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Die Zeit der Bomben: Irankrieg wird unvermindert fortgeführt

bomben iran

Während Bomben auf den Iran und viele Staaten der Region fallen, wirken die Aggressoren und die EU-Länder plan- und konzeptlos.

(iz, KNA, GFP.com). Ab dem Morgen des 28. Februar 2026 markierten die gemeinsamen amerikanisch-israelischen Angriffe auf iranische Ziele eine neue Phase des seit Jahren eskalierenden Schattenkriegs – erstmals als offener, regionaler Krieg geführt.

Seit 28. Februar fallen Bomben und Raketen

Am 28. Februar gegen Vormittag Ortszeit starteten massive Angriffe mit US‑Projektilen, Drohnen und israelischen Jets auf Ziele in West‑ und Zentraliran, darunter Luftabwehr, Raketenstellungen und Anlagen mit Bezug zum Nuklear‑ und Raketenprogramm.

Tel Aviv sprach von etwa 500 getroffenen militärischen Zielen und der größten Kampagne seiner Luftwaffe. US-Präsident Trump erklärte die Operation zu einer großangelegten Offensive zur Zerstörung von Irans Raketenindustrie, Seestreitkräften und nuklearen Kapazitäten. Entgegen den Behauptungen deutscher Kommentatoren geht es weder Washington noch Tel Aviv in erster Linie um „Freiheit“ oder „Demokratie“ in der Islamischen Republik.

Fast zeitgleich schlossen Iran, Israel und Nachbarstaaten ihren Luftraum; die USA signalisierten, dass diplomatische Optionen als ausgeschöpft gelten. Internationale Reaktionen reichten von scharfer Kritik an der Gefährdung der regionalen Stabilität bis zu Erklärungen der Unterstützung für das „Selbstverteidigungsrecht“ Israels und der USA.

Iran antwortet und weitet den Krieg auf die gesamte Region aus

In den Stunden nach den ersten Angriffen reagierte Teheran mit einem breiten Spektrum von Drohnen‑ und Raketenangriffen. Ziele sind weiterhin Israel, US‑Basen in der Region, zivile Objekte in Jordanien, Kuwait, Bahrain, Katar, Irak, Saudi‑Arabien und den VAE sowie zivile Flughäfen und Häfen der Nachbarstaaten.

Teheran schloss der Straße von Hormus, womit ein neuralgischer Punkt des Welthandels und der Energieversorgung getroffen ist. Die Ölpreise sprangen deutlich nach oben, asiatische Börsen geraten unter Druck.

Politisch verschiebt sich damit der Konflikt von einer bilateralen Konfrontation hin zu einem offenen regionalen Krieg, der Golfmonarchien, Irak, Libanon und de facto europäische Akteure über Militärbasen und Energieabhängigkeit einbindet. Sollten die USA angeblich Pläne zur Mobilisierung kurdischer Kräfte im Iran realisieren, dürfte nach Ansicht von Beobachtern auf die Türkei nicht abseits bleiben.

Die Arabische Liga warnte vor einem „vollumfänglichen regionalen Krieg“ und drängt auf Deeskalation, während Teheran nach Tötung von Ayatollah Ali Khamenei und unzähligen hochrangigen Funktionären des Machtapparats jede Verhandlung mit Washington kategorisch ausschließt.

Die Opferzahlen im Iran steigen rapide an

Im Iran führen die Angriffe seit Beginn zu hunderten zivilen Toten und Verletzten in mehreren Provinzen. Die Aggression trifft dicht besiedelte urbane Räume, Schulen werden geschlossen, Familien fliehen aus besonders gefährdeten Vierteln. Die Internetverbindung bricht landesweit auf wenige Prozent ein, was Informationsfluss, Koordination von Hilfe und die Arbeit humanitärer Organisationen massiv behindert.

Unterbrechungen von Strom, Transportwegen, Gesundheitsdiensten und Versorgungsnetzen verstärken eine vorhandene strukturelle Krise. Wasserknappheit, steigende Preise und hohe Arbeitslosigkeit treffen insbesondere einkommensarme Haushalte, Tagelöhner und informell Beschäftigte.

Kinder, Ältere, Menschen mit Behinderungen und Kranke gelten als besonders gefährdet, da sie von funktionierenden öffentlichen Diensten und Medikamenten abhängen, während Binnenvertriebene und Flüchtlinge aufgrund prekärer Wohnverhältnisse und knapper Ressourcen doppelt exponiert sind.

Das Lager der Angreifer ist plan- und kopflos

Politisch steht Washington vor der Spannung zwischen dem Anspruch, Irans Sicherheitsapparat „zu zerschlagen“, und der Gefahr, in einen langwierigen Krieg ohne klar definiertes Endziel hineingezogen zu werden. Für Israel verschränken sich der Angriff gegen den Iran, die anhaltenden Operationen in Gaza und die neue Front im Libanon zu einem Mehrfrontenkrieg, der militärisch beherrschbar sein mag, aber enorme diplomatische und innenpolitische Kosten erzeugt.

Auf iranischer Seite schafft die Tötung Khameneis ein Machtvakuum mit unklarer Nachfolge, in dem Hardliner jede Form von Zugeständnissen als existenzielle Bedrohung rahmen und damit die Eskalationsspirale eher antreiben als bremsen. 

Mit Raketen, Drohnen und Flüchtlingsbewegungen, die längst Grenzen überschreiten, ist die Region in eine Konstellation eingetreten, in der ein einzelner Fehlkalkulationsmoment genügen kann, um den Krieg weiter auszuweiten. Währenddessen ist die humanitäre Bilanz nach wenigen Tagen katastrophal und wird absehbar anwachsen.

Foto: Deutscher Bundestag/Thomas Imo/photothek

Berlin stellt sich grundlos auf die Seite eines Angriffskriegs

Die USA und Israel erhalten bei ihrem zweiten Krieg gegen den Iran binnen neun Monaten erneut die Rückendeckung der Bundesregierung. Bundeskanzler Friedrich Merz teilte am Sonntag mit Blick auf den völkerrechtswidrigen Überfall auf Iran mit, er wolle keine „völkerrechtliche Einordnungen“ des Krieges vornehmen.

Es sei „jetzt nicht der Moment, unsere Partner und Verbündete zu belehren“. Im Gegensatz dazu forderte er Iran auf, „diese wahllosen Angriffe sofort zu beenden“.

Deutsche Muslime rufen zur Deeskalation auf

Der Koordinationsrat der Muslime in Deutschland blickt nach eigenen Angaben mit großer Besorgnis auf die jüngste militärische Eskalation im Zusammenhang mit dem Iran. Die Entwicklungen drohen, eine ohnehin fragile Region weiter zu destabilisieren und neues Leid über die Zivilbevölkerung zu bringen.

Das Gremium rief in einer Erklärung vom Montag alle beteiligten Akteure eindringlich dazu auf, unverzüglich Schritte zur Deeskalation einzuleiten, das internationale Recht zu respektieren und zu einer politischen Lösung zurückzukehren. „Die internationale Gemeinschaft steht in der Verantwortung, weitere Eskalationen zu verhindern und Wege zu eröffnen, die langfristig Sicherheit und Stabilität fördern.“

Die OIC verurteilt Attacken gegen Ziele in arabischen Ländern

Ungeachtet der Darstellung von Präsident Massud Peseschkian, die Tötung von Khamenei durch die USA und Israel sei eine „Kriegserklärung an Muslime“, hat der Weltverband 57 muslimischer Staaten ein Ende der Eskalation und die Rückkehr an den Verhandlungstisch gefordert. In einer am Abend des 28. Februar verbreiteten Erklärung verurteilte die Organisation für Islamische Zusammenarbeit (OIC) in Riad die Angriffe Teherans auf benachbarte Mitgliedstaaten.

Das OIC-Generalsekretariat sprach mit Bezug auf iranische Luftangriffe auf Ziele in Saudi-Arabien, mehreren Golfstaaten und Jordanien von „Aggression“ und „einer inakzeptablen Eskalation“. Diese bedrohe die Stabilität der gesamten Region und habe schwerwiegende Folgen für Frieden und Sicherheit.

Die Verletzung der Souveränität von OIC-Mitgliedern und völkerrechtlicher Grundsätze durch den Iran stelle einen gefährlichen Präzedenzfall dar, so der islamische Staatenverband. Er verlangte die Wahrung gegenseitigen Respekts und Nichteinmischung in innere Angelegenheiten.

Leider wie immer: Jerusalem und palästinensische Gebiete werden zu Opfern des Teheraner Vorgehens

Im Felsendom nahm eine Studentengruppe gerade an einem Qur’anunterricht teil, als Alarm ertönte. Kaum jemand habe sich bewegt, berichtet eine Studentin. Zwar sei der Bereich geschlossen worden, aber die Besucher auf dem Plateau der Al-Aksa-Moschee hätten alle Ruhe bewahrt.

Auch außerhalb des Damaskustors zur Altstadt waren die Geschäfte zunächst geöffnet, auf den Straßen herrschte Treiben. Und im Garten der Dormitio, der deutschen Benediktiner-Abtei auf dem Zionsberg, ging die Zitronenernte ungestört weiter.

Dann aber gab es kurz nach 10 Uhr auch für Jerusalem Alarm. Die Bewohner suchten Schutzräume auf. Über der Stadt wurden Raketen gesichtet. Mehrere laute Explosionen waren zu hören, als das israelische Abwehrsystem erfolgreich ein Geschoss abfing. Die deutsche Schmidt-Schule am Rand der Altstadt schickte die Schülerinnen nach Hause.

Später entdeckte man im Hof der Schule zwei etwa 40 Zentimeter große Trümmerteile. Auch beim Sultanspool westlich der Altstadt fiel ein umfangreicheres Raketenstück nieder und sorgte für starke Rauchentwicklung. Der Platz vor der Klagemauer war inzwischen verwaist. Nach Tel Aviver Angaben feuerte der Iran rund 30 Raketen in Vergeltung ab.

Foto: diloka107, Freepik.com

Dramatische Folgen für die Weltwirtschaft sind nicht abzusehen

Die ersten Ausläufer der zu erwartenden Konsequenzen des unnötigen Angriffs auf den Iran zeigte sich bereits an deutschen Tankstellen. Preise stiegen im Schnitt um 20 ct/Liter an. Ökonomen befürchten langfristig ein erneutes Absinken des Wirtschaftswachstums im Euroraum sowie eine Zunahme inflationärer Effekte. An vielen Börsen – von Europa bis Ostasien – sackten die Kurse ab.

„Wir sehen hier nicht nur eine Energiekrise, sondern eine sicherheitspolitische Eskalation mit gravierenden völkerrechtlichen und wirtschaftlichen Folgen. Die Dauer dieses illegalen und sinnlosen Krieges ist nun entscheidend. Für Verbraucher bedeutet jeder weitere Tag höhere Preisschwankungen, steigende Beschaffungskosten und das Risiko erneuter deutlicher Preissteigerungen für Energie. Anders als 2022 wird es diesmal vor allem um die Senkung der Nachfrage gehen“, sagte Dr. Pauline S. Heinrichs vom Londoner King’s College.

„Der beschleunigte Ausbau erneuerbarer Energien ist eine Frage strategischer Souveränität. Jede zusätzliche Kilowattstunde aus Wind- und Solarenergie reduziert die Abhängigkeit von fossilen Staaten und fossilen Brennstoffen – und damit die Anfälligkeit für genau solche geopolitischen Schocks“, meint der Ökonom Lukas Scholle. Er ist Chefredakteur des kritischen Wirtschaftsmagazins „Surplus“.

Eine der Lehren aus dem Iran-Krieg müsse eine möglichst schnelle Energiewende sein. Fossile Energie sei eine zentrale ökonomische Grundlage für Kostenschocks – vom Gas aus Russland bis Öl aus dem Nahen und Mittleren Osten.

Sudan Hunger

Foto: WFP/Ali Khalafalla

Empfänger internationaler Hilfe leiden jetzt schon unter den Effekten des Kriegs

Die Kriegshandlungen im Nahen Osten bringen die Logistik für Hilfslieferungen in Engpässe. Die humanitären Lieferketten gerieten zunehmend unter Druck; Grund seien Behinderungen der Schifffahrt, aber auch gesperrte Lufträume, sagte der Regionaldirektor des Welternährungsprogramms WFP, Samer Abdeljaber, am 3. März in Genf. Das von den Vereinten Nationen getragene WFP ist mit seinem Transportnetz und seinen technischen Möglichkeiten einer der wichtigsten Akteure der Nothilfe weltweit.

Abdeljaber verwies auf Risiken für Schiffe in der Straße von Hormus und drohende Angriffe im Roten Meer. Die Störungen führten zu höheren Transportkosten, längeren Lieferzeiten und einer geringeren Containerverfügbarkeit. Die Beschränkungen im Luftverkehr sorgten für Probleme beim Austausch der Crews und erschwerten Einsätze.

Das WFP und Partnerorganisationen versuchten, sich der Situation anzupassen, etwa durch die Nutzung von Transitrouten in der Türkei, Ägypten, Jordanien und Pakistan sowie Landkorridoren zwischen den VAE und der Levante. Wichtig seien ägyptische Häfen und der Suezkanal. Beide stellten Knotenpunkte für die Region dar, so Adeljaber.

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„Schweigen ist keine Option“: Offener Brief zum Leid in Gaza

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„Schweigen ist keine Option“: Am Samstag veröffentlichte der KRM ein öffentliches Schreiben an Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und Außenminister Wadephul (CDU).

Köln (iz). Der KRM richtet sich mit dem offenen Brief an Bundeskanzler Friedrich Merz und Außenminister Johann Wadephul und betont: „Schweigen ist keine Option“.

Deutsches Schweigen angesichts des fortgesetzten Leids in Gaza

Seit dem 7. Oktober 2023 seien über 55.000 Palästinenser, darunter mehr als 20.000 Kinder, im Gazastreifen getötet worden, viele durch Angriffe auf zivile Infrastruktur wie Krankenhäuser, Schulen und Gotteshäuser.

Der gezielte Beschuss von Flüchtlingsunterkünften und die Abriegelung des Gebiets hätten zu Hunger, Seuchen und medizinischer Unterversorgung geführt. Das sei ein „eklatanter Verstoß gegen das humanitäre Völkerrecht und die universellen Menschenrechte“.

Internationale Organisationen wie Human Rights Watch und Amnesty International hätten mehrfach festgestellt, dass das „Aushungern, die Verhinderung von Hilfslieferungen und die wahllose Bombardierung ziviler Einrichtungen als Kriegsverbrechen zu werten sind“.

Besonders dramatisch schildert der Brief das Schicksal des Al-Awda-Krankenhauses, das trotz UN-Schutz mehrfach beschossen wurde, was dazu führte, dass Säuglinge starben, weil der Strom für Inkubatoren ausfiel, Schwangere nicht betäubt entbinden mussten und Ärzte ohne Narkose operierten.

„Ohne jede Relativierung“ – zur besonderen Verantwortung Deutschlands

Der KRM betont, dass er den Terror der Hamas am 7. Oktober 2023 „ohne jede Relativierung verurteilt“ habe und Gewalt gegen Zivilisten – „gleich von wem“ – nicht zu rechtfertigen sei.

Man habe von Anfang an gefordert, dass ein palästinensisches Menschenleben nicht als minderwertig betrachtet werden dürfe: „Das Leben eines israelischen Kindes ist genauso wertvoll wie das eines palästinensischen.“

Deutschland trage aufgrund seiner Geschichte eine besondere Verantwortung, „nicht nur gegenüber dem jüdischen Volk, sondern gegenüber allen Menschen“. Diese dürfe nicht „in einer einseitigen Solidarität mit einer Regierung münden, die sich offen über die Grundprinzipien des humanitären Rechts hinwegsetzt“.

Gerade wegen der deutschen Verantwortung aus dem Holocaust heraus müsse „jeder Form der Entrechtung, Entmenschlichung, Gewalt und des Genozids entschieden entgegengetreten werden – unabhängig von Ethnie, Religion, Kultur oder politischem Kontext“.

eskalation

Frauen und Kinder stehen mit Töpfen in einer Schlange, während Freiwillige Nahrungsmittel verteilen. (Foto: Shutterstock)

Rechte und Leid der Palästinenser nicht ausblenden

Die Unterstützung für Israel dürfe nicht bedeuten, „die legitimen Rechte und das Leid der Palästinenser auszublenden“. Das Existenzrecht des Landes stehe außer Frage. Aber auch „die Existenz eines freien, souveränen und lebensfähigen palästinensischen Staates“ müsse Ziel deutscher Außenpolitik sein.

Der Brief kritisiert, dass die internationale Gemeinschaft, darunter Deutschland, es versäumt habe, auf eine gerechte Lösung hinzuwirken. Im Gegenteil: „Die Gewalt hat sich ausgeweitet – auch im Westjordanland“, durch Vertreibungen, Hauszerstörungen und Siedlungsbau. Die militärische Eskalationsbereitschaft der israelischen Regierung habe sich zudem auf Syrien und den Iran ausgeweitet, obwohl keine unmittelbare Bedrohung festgestellt worden sei.

Die junge muslimische Generation in Deutschland beobachte mit wachsender Bestürzung, „wie das massenhafte Leid der palästinensischen Bevölkerung von den politischen Institutionen unseres Landes weitgehend ausgeblendet wird“. Dies erschüttere nicht den Glauben an Demokratie oder Menschenrechte, sondern an deren konsequente Verteidigung durch die Politik.

UNRWA hunger konvention

Foto: United Nations Photos | UNRWA

Forderungen des KRM

Im letzten Teil des Schreibens wurde die Bundesregierung „mit allem Nachdruck“ u.a. zu folgenden Schritten aufgefordert:

– Sofortige und ungehinderte humanitäre Hilfe für Gaza.

– Einen sofortigen und dauerhaften Waffenstillstand.

– Überprüfung und ggf. Aussetzung aller deutschen Rüstungsexporte nach Israel, solange Verstöße gegen das Völkerrecht nicht ausgeschlossen werden können.

– Unterstützung des Internationalen Strafgerichtshofs bei der Untersuchung von Kriegsverbrechen.

– Sofortige Anerkennung eines souveränen palästinensischen Staates auf Basis der Grenzen von 1967.

– Eine faire, völkerrechtsbasierte Außenpolitik, die beide Völker als gleichwertig anerkennt.

– Eine diplomatische Initiative Deutschlands zur Wiederbelebung der Zwei-Staaten-Lösung.

Abschließend betont der KRM, es gehe nicht um Parteinahme, sondern um eine „konsistente Haltung auf der Grundlage internationalen Rechts und humanitärer Standards“. Gerade jetzt brauche es „eine klare und prinzipiengeleitete Stimme und Haltung aus Deutschland“.

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KRM-Sprecher Zekeriya Altuğ: „Die Vielfalt ist immens“

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„IZ-Begegnung“ mit dem amtierenden KRM-Sprecher Dr. Zekeriya Altuğ über die muslimische Repräsentanz in Deutschland und ihre Zukunft. (iz). Dr. Zekeriya Altuğ ist seit vielen Jahren in verschiedenen leitenden Positionen innerhalb […]

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Katholische Bischöfe und Muslime wollen Zusammenhalt stärken

bischöfe krm

Einmal in jedem Jahr treffen sich katholische Bischöfe und Vertreter der Muslime zum Spitzengespräch. Es geht darum, Brücken zwischen den Religionen zu bauen. Thema war diesmal auch die Polizeiseelsorge.

Bonn/Frankfurt (KNA). Katholische Bischöfe und der Koordinationsrat der Muslime in Deutschland (KRM) haben bei ihrem jährlichen Spitzengespräch die Unterstützung der Religionen für Demokratie und gesellschaftlichen Zusammenhalt in Deutschland unterstrichen. Sie plädierten für eine Vertiefung des Dialogs der Religionen in der Bundesrepublik.

Muslimfeindlichkeit Expertenkreis

Foto: Markus Spiske, via flickr | Lizenz: CC BY 2.0

Zusammenhalt: Demokratien sind Erschütterungen ausgesetzt

Die westlichen Demokratien seien derzeit tiefgreifenden Erschütterungen ausgesetzt, erklärte der Augsburger katholische Bischof Bertram Meier bei dem Treffen in Frankfurt. Die Ereignisse in Israel und Palästina nach dem 7. Oktober 2023 hätten die Gräben vielerorts vertieft.

„Mehr denn je kommt es darauf an, Brücken zu bauen. Der katholischen Kirche ist es ein Herzensanliegen, dass sowohl Juden als auch Muslime in unserem Land eine gute Zukunft haben“, sagte Meier, der auch Vorsitzender der Unterkommission für den Interreligiösen Dialog der Deutschen Bischofskonferenz ist.

Der amtierende KRM-Sprecher, Mohamed El Kaada, betont die Gemeinsamkeiten. (Foto: KRM | X)

El Kaada: Gemeinsamkeiten größer als Unterschiede

Der Sprecher des Koordinationsrats, Mohamed El Kaada, erklärte, die Gemeinsamkeiten zwischen den Religionsgemeinschaften seien oft größer als die Unterschiede. „Es liegt in unserer gemeinsamen Verantwortung, diese Werte in die öffentliche Diskussion einzubringen und zur Stärkung der Demokratie beizutragen.“

Wichtiges Thema des Austauschs war auch die seelsorgliche Begleitung von Polizistinnen und Polizisten. Eine institutionalisierte Polizeiseelsorge der Kirchen gibt es bereits seit den 20er Jahren. Eine eigene muslimische Polizeiseelsorge gibt es bislang nicht.

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Koordinationsrat zur Nahost-Debatte: Das spaltet unsere Gesellschaft

Koordinationsrat

Der Koordinationsrat der Muslime ruft im deutschen Diskurs zum genauen Hinschauen auf und fordert Versachlichung.

Köln (iz). Am 7. November veröffentlichte der Koordinationsrat der Muslime in Deutschland (KRM) eine gemeinsame Stellungnahme zum „herrschenden Diskurs in Deutschland“ über den Krieg im Nahen Osten. Dieser spalte unsere Gesellschaft.

Koordinationsrat: Der jetzige Diskurs spaltet unsere Gesellschaft

Derzeit würden Medien in den Augen der AutorInnen den Eindruck erzeugen, es gäbe im Land nur ein pro-israelisches und ein pro-palästinensisches Lager. „Wer genau hinschaut, sieht: Die allermeisten Menschen fordern das Ende der Gewalt und Frieden – auf beiden Seiten.“ Laut dem Gremium ignorierten die mediale und die politische Behandlung des Krieges diesen Konsens.

Aus diesem Grund fordert er eine „Versachlichung der Debatte“ und sieht die Notwendigkeit für ein differenzierteres Denken. Denn diese würden Vorurteile schüren sowie zu verbalen oder tätlichen Angriffen auf Juden und Muslime in Deutschland führen.

„Jüdinnen, Juden und jüdische Einrichtungen sind antisemitischen verbalen und tätlichen Angriffen ausgesetzt. Seit der Gewalteskalation in Nahost leben sie in großer Sorge vor Übergriffen.“

Von dieser, in seinen Augen handfesten, Gewalt seien hiesige MuslimInnen und Moscheen auch betroffen. So sei es seit dem Terror der Hamas zu „Dutzenden Angriffen auf Muslime und Moscheen“ gekommen. Eine Reaktion darauf blieb bisher aus, so der KRM. „Den antimuslimischen wie auch antisemitischen extremistischen Spektren wird geradezu in die Hände gespielt.“

Muslime KRM

Foto: Koordinationsrat der Muslime

Mangelndes Einfühlungsvermögen kritisiert

Der Koordinationsrat beklagte darüber hinaus „mangelnde öffentliche Anteilnahme an den schrecklichen Entwicklungen in Nahost“. Diese forderten mittlerweile tausende tote Zivilisten. Das habe zu Unverständnis in der muslimischen Community geführt.

„Hinzu kommen die gebetsmühlenartig wiederholten Distanzierungsforderungen vom Terror, die nicht nur das Verstehen erschweren, sondern auch frustrieren lassen, weil man sich nicht verstanden sieht. Wird der Terror verurteilt, wird die Aussage in Zweifel gezogen. Dieser Generalverdacht führt insbesondere bei jüngeren Muslimen zu einer Entfremdung – eine zutiefst besorgniserregende Entwicklung“, heißt es in dem KRM-Papier.

Polizeischutz vor einer Synagoge in Berlin. (Foto: Tobias Arhelger, Shutterstock)

Keinerlei Relativierung

Zum Abschluss betonte der Koordinationsrates ausdrücklich, dass es ihm nicht darum gehe, „den Terror zu relativieren oder gar zu unterstützen. Wer Verbrechen verteidigt, muss selbstverständlich Gegenwind ernten“.

Forderungen und legitime Beiträge, das „Leid des palästinensischen Volkes“ auszudrücken und die Solidarisierung mit ihm, sollten jedoch gehört werden.

Dokumentation: KRM wendet sich gegen Terror und ruft zur Deeskalation auf

Koordinationsrat

Im Folgenden dokumentieren wir eine Stellungnahme des Koordinationsrates der Muslime in Deutschland (KRM). In dem Papier wandte sich das Gremium gegen Terror sowie Gewalt im In- und Ausland.

Gleichzeitig forderten sie eine Deeskalation der derzeitigen Gewaltspiralen im Kriegsgebiet, ein Ende der Angriffe jüdischer Einrichtungen sowie eine Beruhigung im deutschen Umgang mit dem Krieg.

(Koordinationsrat). Am 17. Oktober 2023 erfolgte ein schrecklicher Angriff auf das Baptisten-Krankenhaus „Al Ahli“ in Gaza, bei dem hunderte Menschen, Kranke, Patienten, Verletzte und vor allem Kinder getötet wurden. Wir verurteilen diesen Angriff aufs Schärfste. Die Vereinten Nationen stehen in der dringenden Verantwortung, die Hintergründe dieses Angriffs zu untersuchen, die Angreifer zu ermitteln und entsprechende Schritte einzuleiten.

Am 18. Oktober 2023 wurde ein Anschlag auf die Berliner Synagoge verübt, und damit ein Angriff auf jüdisches Leben in Deutschland. Auch dieser Übergriff ist aufs Schärfste zu verurteilen. Ebenso besorgt uns die Gewalt auf den Straßen und Angriffe auf Sicherheitskräfte. Wir wiederholen daher unseren Aufruf, den Konflikt nicht in Deutschland auszutragen.

Die Entwicklungen zeigen, dass dringend Schritte zur Deeskalation unternommen werden müssen. In Gesprächen mit ministeriellen Vertretern in den vergangenen Tagen wurde die zusammenhalt- und friedenstiftende Rolle der islamischen Religionsgemeinschaften betont.

Die unterzeichnenden Religionsgemeinschaften und deren Moscheegemeinden leisten einen wichtigen Beitrag für den Frieden und den gesellschaftlichen Zusammenhalt in Deutschland. Sie haben sich schon immer gegen Hass, Rassismus, Gewalt und Terror gestellt, insbesondere wenn diese im Namen ihrer Religion verübt wurden.

Ebenso haben sie auch stets deeskalierend gewirkt und zur Besonnenheit aufgerufen, bei gewaltvollen Übergriffen auf Moscheegemeinden oder auf Menschen muslimischen Glaubens beziehungsweise der Tötung von Menschen mit Migrationsgeschichte, so etwa nach den Anschlägen in Mölln, Solingen, München und Hanau. In all diesen schweren Zeiten haben sie einen entscheidenden Beitrag zur Wahrung des gesellschaftlichen Friedens geleistet und werden dies auch weiterhin tun.

Trotz des gemeinschaftsstiftenden und deeskalierenden Beitrags werden die islamischen Religionsgemeinschaften immer wieder, und aktuell mit teils ungeheuren Unwahrheiten an den Pranger gestellt. Sie sollen sich, so die Forderung, erneut von Gewalt und Terror distanzieren, obwohl sie das in der Vergangenheit schon mehrmals und sehr deutlich getan haben.

So auch im aktuellen Fall, bei dem sie den terroristischen Anschlag gegen die Zivilbevölkerung in Israel durch die Hamas verurteilt haben. Dieser Angriff ist nicht zu rechtfertigen. Dies haben die KRM-Mitglieder in ihrer sehr früh veröffentlichten gemeinsamen Pressemitteilung vom 8. Oktober 2023 klargestellt. Ebenso haben die unterzeichnenden und viele andere Religionsgemeinschaften sich bundesweit dazu geäußert. In den meisten Moscheen wurde am darauffolgenden Freitagsgebet für den Frieden gebetet und zur Deeskalation und Besonnenheit aufgerufen.

Dennoch erleben wir, dass Teile der Politik, die Beiträge der Religionsgemeinschaften bewusst ignorieren und von ihnen genau das einfordern, was sie ohnehin bereits mehrfach leisten. Es werden bewusst Falschinformationen gestreut, wie die Behauptung, Muslime hätten sich nicht distanziert oder in Predigten wäre Hetze betrieben worden. Die inakzeptablen Taten einer marginalen kleinen Gruppe in Berlin werden so dargestellt, als ob sie für alle Muslime in Deutschland repräsentativ seien. Dabei wird ausgeblendet, dass es sich bei der besagten Gruppe um einen marxistisch-nationalistischen Verein handelt. Dass Muslime sich mittlerweile auch für die Taten von Areligiösen verantworten müssen, ist ein Novum und eine neue Eskalationsstufe beim Verleumden und Dämonisieren von Muslimen.

Diese Eskalation ist besonders gefährlich, gefährdet sie doch das Zugehörigkeitsgefühl der Muslime, insbesondere auch der jüngeren Generation, die eine derartige Zuspitzung und In-Frage-Stellung ihrer gesellschaftlichen Teilhabe zum ersten Mal erleben. Ebenso ist es äußerst kontraproduktiv, die freie Meinungsäußerung aus Angst vor Ausschreitungen oder der Instrumentalisierung durch Extremisten einzuschränken. Dass die Verherrlichung von Terror und Gewalt nicht geduldet werden darf, ist selbstredend. Dafür gibt es Gesetze und Möglichkeiten des Staates, die es konsequent anzuwenden gilt. Antisemitismus und antimuslimischer Rassismus dürfen wie jede andere Form der Menschenfeindlichkeit keinen Platz in unserer Gesellschaft haben. Als Religionsgemeinschaften setzen wir uns stetig dafür ein, damit der Hass keinen Weg in die Herzen findet.

Die Gesetze derart neu zu deuten, dass damit auch das Eintreten für das würdevolle Leben eines Volkes oder auch Beileidsbekundungen als Hetze und Verherrlichung von Terror definiert werden, verschiebt die Grundfreiheiten in eine gefährliche Richtung. Den Hinweis auf Verhältnismäßigkeit bei der Ausübung des Rechts auf Selbstverteidigung als Relativierung schändlicher Terrorattacken zu deuten und zu unterbinden, hilft nicht den Menschen in Israel und Palästina, die seit Jahrzehnten unter dem Konflikt leiden. Ebenso wenig bietet der Terror einen Beitrag zur Konfliktlösung in der Region.

Verbote und die Delegitimierung unterschiedlicher Perspektiven sorgen nicht für Deeskalation, sondern führen zu Verunsicherung, Vertrauensverlust und zu einem Ohnmachtsgefühl. Ebenso sorgen Verbote dafür, dass die Menschen in Deutschland und weltweit das Gefühl bekommen, dass das Leben und die Würde eines jeden Menschen nicht gleich, und ebenso nicht gleich schützenswert sind. Tausende von palästinensischen zivilen Opfern als „Kollateralschaden“ zu betrachten, ist Wasser auf den Mühlen der Extremisten beider Seiten, die nur auf eine Eskalation warten, um das Leid der Menschen für ihre Ziele zu instrumentalisieren.

Wir treten entschieden ein für die Menschenwürde und die Wahrung der Menschenrechte und betonen: Wir, die unterzeichnenden Religionsgemeinschaften

– … verurteilen den Terror gegen die Zivilbevölkerung in Israel durch die Hamas und rufen dazu auf, die Gewalt zu beenden und die Geiseln unverzüglich freizulassen.

– … verurteilen den Angriff auf das Al Ahli Baptistenkrankenhaus in Gaza und sehen die Vereinten Nationen in der dringenden Verantwortung, die Hintergründe dieses Angriffs zu untersuchen, die Angreifer zu ermitteln und entsprechende Schritte einzuleiten.

– … verurteilen die unsäglichen Angriffe auf jüdisches Leben und Synagogen in Deutschland und stehen dafür ein, dass der Hass nicht Deutschland erreicht. Wir sind solidarisch mit unseren jüdischen Nachbarn. Antisemitismus darf keinen Platz in unserer Mitte haben.

– … verurteilen die aktuell stark angestiegenen Angriffe und Drohungen gegen Moscheen und Muslime in Deutschland.

– … verurteilen unverhältnismäßige Angriffe, die sich gegen zivile Ziele richten oder diese bewusst in Kauf nehmen. Wir fordern die israelische Regierung dazu auf, bei der Ausübung ihres Verteidigungsrechts das Völkerrecht zu achten und den Schutz der Grundversorgung der Bevölkerung mit Wasser, Nahrung, Strom und Medizin zu gewährleisten.

– … rufen zur sowohl militärisch wie politischen Deeskalation und zur Beendigung der Gewalt auf.

– … erwarten von Politik und Öffentlichkeit, das Leid und die Ängste der palästinensischen Bevölkerung auch wahr- und ernstzunehmen.

– … rufen die Politik in Deutschland und international dazu auf, ihre Möglichkeiten für eine Deeskalation wahrzunehmen und dringend nach Wegen zu suchen, um das Blutvergießen schnellstmöglich zu beenden.

– … rufen die Staatengemeinschaft dazu auf, eine nachhaltige Lösung des Konflikts herbeizuführen, die das Lebens- und Existenzrecht beider Völker in Würde in einer Zwei-Staaten-Lösung ermöglicht.

– … erwarten von den Verantwortlichen, dass keine Verschiebung der Grundfreiheiten und Umdeutung unserer grundgesetzlichen Werte stattfindet und Muslime nicht an den Pranger gestellt werden, wenn sie auf das Leid eines Volkes oder die Einhaltung des Völkerrechts aufmerksam machen.

– … rufen unsere Gemeinden und Mitglieder dazu auf, auch weiterhin so verantwortungsvoll und besonnen wie bisher zu agieren, keinen Hass in ihre Herzen zu lassen, für das Leben und die Menschlichkeit einzustehen und am Freitag erneut für die Tausende von Todesopfern der Gewalt zu beten.

– … erwarten von der Politik, Augenmaß, Zurückhaltung und Respekt vor dem Leid und den Bedenken der Muslime, sowie die Anerkennung ihrer Beiträge.

Muslime in Deutschland sind Teil der Gesellschaft und leisten einen wichtigen Beitrag für das Gemeinwohl. Sie sind Teil der Lösung.

Unterzeichnende Religionsgemeinschaften:
Koordinationsrat der Muslime
Schura Hamburg – Rat der islamischen Gemeinschaften in Hamburg
Schura Niedersachsen – Landesverband der Muslime in Niedersachsen
Islamische Glaubensgemeinschaft Baden-Württemberg
Schura Rheinland-Pfalz Landesverband der Muslime
Schura – islamische Religionsgemeinschaft Bremen
Schura Schleswig-Holstein

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Tag der offenen Moschee 2023: Das Gebet im Mittelpunkt

Tag der offenen Moschee 2023 TOM 2023

Tag der offenen Moschee 2023: Beim 26. Tag der offenen Moschee am Tag der Deutschen Einheit steht diesmal das Gebet im Mittelpunkt.

Köln/Berlin (iz/Agenturen/KRM). Muslime in Deutschland laden am Dienstag wieder zum „Tag der offenen Moschee“ ein. Nach Angaben des Koordinationsrats der Muslime (KRM) beteiligen sich bundesweit wieder rund 1.000 Moscheen, um Interessierten einen Einblick in den islamischen Glauben zu geben und zum Dialog einzuladen.

Foto: IZ Medien

Tag der offenen Moschee: eine bundesweite Tradition

„Austausch geht nur durch Kennenlernen“, heißt es dazu auf der Webseite des KRM. Der „Tag der offenen Moschee“ am 3. Oktober biete die Möglichkeit, die Vielfalt muslimischen Lebens in Deutschland zu erfahren, Missverständnisse und Vorurteile abzubauen.

Den „Tag der offenen Moschee“ gibt es seit 1997. Als Datum wurde nach Angaben der Veranstalter bewusst der deutsche Nationalfeiertag gewählt, um ein Zeichen der Verbundenheit mit der deutschen Mehrheitsgesellschaft zu setzen. Schätzungen zufolge leben mehr als 5,5 Millionen Muslime in der Bundesrepublik. 

Tag des Gebets 2023

In diesem Jahr steht der Tag unter dem Motto „Gebet – besinnt, belebt, verbindet“. „Unsere Welt ist geprägt von ständiger Erreichbarkeit, Informationsflut und Geschäftigkeit. Das Gebet gibt den Gläubigen Raum und Zeit zur inneren Einkehr und ermöglicht Entschleunigung“, so der Koordinationsrat der Muslime in Deutschland, der als Dachverband mehrerer muslimischer Verbände den jährlichen Tag organisiert.

Das Gebet spielt im Islam eine zentrale Rolle. Es dient als direkte Verbindung zwischen dem Gläubigen und seinem Schöpfer. Neben Moscheeführungen und kulinarischen Angeboten gibt es in vielen teilnehmenden Gemeinden ein Rahmenprogramm mit Vorträgen, Diskussionsrunden oder Ausstellungen.

Foto: garakta-studio, Freepik.com

Viele suchen „Orientierung

In seiner Pressemitteilung begründet der KRM die diesjährige Themenwahl. „In Zeiten zunehmender Unsicherheit“ würden viele Menschen nach Orientierung suchen. „In unserer schnelllebigen Zeit hat das Gebet für Muslime eine tiefe Bedeutung und Relevanz.“ Deshalb stehe der TOM 2023 unter dem Motto „Das Gebet – besinnt, belebt, vereint“.

Es habe eine verwandelnde Kraft. Mit ihm befreie sich der Muslim von den Dingen dieser Welt und konzentriere sich auf die Verbindung zu seinem Schöpfer. Zudem sei es eine Möglichkeit der Selbstreflexion, „das Wesentliche im Leben zu erkennen“.

„Das tägliche Gebet ist ein Band, das die muslimische Gemeinschaft weltweit enger zusammenführt. Diese spirituelle Erfahrung erhebt sich über kulturelle, ethnische und geografische Unterschiede hinweg und vereint Menschen in ihrem Streben nach spiritueller Erfüllung. Das Gebet erinnert die Gläubigen daran, dass vor Gott alle Menschen gleichermaßen stehen – unabhängig von Hautfarbe, Geschlecht, sozialer Status oder Herkunft.“

BesucherInnen haben an diesem Tag die Möglichkeit, Einblicke in ein Kernelement der islamischen Lebensweise zu erhalten. Es stellt, so die Schura Bremen, eine Verbindung von MuslimInnen in aller Welt dar. „Mit dem täglichen Gebet zu vorgegebenen Zeiten, ob individuell oder in der Gemeinschaft, teilen Musliminnen und Muslime eine spirituelle Erfahrung, die kulturelle, ethnische und geografische Grenzen überwindet.“x

Dabei betonen die OrganistorInnen in ihren Informationen auch den gemeinschaftlichen Charakter dieses Gottesdienstes.

„Blieb ein Gläubiger dem gemeinsamen Gebet fern, fragten die Prophetengefährten nach ihm und erkundigten sich über sein Befinden. Das Gebet ist demnach nicht nur eine individuelle Angelegenheit zwischen dem Gläubigen und Allah, sondern auch ein sozialer Akt.“ Die regelmäßige Teilnahme schweißt die Menschen zusammen und stärkt die gegenseitige Fürsorge.

Foto: DMK Karlsruhe

Einladung an die MitbürgerInnen

„In herausfordernden Zeiten benötigen Menschen die Kraft der Gemeinschaft. Wir laden alle Bürgerinnen und Bürger ein, das Gemeinschaftsgefühl zu stärken“, sagte Ali Mete, Generalsekretär der Islamischen Gemeinschaft Millî Görüş (IGMG). Anlass ist der Tag der offenen Moschee (TOM), der jedes Jahr am 3. Oktober bundesweit stattfindet.

Beim TOM 2023 soll das gemeinsame Gebet im Mittelpunkt stehen. Bürgerinnen und Bürger sind eingeladen, von ihren Erfahrungen zu berichten. Dabei sei es nicht entscheidend, ob das Gebet in den eigenen vier Wänden, in einer Kirche, Synagoge oder Moschee gesprochen werde.

Im Mittelpunkt stehe die Erfahrung, die mit dem Gebet verbunden sei. „Alle Besucherinnen und Besucher sind eingeladen, Fragen zu stellen oder aus ihren Erfahrungen zu berichten.“

Weitere Informationen zum TOM 2023:
http://tagderoffenenmoschee.de/das-gebet-besinnt-belebt-verbindet/

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Ali Mete im Gespräch: „Wir müssen uns auf neue Verhältnisse einstellen“

(iz). Ali Mete kam 1982 in der Türkei zur Welt und kam mit fünf Jahren nach Deutschland. Er studierte Religionswissenschaft in Frankfurt, ist aktuell Geschäftsführer des PLURAL Verlags und war […]

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Abdassamad El Yazidi über den KRM: „Gute Ergebnisse nicht kleinreden“

Abdassamad El Yazidi wurde 1975 im hessischen Langen geboren, wo er in Dreieich zur Schule gegangen ist. Der Deutschmarokkaner kommt aus dem kaufmännischen Bereich. Nach einem Engagement in einer lokalen […]

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Zur Zukunft der muslimischen Selbstorganisation: Muslimische Zusammenschlüsse auf der Landesebene tragen wichtige Elemente der Gemeindearbeit

Norbert Müller ist 52 Jahre alt. Er arbeitet im Hauptberuf als Rechtsanwalt. Engagiert aktiv ist er als Vorstandsmitglied bei der SCHURA Hamburg. Müller war unter anderem Mitglied der Verhandlungskommission, die […]

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