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Initiative der Religionen für Nahost-Frieden gefordert

Frankfurt (KNA). Azza Karam (71), Generalsekretärin der Organisation Religions for Peace, fordert eine gemeinsame Aktion aller Religionsgemeinschaften zur Lösung des Konflikts im Nahen Osten. Religionsvertreter müssten Agenten des Friedens sein und sich bei den politisch Verantwortlichen gemeinsam für ein Ende der Gewalt einsetzen, sagte sie am 15. Mai beim Ökumenischen Kirchentag in Frankfurt.

Sie dürften sich nicht für politische Interessen einspannen lassen. So lange auch nur ein Volk sich in seiner Existenz bedroht fühle, werde es im Nahen Osten keinen Frieden geben, sagte die in Kairo geborene Muslimin.

Die in Amsterdam lehrende Religionswissenschaftlerin betonte, Religion habe das Potenzial, Orientierung für das tägliche Leben, sozialen Zusammenhalt, Gerechtigkeit, Frieden und gewaltlosen Widerstand zu geben. Einige religiöse Organisationen hätten aber auch eine eigene interne Machtdynamik, beanspruchten absolute Wahrheit oder instrumentalisierten Religion, um Kriegshandlungen und Gräueltaten zu rechtfertigen.

Der Staat müsse sich fragen, mit welchen Vertretern von Religionsgemeinschaften er spreche, wer von Dialogen ausgeschlossen werde und wer nicht mit am Verhandlungstisch sitze. Fragen zur Rolle der Repräsentanten religiöser Gemeinschaften und ihrem Verhalten hinsichtlich der Menschenrechte, ob sie etwa zur Stärkung von diktatorischen Regimen beitrügen, seien essenziell. Die Organisation „Religions for Peace“ bringt seit 50 Jahren die Weltreligionen zusammen, um für Frieden und Menschenrechte zu arbeiten.

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