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Grundnahrungsmittel werden importiert

Foto: Ali Magsi, Adobe Stock

Eine intensive Monsun-Saison reicht für Pakistan aus, damit das Lebensmittelsystem des Landes sowohl vor den Extremen von Flut oder verlängerter Dürre stehen kann. Dazu organisierte der pakistanische Experte Dr. Mohsin Hafeez im Rahmen des UN-Gipfels zur Lebensmittelsicherheit ein Sondertreffen. Menschliches Handeln ist die Ursache für einen Großteil der Wasserknappheit, aber diese internationalen Dialoge sind eine Gelegenheit für die Menschen, Teil der Lösung zu sein, indem sie daran arbeiten. Von Clara Colton Symmes 

(IPS). Pakistan steht auf dem Welthunger-Index auf Platz 88 von 107, und extreme Wetterbedingungen, die durch den Klimawandel verstärkt werden, haben die Landwirtschaft dort zu einem schwierigen Unterfangen gemacht. Ein erheblicher Anteil der pakistanischen Lebensmittel wird heute aus Übersee importiert.

Die Arbeit des pakistanischen Wissenschaftlers kreist um die Verbesserung von Widerstandsfähigkeit und Effizienz der Wassersysteme in seinem Land und in der Region. Dazu gehören verbesserte Systeme für das Auffangen und Lagern der Ressource wie in Islamabad und Rawalpinidi. Hier arbeitet Hafeez an der Einführung natürlicher Systeme wie der Auffüllung von Grundwasserreservoirs durch Regenfälle.

Frage: Wie sind Wasser- und Lebensmittelsysteme miteinander verbunden?

Dr. Mohsin Hafeez: Das wichtigste für die Ernährung sind zuerst die Systeme für die Wasserversorgung. Bei uns werden 90 bis 95 Prozent aller Wasserressourcen für die Bewässerung von Ernten benutzt. Daher sind beide untrennbar verbunden.

Wasserknappheit wirkt sich unmittelbar auf die Nahrungsmittelproduktion aus, da es sich um eine trockene Umgebung handelt. Die Bauern sind ohne künstliche Wasserzufuhr nicht in der Lage, ihren Anbau zu betreiben.

Frage: Was sind die größten Herausforderungen in Ihrem Land?

Dr. Mohsin Hafeez: Hier herrscht Lebensmittelunsicherheit. Wir haben nicht genug Lebensmittel. Rund 45 Prozent unserer Kinder wachsen verlangsamt auf. Viele Menschen haben nicht genug, um ihren täglichen Kalorienbedarf zu decken. In den letzten vier bis fünf Jahren haben wir die wichtigsten Grundnahrungsmittel importiert. Um noch einmal die Verbindung von Wasser zu Lebensmitteln zu betonen: Die gegenwärtigen Speichersysteme können nur eine Versorgung von 30 Tagen gewährleisten.

Frage: Wie würde denn eine sichere Lage für Pakistan aussehen und was müsste dafür geschehen?

Dr. Mohsin Hafeez: Wie müssen die Wassersysteme effizienter machen. Das wird nur geschehen, wenn die Bewässerungsmethoden effektiver werden. Das würde anderen Sektoren auch mehr Wasser zur Verfügung stellen. Darüber hinaus müssen die Strukturen der Versorgung widerstandsfähiger sein. Anstatt ausschließlich auf teure Riesendämme zu setzen, benötigen wir naturnahe Lösungen wie Regenwasserbewirtschaftung sowie eine Wiederauffüllung des Grundwasserspiegels auf lokaler Ebene.

Frage: Wie wichtig ist dabei die Beteiligung von Bauern?

Dr. Mohsin Hafeez: Wir müssen die Bauern in ihrer Sprache ansprechen. Bisher hat vieles auf Englisch stattgefunden. Aber wir hatten viele Regierungsstellen, die direkt mit den Landwirten zu tun haben. Sie konnten die Landwirte vertreten, und eine Gruppe namens Bauernverband konnte ebenfalls teilnehmen.

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