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Indien: Terrordrohungen nach islamfeindlichen Aussagen von BJP-PolitikerInnen

Uttar Pradesh wählt – Hoffnung und Angst religiöser Minderheiten

Neu Delhi (dpa). Ein regionaler Ableger des Terrornetzwerks Al-Qaida hat Medienberichten zufolge wegen beleidigenden Äußerungen über den Propheten Mohammed mit mehreren Selbstmordanschlägen in Indien gedroht. Die Terrorgruppe habe in einem Brief erklärt, dass sie sich für die Äußerungen rächen würden, berichteten indische Medien am 8. Juni.

Eine Sprecherin der hindunationalistischen Regierungspartei Indiens (BJP) machte kürzlich beleidigende Aussagen über den Propheten Mohammed im örtlichen Fernsehen, ein anderer Sprecher beleidigte den Propheten anschließend auf Twitter. Damit lösten sie viel Wut in mehreren muslimischen Ländern aus. Teils bestellten diese Länder indische Diplomaten ein und forderten eine öffentliche Entschuldigung.

Die BJP hat die Sprecherin und den Sprecher inzwischen beurlaubt beziehungsweise aus der Partei entlassen. Indische Diplomaten sowie das Außenministerium haben sich von den Äußerungen distanziert.

Indien ist die bevölkerungsreichste Demokratie der Welt mit mehr als 1,3 Milliarden Einwohnerinnen und Einwohnern. Die meisten von ihnen sind Hindus. Es leben aber auch mehr als 200 Millionen muslimische Menschen im Land. Kritiker der hindunationalistischen Partei von Premierminister Narendra Modi werfen ihr vor, muslimische Menschen zunehmend zu Bürgerinnen und Bürgern zweiter Klasse zu degradieren.