlungen (arab. fara’id) sind die segensreichsten Taten.

Allah sagt in einem Hadith Qudsi: „Es gibt keine Handlung, durch die Mein Sklave sich Mir mehr annähern kann und die Mir lieber ist, als jene, die Ich ihm als Pflicht auferlegt habe.“

Das Fasten hebt sich von allen anderen Gottesdiensten ab, denn es ist nicht nur selbst eine Anbetung, sondern verleiht allen anderen zusätzliche Bedeutung und mehr Wert. Es verändert unseren Zustand und macht uns empfänglicher und offener sowie fokussierter und bewusster.

Daher ist es an so vielen großen Tagen des Jahres empfohlen. Das Gebet während der Enthaltsamkeit ist signifikanter als außerhalb – ebenso wie die Erinnerung Allahs und die Rezitation des Qur’an. Das Fasten eröffnet Facetten solcher Handlungen, die anderenfalls verschlossen bleiben würden.

Der Gesandte Allahs, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben, sagte: „Alles hat seine Tür – seinen Eingang – und die Tür zur ‘Ibada ist das Fasten.“ Nicht nur verleiht es Akten der Anbetung eine zusätzliche, besondere Bedeutung, sondern auch täglichen Dingen, die andernfalls keinen gesonderten Wert haben.

Das Essen des Suhurs (die Frühmahlzeit des Fastens) sowie des Iftars (Mahlzeit zum Fastenbrechen) sind wichtige Quellen für Belohnung – genauso wie Ruhe und Schlaf. Der Gesandte Allahs, Heil und Segen auf ihm, sagte über letzteren Punkt: „Der Schlaf des Fastenden ist ein Akt der Anbetung.“

Als Anbetung als solche kennt das Fasten nicht seinesgleichen. Es gehört zu einer einzigartigen Kategorie und bringt mit sich eine intime Verbindung zu unserem Herrn und Schöpfer.

Allah sagt in einem Hadith Qudsi: „Jede gute Tat wird um das zehn- bis siebenhundertfache multipliziert. Davon ausgenommen ist das Fasten. Dieses ist für Mich und nur Ich gebe [kenne] die Belohnung dafür.“ Es hat sogar sein eigenes Tor im Garten, das direkt in die Gegenwart unseres Schöpfers führt, wo Er uns empfängt und ermöglicht uns an Seiner Schau zu erfreuen.

Al-Ghazali berichtete, dass der Prophet, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben, sagte: „Der Garten hat ein Tor namens Ar-Rajjan, durch das nur die Fastenden hereingelassen werden. Es ist das Versprechen des Treffens mit Allah als Belohnung für den Fastenden.“

Der zweite Weg, auf dem Allah den Ramadan ehrt, geschieht durch Sein Buch. Denn es wurde in dieser Zeit offen­bart und ist der Monat, an dem es in unser gemeinschaftliches Leben tritt. Allah sagt: „Der Monat Ramadan (ist es), in dem der Qur’an als Rechtleitung für die Menschen herabgesandt worden ist, als klarer Beweis der Rechtleitung und der Unterscheidung.“ (Al-Baqara, Sure 2, 185)

Seine deutlichen Zeichen sind niemals klarer als in dieser Phase. Das Gleiche gilt für unsere Fähigkeit zu ihrem Hören, Schmecken und Versehen. Unsere Sinne sind niemals schärfer und besser als jetzt. Viele Barrieren zwischen unseren Herzen und den Bedeutungen in den Worten Allahs werden geschwächt und entfernt. Also sollten wir das Buch Allahs zu unserem konstanten Gefährten in den Tagen und Nächten des Ramadan machen.

Die dritte Art und Weise, auf welche diese Zeit herausgehoben wird, geschieht durch die Eigenschaft der Geduld (arab. sabr). Ramadan ist der Monat von Sabr. Hier erhalten die gewohnheitsmäßigen Ungeduldigen einen Geschmack dieser enormen Charaktereigenschaft, die im Kern des Herzens eines wahren Gläubigen liegt.

Der Prophet, Allahs Heil und Segen auf ihm, sagte hierzu: „Es ist der Monat von Sabr. Und die Belohnung von Sabr ist der Garten.“ Und er, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben, sagte auch: „Sabr ist die Hälfte des Iman.“

Das vierte Element ist die Großzügigkeit. Das betrifft sowohl die unseres Herrn gegenüber uns als auch die unter uns. Sie umfasst Handlungen, Meinungen und materielle Dinge. Der Gesandte Allahs, Heil und Segen auf ihm, sagte dazu: „Dies ist der Monat des freigiebigen Schenkens. Und der Monat, in dem die Versorgung eines Gläubigen erhöht wird.“

In Hinblick auf die göttliche Großzügigkeit erweitert Er unsere Versorgung (arab. rizq), vervielfacht die Belohnung für unsere Handlungen und hält die Schajatin – und diejenigen, die uns einflüstern und uns in die Irre locken – unter Schloss und Riegel.

Der Prophet, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben, sagte: „Wenn Ramadan kommt, werden die Tore des Gartens aufgestoßen, die Tore zum Feuer verschlossen und die Schaitans angekettet.“ Und für die gegen­seitige Freigebigkeit gilt: Ansonsten verschlossene Häuser öffnen den Gästen ihre Türen in beinahe nächtlicher Regelmäßigkeit.

Zerbrochene Bindungen werden neu geknüpft und grobe Worte durch ein Willkommen ersetzt. Selbst den Elendesten gibt Allah eine Gelegenheit zum Geben, sei es auch nur ihre Gesellschaft und ihr guter Wille.

Der Gesandte Allahs, Heil und Segen auf ihm, sagte: „Jeder, der einem Fastenden etwas bringt, mit dem er sein Fasten brechen kann, wird die Belohnung erhalten, die der Befreiung eines Sklaven entspricht. Und seine falschen Handlungen werden vergeben. Außerdem erhält er die Belohnung für das Fasten derjenigen, die er ernährt hat, ohne die Belohnung dieser Person in irgendeiner Weise zu mindern.“ Allahs sagt in Seinem mächtigen Buch: „Was aber jemanden angeht, der den Stand seines Herrn gefürchtet und seiner Seele die Neigungen untersagt hat, so wird der Garten sein Zufluchtsort sein.“ (An-Nazi’at, Sure 79, 40-41)

Wie oben bereits gesagt, erfährt die Zeit des Ramadan ihre herausragende Stellung durch die tägliche Enthaltsamkeit. Aber echtes Fasten ist mehr, als die meisten vermeinen.

Es handelt sich hier nicht nur um das sich enthalten von Essen, Trinken, Rauchen und Geschlechtsverkehr – selbst wenn das die Definition seines rechtlichen Rahmens ist. Das ist nur der Beginn. Und sie betrifft zwei der sieben körperlichen Aspekte – den Magen und den Intimbereich.

Hierzu gehört auch die Entsagung von den Leidenschaften und falschen Handlungen des Restes – der Zunge, Augen, Ohren, Händen und Füßen. Wer das nicht tut, obwohl er rechtlich legal fastet, wird einen Monat voller Hunger und Erschöpfung haben.

Der Prophet, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben, sagte: „So viele, die fasten, bekommen nur Hunger und Durst (…). Und so viele, die die Nacht im Gebet stehen, bekommen nur Müdigkeit und Schlafstörungen.“ Es nutzt nur wenig, sich das andernfalls Erlaubte zu versagen, wenn man sich das zugesteht, was üblicherweise untersagt ist. Der Gesandte Allahs, Heil und Segen auf ihm, sagte hierzu: „Wenn jemand nicht von Meineid oder falscher Handlung ablässt, dann wird Allah das Aufgeben seines Essens und Trinkens nicht wollen.“ Dies wird bei Allah den Stellenwert einnehmen, als würde der Betroffene nicht fasten.

Imam Al-Ghazali verbindet denjenigen, der fastet, aber seinen Körpergliedern freien Lauf lässt und sich an Verbotenem beteiligt, mit demjenigen, der seine Gebetswaschung ohne Wasser vollendet. Er wischt über seine Hände, Gesicht, Arme, Kopf, Füße und vollendet alle rituellen Bewegungen.

Aber am Ende ist die Person genauso unrein wie zu Beginn. Das Gebet damit ist wertlos und wird zurückgewiesen. Das gleiche gilt für denjenigen, der nicht im vollsten Sinne des Wortes fastet. Er hat nichts. Alles, was er erreicht hat, ist, sich selbst zu schwächen und zu erschöpfen.

Diese Aussage wird sowohl durch den Propheten, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben, als auch durch seine Gefährten bestätigt, möge Allah mit ihnen zufrieden sein. Entsagung von Essen, Trinken und Geschlechtsverkehr ist nichts als der Beginn des Fastens, nicht seine Vollendung.

Und während sie es sind, die das Fasten (arab. Sijjam) im legalen Sinne bricht, wird seine Bedeutung – und damit sein Nutzen – durch viele andere Dinge aufgehoben. Der Prophet, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben, sagte: „Fünf Dinge brechen die Enthaltsamkeit des Fastenden: Lüge, Verleumdung, Rufmord, Meineid und der lustvolle Blick.“ Und er, Heil und Segen auf ihm, sagte auch: „Fasten ist ein Schild. Wenn ihr fastet, dann sprecht keine Ob­szönitäten und redet nicht aus Unwissenheit oder Ärger. Wenn ein Mann euch beschimpft oder versucht, mit euch zu kämpfen, dann geht nicht darauf ein, sondern sagt: ‘Ich faste. Ich faste.’“

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Schönheit braucht Ruhe

Sehnsucht Dua meinung schönheit ruhe

Schönheit: Wahr ist die Aussage, dass heutzutage kein Mensch mehr in völliger Ruhe leben kann. Ruhe – was ist das überhaupt?

(iz). Eine Abwesenheit von Lärm, oder nicht doch etwas mehr? Wahr ist auch, dass Schönheit nicht nur Geschmackssache ist, sondern dass uns meistenteils im Alltag eindeutig Hässliches seine Fratze entgegensetzt, nicht zuletzt in Zeitungen und Fernsehbildern, aber auch in der so genannten Freizeit.

Allenthalben und von allen Seiten wird des Menschen Seele bestürmt von Eindrücken und Einflüssen, die ihn seiner Mitte berauben, ihn hin und her wanken lassen, ihn verzweifelt nach einem Lichtschimmer im dunklen Kerker des Geistes (und manchmal auch des Körpers) suchen lassen.

Schönheit: Ist das für einen Muslim nicht insbesondere das Erkennen der Dinge in ihrer Wahrheit, gemäß der qur’anischen Aussage, dass Allah die Wahrheit (Haqq) ist und ebenso Sein (ta’ala) Wort? Und ist nicht das, was Freude im Herzen des Menschen erweckt, schön?

Und wird nicht zuhauf in Qur’an und authentischer Tradition ­gesagt, dass Schönheit in äußeren und innerlich verborgenen Dingen gut und erwünscht ist, ja zum ausgewogenen Menschen gehört?

Gerade heute bewegt mich der starke Wunsch nach Ruhe, nach Betrachtung schöner Dinge, wohl weil ich mich in der Stadt umgeben sehe von lauter unangenehmen Stimmen, Bildern; stinkende Gerüche krempeln mir gleichsam die Nasenschleimhäute um. In der Bahn, auf der Straße, in Läden und Gängen viel Dreck, Schmutz und Lärm, wie es ihn vor Jahren so nicht gab.

Doch vor meinem inneren Auge sehe ich Schönes, wenn es mir nur gelingt, die Widerwärtigkeit des Alltags auszublenden: Trockenes Grasrascheln, nicht blödes Handy-Gepiepse; gemächliche Klassik und traditionelle Kunstmusik anstelle von Hip-Hop und Konsorten; feine Federzeichnungen und herrliche Farben statt plumper Plakatwerbung mit dumm-ekligem Inhalt und verrückter Botschaft.

Ohne klaren Plan, wie man in dieser Lage zu einem „schönen“, also von Schönheit erfülltem Sein zurückgelangen kann. Man ist verloren, vor sich hin kriechend; stammelnd und lallend versucht man Stellungen zu erreichen, Posten zu ergattern, die letztendlich doch nur die Leere würdelosen Seins bekräftigen.

Ehre und Anstand bilden eine der ­Voraussetzungen, ein schönes Inneres im Menschen heranzubilden, jedoch sind diese Eigenschaften sicherlich immer dünn gesät. Aber wenn sich nur ein ­kleiner, feiner Keim dieser inneren ­Haltung gegen den ihn umgebenden Schmutzflor von Skrupellosigkeit und Hemmungslosigkeit durchsetzt, dann hat man Hoffnung und gibt sich nicht ­geschlagen.

Aber auf wen vertrauen? Wer kann ­einem derart Suchenden helfen, eine Harmonie wiederzugewinnen, die – so scheint es – dem heutigen Menschen der Postmoderne verloren ist? An erster Stelle steht für den Gläubigen Allah, denn wer es einmal durchmachen musste, wie sich alle Welt von einem abwendet, wird seine Zuflucht nur noch bei dem Herrn und Schöpfer des Universums suchen, Der prüft, aber niemals abweist.

Foto: Shutterstock

Andererseits lebt der Mensch nicht allein. Er hat Nachbarn, Arbeitskollegen, Freunde und Verwandte usw., und wird doch bald – wie auch viele Gelehrte der islamischen Geschichte, wie zum Beispiel Abu Hamid Al-Ghazali, der Autor der „Wiederbelebung der Religionswissenschaften“ – erfahren, wie wenig und wie oberflächlich das Verständnis der meisten Mit-Menschen ist.

Kaum findet sich einer, der die ­Wirklichkeit hinter Schleiern und ­Masken sucht, Selbsttäuschung und ­Lügen beherrschen in einer postmo­dernen, künstlichen Welt Hirne und Herzen der Mehrheit aller Völker. Wenn erst einmal gespottet wird über dich, du niemanden weißt, dem du deinen ­Hoffnungskeim anvertrauen kannst, dann stehst du am Anfang eines neuen, harten Weges, dessen Ende nur Allah ­allein kennt.

Dieser Weg hat unvorstellbar viele Stufen, aber auch Plattformen gleich Ruheplätzen, und wer eine bestimmte Ebene der Welterkenntnis erlangt, kann nur erkennen, was unter ihm liegt, doch weder kann er das folgende wissen, noch können ihn andere begreifen, die seine Stufe noch nicht erklommen haben.

So spricht Al-Ghazali – stellvertretend für viele Gelehrte und Wahrheitssucher und zu Allah Strebende – eine gewaltige Wahrheit mit weitreichenden Folgen aus, wenn er bekennt: „Es gibt einen Ghazali, den alle sehen, dann gibt es einen Ghazali, den nur seine Freunde kennen, dann gibt es einen, den nur seine enge Familie kennt, und schließlich existiert ein Ghazali, den nur Allah und außer Ihm und Ghazali niemand kennt.“

geschwindigkeit

Foto: Yayasan, Pixabay

Je mehr ein Suchender also nach Ruhe und Schönheit strebt, desto mehr strebt er notwendigerweise nach der Wirklichkeit und Wahrheit der göttlichen Sphäre, und je mehr Erfolg er damit hat, umso mehr muss er sich auch von seinen Mitmenschen entfernen, die diesen Weg nicht mitgehen und im Zustand der Unruhe, Hässlichkeit und Selbsttäuschung verharren.

All dies, ohne dass der Suchende seine Mitmenschen hochmütig behandelt oder gar vor den Kopf stößt. War nicht der Gesandte Allahs, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben, seinem Herrn so unglaublich nah, und war er nicht dennoch sanftmütig zu den Menschen?

Vertraue keinem Menschen völlig: nur Allah verdient Hingabe, Glauben und Vertrauen ohne Grenzen. In einem Hadith heißt es vom Gesandten Allahs (s): „Wahrlich, Allah ist schön und liebt die Schönheit“. Wieviel Weisheit ist darin!

Schönheit braucht Ruhe. Ruhe braucht Zeit. Zeit braucht Kraft.

Hast du diese Kraft? Und warum das? Wer sich keinen Zeit-Freiraum schafft und gegen andere(s) verteidigt, hat keine Zeit, schon gar nicht für sich selbst, geschweige denn für Dinge außerhalb seiner selbst und seiner Pflicht. Ohne diese „Frei-Zeit“ gibt es keinen Spielraum für die Ruhe. Ruhe lässt sich nicht schnell erzwingen, Ruhe muss gedeihen und wachsen.

Die Zeit ist die Nahrung der Ruhe, so wie die Ruhe die Nahrung für das Schöne ist. Ruhe braucht alles, was etwas werden will. Wer schon alles ist und alles hat, braucht keine Ruhe – er ist selbst Ruhe. Und wer alles will und nach allem strebt, der erhält keine Ruhe, weil er nicht alles bewahren kann – so sehr er sich auch bemühen mag. Schönheit entsteht, wird zu etwas, was der wahre Liebhaber des ruhigen Seins schätzt.

Weil aber Schönheit sich dauerhaft in bestimmten Dingen, feinstofflichen Seinsformen, darstellt, entsteht auch beim anspruchslosen, einfachen Geist der Wunsch nach Schönem. So wird die aufgesparte Ruhe aufgebraucht durch das Streben nach etwas, was schön ist oder zur Schaffung von Schönem nötig und unentbehrlich ist.

Ein Bild braucht Papier, Leinwand, Holz oder eine Steinwand; Farben sind ein Muss, Pinsel, Lösmittel und Instrumente zur Vorzeichnung kann man nicht entbehren… und wie das alles zur Ruhe und Schönheit erhalten? Durch Suchen, Hetzen, Kämpfen, Streben, kurz: Verbrauchen der Ruhe, welche man doch noch kurz zuvor angespart hatte…

kunst kreativität Künstler

So gesehen gleicht das erfolgreiche Schaffen von Schönem (im Kunstsinne) einem gesunden Atmungsvorgang: Einatmen – Ruhe sammeln; Ausatmen – Ruhe opfern, ausgeben, für Schönes. Aber tatsächlich wird Ruhe meist nicht für Schönes angespart, sondern für Hässliches vergeudet: Probleme, Streitigkeiten, unnützes Zeug und Gerede, Zerstörung und Wut; diese sind das Ergebnis von Streben, Anstrengen und Hetzen der meisten Menschen.

Es ist klar, dass niemand sich ganz davor bewahren kann: Es ist nun einmal Allahs Gewohnheit, den Menschen durch solche Heimsuchungen zu prüfen. Aber wer schmeißt denn ohne Notwendigkeit seine Erträge in den Müll, vernichtet sein Kapital ohne Sinn und Zweck? Nur ein Schwachsinniger oder ein Wahnsinniger.

Wo liegt nun die besondere Verbindung zum Monat Ramadan, den Allah – mit Seiner Erlaubnis – uns gewährt? Gerade in dem: im Ausruhen. „Saum“ (wörtlich: Fasten) bedeutet ursprünglich „Innehalten“; man bezeichnete in alter Zeit Pferde, die in ihrem Lauf innehielten, anhielten und dann stillstanden, als „Khail sa’im“.

In diesem Sinne wird auch in einer Reihe berühmter Sahih-Hadithe seitens des Propheten (s) empfohlen, dass der Fastende, wenn er angegriffen wird, nur sagen solle: „inni sa’im“, also: ich halte inne, mit Essen, Trinken, Geschlechtsverkehr, aber auch mit allem anderen.

Der Ramadan schafft eine Trennung, zwingt – wenn er ernst genommen wird und aufrichtig befolgt wird – zu einer Ruhe, zur Besinnung; wer darunter nur ein Nicht-Essen und Nicht-Trinken, einen rein körperlichen Verzicht sieht, und sei es aus sozialen Aspekten heraus, reduziert die Kraft des Ramadan dementsprechend. In Sahih-Hadithen heißt es vom Gesandten Allahs, Heil und Segen auf ihm: „Und so mancher wird vom Fasten (des Ramadan) nicht mehr haben, als dass er hungert und dürstet.“

Wem sich aber die innerliche und geistige Dimension des Ramadan erschließt, findet hierin einen Schlüssel zur Ruhe, Ruhe des Körpers und des Herzens, und somit auch Schönheit, und somit auch Wirklichkeit und Wahrheit.

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Vom Segen der besonderen Zeit

segen zeit

Es gibt zwei Aspekte im Ramadan. Der eine ist die Handlung des Fastens. Und der zweite ist die Natur der Zeit selbst. (iz). Der große Prophetengefährte Salman, möge Allah mit […]

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Ramadan: Zehn besondere Tage des Sich-Bemühens

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Wir und der Ramadan: Eine Frage des Gleichgewichts

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Inmitten des letzten Ramadan brachen wir eine der Regeln in unserer Familie: „Kein frittiertes Essen!“ Mama legte los und kochte unzählige frittierte, traditionelle Speisen aus Pakistan. (Muslim Matters). Es schmeckte […]

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Vor und nach dem Fasten

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Gemäß der Sunna bricht man das Fasten am besten mit einer Dattel oder mehreren in ungerader Zahl, und trinkt dazu etwas Wasser oder Milch. (iz). Suhur, die morgendliche Mahlzeit vor […]

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Ein Monat, der an sich bedeutend ist

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Der Monat Ramadan ist eine sehr besondere Zeit im Jahr. Nicht alle Zeiten sind gleich, manche sind großartiger als andere. (iz). Erstens ist er der Monat des Fastens, und das […]

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Bleiben Sie auch beim Fasten gesund

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Wie den Ramadan zu Ende bringen?

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