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Taliban schließen Mädchen von höherer Schulbildung aus

Foto: USAID, via Pixnio | Lizenz: Public Domain

Kabul (KNA). Die in Afghanistan regierenden Taliban haben Mädchen und Frauen von weiterführenden Schulen ausgeschlossen. In einer am 18. September veröffentlichten Erklärung zum anstehenden Schulstart, werden explizit nur männliche Lehrer und Schüler aufgefordert, wieder am Unterricht der Sekundarschulen teilzunehmen, wie die BBC berichtet.

Während der 20 Jahre, in denen eine vom Westen gestützte zivile Regierung in Afghanistan herrschte, habe es große Fortschritte in der Bildung von Frauen und Mädchen gegeben, hieß es. So sei die Zahl der Mädchen, die Grundschulen besuchten, von fast Null auf rund 2,5 Millionen gestiegen. Ebenso sei die Analphabetenrate unter Frauen stark zurückgegangen. Hilfsorganisationen sehen diese Erfolge nun in Gefahr.

Nachdem die Taliban im August wieder die Macht in Afghanistan übernehmen konnten, versprachen sie, Frauenrechte im Rahmen der Gesetze des Islam zu achten. Zu Beginn der Woche verkündigte die Regierung, dass Frauen auch weiterhin Universitäten besuchen dürften, allerdings nicht gemeinsam mit Männern. Zudem müssten sie eine strenge Kleiderordnung einhalten.

Am 17. September hatten die Taliban demnach offensichtlich auch das Frauenministerium geschlossen. Es sei durch eine Behörde ersetzt worden, die Überwachung der Einhaltung der religiösen Sitten verstärken solle.