
Die Auslands-Kurzmeldungen Ausgabe 374 reichen dieses Mal von globalen Kosten des Irankriegs, über Alternativen für den Nahostkonflikt bis zum Sudan.
Hormus-Blockaden treffen Märkte verzögert
LONDON (IZ). Die Folgen einer Störung der Straße von Hormus könnten sich erst in der zweiten Jahreshälfte voll zeigen. Darauf weisen Fachleute und Branchenverbände hin. Über die Meerenge laufen täglich rund 14,9 Millionen Barrel Erdöl und Kondensat sowie große Teile der LNG-Exporte aus Katar und den Emiraten. Schon eine längerfristige Blockade würde Frachtraten, Versicherungen und Energiepreise steigen lassen und Lieferketten weltweit belasten.

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Irankrieg treibt Preise für Energie hoch
NEW YORK (IZ). Der UN‑Entwicklungsbericht „Military Escalation in the Middle East: Cushioning the Global Shock“ warnt, dass die Folgen des Konflikts die weltweiten Subventionen für fossile Brennstoffe 2026 auf rund 1,1 Billion US‑Dollar treiben könnten. Vor allem Entwicklungs‑ und Schwellenländer versuchen, ihre Bevölkerungen mit Preisdeckeln, Steuererleichterungen und direkten Zuschüssen gegen hohe Ölpreise abzusichern – und verschieben dafür Investitionen in Bildung, Gesundheit und Klimaschutz. UNDP mahnt, dass diese Politik Staaten in klimaschädliche Pfade zwingt und langfristige Entwicklungschancen untergräbt.
Kinder besonders betroffen in Kriegen
GENF (IZ). Kinder in Konfliktzonen und abgelegenen Krisengebieten tragen nach Angaben von UNICEF und Hilfswerken die Hauptlast globaler Krisen. Immer mehr Mädchen und Jungen leben dort, wo Schulen, Kliniken und Hilfslieferungen bedroht oder blockiert sind. Das Risiko von Gewalt, Vertreibung und Hunger steigt, während Bildung und Gesundheitsversorgung wegbrechen. UNICEF spricht von einem historischen Höchststand bei Kindern, die von Konflikten betroffen sind.
Khan: Meinungsfreiheit global in Gefahr
BONN (KNA/IZ). Irene Khan, UN-Sonderbeauftragte für Meinungsfreiheit, hat das Recht auf freie Meinungsäußerung bekräftigt. „Egal, ob man einer Minderheit angehört oder nicht die Meinung der Mehrheit vertritt, man darf nicht zum Schweigen gebracht werden“, sagte Khan beim Global Media Forum des Senders. Weltweit habe sich die Meinungsfreiheit verschlechtert, sagte Khan und verwies auf eine Unesco-Studie und Einschätzungen von Organisationen wie Reporter ohne Grenzen.
Große Finanzierungslücke bei humanitärer Hilfe
OSLO (KNA). Zur Jahresmitte 2026 klafft nach Einschätzung des international tätigen Hilfswerks Norwegian Refugee Council (NRC) eine riesige Finanzierungslücke bei der humanitären Hilfe. In den ersten sechs Monaten seien nur 30,4 Prozent der benötigten Mittel eingegangen, teilte die Organisation Anfang Juli mit. „Die weltweite Hilfsbereitschaft für Opfer von Konflikten und Katastrophen ist miserabel“, sagte Generalsekretär Jan Egeland. So befänden sich weltweit immer mehr Menschen in einer verzweifelten Lage und kämpften zunehmend um das Überleben, so Egeland weiter. Gewalt und Vertreibung hielten unvermindert an. Durch eine „galoppierende Inflation“ würden Grundnahrungsmittel unerschwinglich. „Wenn die Welt nicht umsteuert, werden wir einen massiven Verlust an Menschenleben erleben.“ Nach UN-Angaben sind derzeit insgesamt 252 Millionen Menschen auf humanitäre Hilfe angewiesen.
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Taliban nutzen Kleiderregeln für Razzien
KABUL (IPS/IZ). Die Taliban gehen in Afghanistan erneut gegen Frauen vor, die angeblich gegen den vorgeschriebenen Dresscode verstoßen haben. Nach Angaben der UN-Mission UNAMA wurden in Herat mindestens 30 Frauen festgenommen, einige Tage später wieder freigelassen. Die Vereinten Nationen und Menschenrechtsorganisationen sprechen von willkürlichen Verhaftungen und Einschüchterung. Die Taliban weisen die Vorwürfe zurück und beharren auf ihren Bedeckungsregeln.
Drastische Kürzung der Rohingya-Hilfen
COX’S BAZAR (IPS/IZ). Im weltgrößten Flüchtlingslager in Cox’s Bazar verschärfen drastische Kürzungen der internationalen Hilfe die Not der Rohingya. Laut dem Bericht von IPS und Daten von UNHCR und WFP klafft eine Finanzierungslücke von über 60 Prozent; Essensrationen wurden wiederholt reduziert, Gesundheitsstationen geschlossen, Programme gegen Unterernährung zusammengekürzt. Hilfsorganisationen warnen vor steigenden Fällen schwerer Mangelernährung und vermeidbaren Todesfällen, insbesondere bei Kindern. Zugleich bleibt eine sichere Rückkehr nach Myanmar angesichts andauernder Gewalt in Rakhine außer Reichweite.
Wider die Leugnung des Genozids an Bosniaken
GÖTTINGEN (GfbV). Zum Internationalen Tag des Gedenkens an den Genozid von Srebrenica am 11. Juli warnte die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) vor der fortschreitenden Normalisierung von Genozidleugnung und Geschichtsrevisionismus in Bosnien und Serbien. Die GfbV fordert die strafrechtliche und politische Ahndung dieser Leugnung und der Verherrlichung verurteilter Kriegsverbrecher sowie verbindliche Bildungsprogramme über den Genozid in Bosnien und Herzegowina, Deutschland und anderen europäischen Staaten.
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Neues Gesetz soll Minderheiten assimilieren
NEW YORK (IZ). China lässt ein neues Gesetz zur „ethnischen Einheit und des Fortschritts“ in Kraft treten, das nach Einschätzung von Minderheitenvertretern und UN‑Experten die erzwungene Assimilation ethnischer Gruppen rechtlich verankert. Die Norm stärkt Mandarin gegenüber Minderheitensprachen, fordert Eltern zur ideologischen Erziehung im Sinne der Kommunistischen Partei auf und drängt religiöse Gemeinschaften zur „Sinisierung“ ihrer Praxis. Tibetische, uigurische und mongolische Organisationen sprechen von „staatlich legalisierter kultureller Auslöschung“ und warnen vor weitreichenden Eingriffen in Sprach‑, Religions‑ und Bildungsfreiheit.
Paris dringt auf einen Siedlungs-Boykott
PARIS (IZ). Frankreich dringt in der EU auf ein Ende der Importe aus israelischen Siedlungen. Nach Berichten von Middle East Monitor, Euronews und weiteren Medien wächst in Brüssel der Druck auf die Kommission, ein Importverbot, Strafzölle oder ein Lizenzsystem vorzulegen. Die EU betrachtet die Siedlungen im Westjordanland als illegal, importiert Siedlungsprodukte aber weiterhin. Deutschland lehnt weitreichende Handelsbeschränkungen bislang ab.
König Charles setzt Zeichen in Cambridge
CAMBRIDGE (IZ). König Charles III. hat die Cambridge Central Mosque besucht und damit erstmals offiziell eine Moschee als britischer Monarch betreten. Die 2019 eröffnete Anlage gilt als Europas erste Ökomoschee und wurde mit türkischer Unterstützung errichtet. Laut BBC und Anadolu lobte Charles die Architektur, die nachhaltige Bauweise und die Arbeit der Gemeinde. Er traf Imame, Gemeindemitglieder und Vertreter anderer Religionen. Die Moschee bezeichnete den Besuch als historisch.
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Irak sucht seine Rolle
BAGDAD (The Conversation). Der Irak versucht, seine Lage zwischen Golf, Levante und Iran als strategischen Vorteil zu nutzen. Laut EU und Fachanalysen gilt das Land als wichtiger Eckpfeiler regionaler Stabilität und möglicher Knotenpunkt für Handel, Energie und Diplomatie. Doch Bagdad bleibt unter Druck: Iran-nahe Milizen, schwache Institutionen und Rivalitäten der Großmächte schränken den Spielraum ein. Ob der Irak zum Vermittler wird oder erneut zum Schauplatz fremder Konkurrenz, ist offen.
Eskalation verschärft Lage von Minderheiten
GÖTTINGEN (GfbV). Die erneute Eskalation des Krieges zwischen den USA und dem Iran verschärfe nach Einschätzung der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) die ohnehin schwierige Lage der Minderheiten im Iran. „In den letzten Wochen hat das Regime seine militärische Präsenz in den kurdischen und belutschischen Gebieten mindestens verdoppelt. Das Ziel der verstärkten Militärpräsenz ist es, den Widerstand der Kurden und Belutschen zu brechen und einen möglichen Aufstand im Keim zu ersticken“, sagte Nahostreferent Sido.
Polizei ermittelt nach Brandanschlag
DUBLIN (IZ). In Dublin ermittelt die Polizei nach einem mutmaßlichen Brandanschlag auf die Al‑Madinah‑Gebetshalle im Stadtzentrum. Dort brach ein Feuer aus, das erhebliche Schäden verursachte. Ein Mann in den Vierzigern wurde festgenommen und wegen Brandstiftung angeklagt, verletzt wurde niemand. Der Vorsitzende des Irish Muslim Council, Umar Al‑Qadri, sprach von einem „schockierenden“ Angriff und forderte eine gründliche Aufklärung.

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Trump-Regierung erwägt eine Intervention
WASHINGTON (IZ). Die Trump-Regierung prüft laut „Washington Post“ und Anadolu Militärschläge in Mali gegen die al-Qaida-nahe Gruppe JNIM. Sollte es dazu kommen, wäre Mali das achte Land, in dem Trump seit Beginn seiner zweiten Amtszeit Angriffe angeordnet hätte. Auslöser sind die eskalierende Gewalt im Sahel und jüngste Attacken auf malische Militärkonvois. Zugleich laufen Gespräche zwischen Washington und Bamako über Sicherheits- und Aufklärungskooperation, nicht über eine US-Truppenrückkehr. Human Rights Watch wirft allen Konfliktparteien – die Armee sowie die Rebellenkoalition der JNIM – in Mali schwere Übergriffe gegen die Zivilbevölkerung im Zuge neuer Kämpfe im Zentrum und Norden des Landes vor. Die Organisation fordert unabhängige Ermittlungen und die Ahndung der Verantwortlichen.
Helsinki als Vorbild für den Nahen Osten?
FRANKFURT (IZ). Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Finnlands Präsident Alexander Stubb werben für einen strukturierten Friedensprozess im Nahen Osten nach dem Vorbild der KSZE-Schlussakte von Helsinki. In einem Gastbeitrag für die FAZ verweisen sie auf den Kalten Krieg: Damals hätten 35 Staaten trotz Misstrauen einen Dialog begonnen, der Vertrauen schuf und Menschenrechte sowie Sicherheit stärkte. Vorbild ist die KSZE-Schlussakte von 1975, mit der 35 Staaten trotz tiefer Gegensätze Regeln für Kooperation, Grenzen und Menschenrechte vereinbarten. Vertrauen, schreiben sie, entstehe nicht vorab, sondern durch den Prozess selbst.
Islamabad und Teheran rücken zusammen
ISLAMABAD (IZ). Iran und Pakistan bauen ihre Zusammenarbeit aus und setzen dabei auf Diplomatie, Handel und Sicherheit. Berichte aus Teheran und Islamabad zeigen wachsende politische Nähe, auch mit Blick auf Afghanistan und Gaza. Zugleich bleibt das Verhältnis pragmatisch: Die lange Grenze, gemeinsame Sicherheitsprobleme und Wirtschaftsinteressen fördern die Annäherung, während US-Sanktionen gegen den Iran und Grenzspannungen den Spielraum begrenzen.

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Saudi-Arabien will die Umra erleichtern
DSCHIDDA (KNA). Saudi-Arabien führt ein Mehrfachvisum für Pilger ein. Das berichteten staatliche Medien am 20. Juli. Es erlaubt mehrere Einreisen für die „kleine Pilgerfahrt“ (Umra) über den Zeitraum von einem Jahr ab dem ersten Gültigkeitstag. Die Aufenthaltsdauer darf insgesamt 90 Tage nicht übersteigen. Während der großen Wallfahrt Hajj hat es keine Gültigkeit.
Sudan bleibt Weltkrise
KHARTUM (IZ). Drei Jahre nach Ausbruch des Kriegs bleibt die Lage katastrophal. Laut UN-Angaben sind rund zwei Drittel der Bevölkerung auf Hilfe angewiesen, Millionen wurden vertrieben. In mehreren Regionen drohen oder herrschen Hungersnöte, zugleich breiten sich Krankheiten aus. Menschenrechtsgruppen werfen Armee und RSF schwere Verbrechen vor. Trotz internationaler Vermittlungsversuche gibt es weiter keine Aussicht auf einen Waffenstillstand.
Lebensmittel und Wasser werden in vielen Lagern für Binnenvertriebene immer knapper. El Obeid und die umliegenden Lager in Nord-Kordofan sind besonders bedroht. (Foto: Islamic Relief)
UN warnt vor Eskalation
GENF (IZ). Die UN warnen vor einer weiteren Zuspitzung der Lage. Kämpfe treiben die Zahl der Menschenrechtsverletzungen nach oben, behindern Hilfslieferungen und verschärfen die Not der Zivilbevölkerung. Zugleich breitet sich Cholera in mehreren Regionen aus. Die WHO meldet über 1.300 bestätigte Fälle und über 100 Tote. In umkämpften Gebieten wie Nord-Kordofan und Darfur ist die medizinische Versorgung stark eingeschränkt.
Freihandelsabkommen mit Ukraine vereinbart
ANKARA (IZ). Die Ukraine hat das mit der Türkei vereinbarte Freihandelsabkommen ratifiziert, was Außenminister Fidan nach seinem Besuch in Kiew als „Meilenstein“ der Wirtschaftsbeziehungen bezeichnete. Zugleich drängte Ankara auf eine Wiederaufnahme direkter Friedensgespräche zwischen Moskau und Kiew unter türkischer Vermittlung. Zugleich drängte Ankara auf eine Wiederaufnahme direkter Friedensgespräche.






