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Tipps & Tricks: Die Kraft der Gewohnheiten nutzen

Ausgabe 328

Foto: Robert Collins

Auf unserer Reise zur Heilung müssen wir Gewohnheiten verändern. Es gibt Dinge, die wir regelmäßig tun, die zur Stresslast beitragen, die unsere Körper täglich ertragen müssen. Lernen, mit dem Gewohnten umzugehen, liegt im Kern von Selbstentwicklung und Gesundung.

Der effektivste Weg dazu ist der Aufbau von neuen Verhaltensweisen. Anstelle von wiederkehrendem Stress bauen wir neue, weniger anstrengende Angewohnheiten auf. Das leistet die Auflösung der Stressknoten und -Labyrinthe, in denen wir uns regelmäßig wiederfinden.

Wenn wir das tun, müssen wir im Hinterkopf behalten, dass es immer Auslöser geben wird, die Verhaltensmuster hervorrufen. Unsere Trigger und die Kaskade von Verhaltensweisen, die sie in Gang setzen, in aller Ruhe zu erkennen, ist dabei ein wichtiger Teil der Selbsterkenntnis.

Es ist wichtig, strategisch vorzugehen und präventive Interventionen zu nutzen, um Auslösern zuvorzukommen. Wir müssen lernen, diese konstruktiv zu nutzen und uns anzugewöhnen, alternative Gewohnheitskaskaden aufzubauen oder einzuüben, die Kaskade umzuleiten, indem wir den Fokus der Kaskade verlagern. All das sind clevere Möglichkeiten, mit der Art und Weise umzugehen, wie wir sind. Die vielleicht beste Strategie besteht darin, unseren Kontext so zu verändern, dass die Auslöser wegfallen und wir sicherstellen, dass sie wegfallen.

Wir müssen uns hierbei daran erinnern, dass unsere Willenskraft eine begrenzte  ist. Versuchen wir, unsere Gewohnheiten ausschließlich mit ihr handhaben, ist die Wahrscheinlichkeit eines Scheiterns deutlich höher. Es ist einfach eine statistische Realität, denn unsere Motivation ist einfach ein beschränktes Asset.

Dies ist einer der Gründe dafür, dass Gemeinschaften der Heilung eine der wirksamsten Heilungsstrategien sind, die wir anwenden können. Sie erforschen und etablieren neue, gesündere soziale Normen und setzen weniger Willenskraft voraus, da sie den Kontext so umgestalten, dass er ihren kollektiven Bedürfnissen entspricht.

Deshalb täten wir in einer Gesellschaft, in der Zivilisationskrankheiten wie Diabetes und andere weit verbreitet sind, gut daran, Gemeinschaften des Heilens in unsere Gesundheitsversorgung einzubeziehen. Wir können nicht darauf warten, dass die Biomedizin es tut. Denn sie ist eine pharmazeutische Maschine. Es ist einfach nicht in ihrem Interesse, wenn sie damit kein Geld verdienen kann.

Unternehmen, die Softdrinks als Alternative zu Trinkwasser vermarkten, fördern Diabetes und Nierenkrankheiten. Nicht, weil ein Getränk diese Krankheiten verursacht, sondern weil die Gewohnheit die Gesamtlast auf der Waage vergrößert, der diese Gemeinschaft in die Krankheit stürzen wird. Ist das der Fall, bedeutet steigender Absatz, dass unsere Gesundheit leidet. Man sollte meinen, dass frisches Trinkwasser mit den von uns gezahlten Steuern ein öffentliches Versorgungsgut ist. Aber nein, die Interessen der Unternehmen haben diese Denkweise geändert und ihre Interessen mit der Idee der Freiheit und des Lebensstils verknüpft, damit sie von unserem Bedürfnis nach Flüssigkeitszufuhr profitieren können.

Davon spreche ich, wenn ich den Begriff „Miasma der Krankheitszusammenhänge“ benutze. Es gibt Gemeinschaften, in denen der Fleischverzehr geschätzt wird und die nicht viel Gemüse essen. Der Preis dafür ist, dass sie statistisch gesehen höhere Raten von Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu erwarten haben. Wenn wir Gesundheit nur als persönliche Angelegenheit betrachten, wird sich daran nicht genügend ändern, um unsere kollektive Gesundheit zu verbessern.

Wir müssen beginnen, die Normen zu ändern, die dazu beitragen, indem wir darüber sprechen und die von uns zur Verfügung gestellten Wahlmöglichkeiten ändern. Wir müssen gesunde Heilungsnormen schaffen. Unsere Aufgabe ist es, einen neuen gesunden Menschenverstand zu schaffen, der in unserem eigenen Interesse ist.