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EU stellt eine Milliarde Euro für Afghanen und Nachbarn bereit

Foto: G20 Italia 2021

Brüssel/Rom (dpa). EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat zu den G20-Beratungen zur Lage in Afghanistan zusätzliche Hilfsgelder für die Unterstützung von notleidenden Afghanen und Nachbarländern angekündigt. Insgesamt werde rund eine Milliarde Euro zur Verfügung stehen, teilte sie am Dienstag zu einer Videokonferenz der Staats- und Regierungschefs der G20-Staaten mit.

Zu den bereits zugesagten 300 Millionen Euro für humanitäre Hilfe soll es demnach noch einmal mindestens 250 Millionen Euro unter anderem für den Gesundheitsschutz geben. Weiteres Geld wird den Planungen zufolge in Nachbarstaaten fließen, die aus Afghanistan geflohene Menschen aufgenommen haben.

Man müsse alles tun, um einen schweren humanitären und sozioökonomischen Zerfall in Afghanistan zu verhindern, kommentierte von der Leyen. Das afghanische Volk dürfe nicht den Preis für das Handeln der Taliban zahlen.

Zugleich betonte die EU-Kommission, dass die klassische Entwicklungshilfe für den Wiederaufbau des Landes vorerst eingefroren bleibe. Diese soll erst dann wieder aufgenommen werden, wenn die Taliban zum Beispiel die Einhaltung von Frauenrechten und Medienfreiheit garantieren und eine Regierung bilden, die die ethnische und religiöse Vielfalt des Landes repräsentiert.

Die Staats- und Regierungschefs der G20-Staaten beraten an diesem Dienstagnachmittag bei einem Sondergipfel über die Krise in Afghanistan. Auf Einladung Italiens sollen bei der Videoschalte vor allem die humanitäre Lage in dem Land am Hindukusch und die Sorge des Auslands vor neuen terroristischen Gefahren besprochen werden. Zudem geht es darum, wie künftig mit den Taliban umgegangen wird, die nach dem Ende eines rund 20 Jahre dauernden Militäreinsatzes des Westens zuletzt die Macht zurückerobert hatten.

Zu der Konferenz sind neben den 20 wichtigsten Industrieländern auch Vertreter der Europäischen Union, der Vereinten Nationen und internationaler Organisationen eingeladen. Das Land braucht dringend finanzielle Hilfe aus dem Ausland, sonst droht angesichts einer Dürrephase und des anstehenden Winters eine humanitäre Katastrophe.

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