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02.10.2009 Finanztechniker Thilo Sarrazin zeigt uns deutlich, dass das soziale Klima kälter wird, meint Sulaiman Wilms

Der Banker als Menschenfeind

Hauptbild
„Und genau das machen all die von Oben agierenden Klassenkämpfer mit den Argumentationsmustern eines ­Sarrazin anders. Ihre Strategie lautet ‘Divide et impera’, weil (...) sie - ohne Hintergrundwissen um den Niedergang des Imperiums - gehört haben, dass es bei den Römern funktioniert hatte. Es werden ganze Klassen, Schich­ten und Weltanschauungen ausgesondert und abgewertet: Die Muslime. Die 68er. Die Arbeitslosen. Die armen Familien. (...) Man hackt mit ein paar Phrasen unterhalb, seitlich und über der vom Abstieg bedrohten Mittelschicht die nicht genehmen Gruppen weg.“ (F.A.Z.Blogs, Stützen der Gesellschaft, 03.10.2009)
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(iz). Er gab einfach keine Ruhe und musste immer weiter holzen. Die Rede ist vom ehemaligen Berliner Finanzsenator und nur noch bedingtem Mitglied des Bundesbankvorstands (immerhin eine greifbare ­Konsequenz seiner „hate speech“) Thilo Sarrazin. Bereits in der Vergangenheit war das SPD-Mitglied durch Äußerungen aufgefallen, die nicht nur zur Verärgerung bei den Betroffenen, sondern auch zu allgemeinem Kopfschütteln geführt haben.

Allerdings darf sich niemand täuschen lassen: Sarrazins Auslassungen über „Türken“, „Araber“ und „Hartz-IV-Empfänger“ lassen sich nicht in der Schublade „Rassismus“ oder dergleichen ablegen und damit gesamtgesellschaftlich ignorieren. Sarrazin, auch wenn ihm die üblichen Verdächtigten wie Giordano, Mohr und Konsorten Beifall klatschten, ist kein „Rechter“ und auch kein „Islam­kritiker“, selbst wenn sich seine Auslassungen verdächtig ähnlich anhörten.

Und es reicht nicht, wie es viele Muslime in den Nachwehen der Causa Sarrazin taten, sich nur aus anti-rassistischen Emotionen zu empören (generell ist Empörung kein guter Ratgeber). Der Ex-Politiker steht für den neoliberalen Finanztechniker unserer Tage, der sich - anders als die subtilen Vorgänger früherer Tage - nicht vornehm zurückhält, son­dern ganz offen seine Verachtung für die Armen zum Ausdruck bringt. Dass ihm das verirrte Segment der ehemaligen Mitte heimlich - oder immer offener - zustimmt und den Herrenmenschen für seinen „Mut“ lobt (wie es einige Kommentatoren getan haben), belegt die Angst dieser Gesellschaftsschicht, die sich von Abstieg und Armut bedroht sieht und dafür nicht die Eliten verantwortlich macht, sondern die „da unten“. Die klassischen „Radfahrer“ eben - nach oben buckeln und nach unten treten.

Heute treten diejenigen, die an der ökonomischen Massenvernichtung und dem millionenfachen Tod von Menschen in den globalen Armutszonen direkt beteiligt sind, offen ins Rampenlicht, lassen sich in Kanzlerbungalows bewirten und machen ihren Machtanspruch als offen oligarchische Machtelite - in Zusammenarbeit mit einer längst kritiklos gewordenen Medienlandschaft - geltend. Anders als in den verständlichen Forderungen der globalisierungs- und kapitalismuskritischen Bewegung geäußert, gibt es im Augenblick keine wirklichen Machtzentren, diesen im Grunde anti-demokratischen Bestrebungen Einhalt zu gebieten.

Gerade die jüngsten Wahlergebnisse und die erschreckende Schwäche von SPD und das Desinteresse der GRÜNEN an wirklichen ökonomischen Fragen lassen ahnen, dass das Szenario der „sozialen Kälte“ (früher vielleicht zu oft beschworen) sehr bald an Schärfe zunehmen könnte. Sollte sich die - irrational erfolgreiche - FDP auch nur mit einem Teil ihrer Forderungen durchsetzen, dann ist es mehr als nur wahrscheinlich, dass sich der Takt der einschneidenden Maßnahmen gegen die immer ärmer werdenden unteren Schichten noch weiter erhöhen wird.

Außerdem belegt der Vorgang den rasanten Verfall einer politischen Klasse, blicken wir beispielsweise nach England oder nach Italien, die jegliche Anbindung an eine öffentlich beschworene christlich-abendländische Ethik verloren hat. Es ist nicht nur ärgerlich, dass sich führende Bundespolitiker, wie beispielsweise die an Islam- und Integrationskonferenz Beteiligten, überhaupt gar nicht dazu äußerten. Einige SPD-­Politiker waren sogar so verwirrt, dass sie sich über die Entscheidung von Bundes­bankchef Weber beschwerten, dass dieser das SPD-Mitglied Sarrazin im Rahmen seiner Amtsbefugnisse geschasst ­hat.

Der Finanzfunktionär Sarrazin belegt, jenseits der unappetitlichen Personalie, dass das politische Lagerdenken am Ende ist. Erinnern wir uns: Es war die rotgrüne Koalition, die neben der Einführung der berüchtigten „Agenda 2010“ die letzten Beschränkungen für das globalisierte Kapital aufgehoben hatte. Und was machen die Rot-Grünen heute? Während ein ehemaliger SPD-Ministerpräsident zum Lobbyisten für die Atomindustrie und eine Zeitarbeitsfirma wurde, berät der grüne Platzhirsch den deutschen Autobauer BMW. Gleiches gilt für die anderen Parteien, bei denen nicht wenige zu Lobbyisten verschiedenster Industriezweige oder Unternehmen verkommen sind. Noch Fragen? Ja, eine: Muslime müssen beantworten, ob sie sich selbst als passive Opfer einer solchen Herrenmenschen-Rhetorik begreifen oder ob sie zur positiven Veränderung beitragen wollen. Erinnern sollten wir uns nun das prophetische Hadith, wonach der Gesandte Allahs nur um der Armen willen entsandt wurde. Offen bleibt, ob wir die entsprechenden Lehren daraus ziehen werden.

Fakten und Meinung
Besonders unangenehm an Sarrazins Rhetorik gegen die alten und neuen Unterschichten ist, dass er seinen Fokus ausschließlich auf die Kosten für Transfergeldleistungen, insbesondere das landläufige „Hartz IV“, beschränkte. Nach Angaben der Online-Enzyklopädie „Wikipedia.de“ gab es im Jahre 2006 5,1 Mio. Menschen, die ALG-II erhielten. In Berlin, ehemaliger „Kiez“ von Sarrazin, sollen die Empfängerzahlen im zweistelligen Bereich liegen. Laut „Wikipedia.de“ sollen 2006 40,5 Milliarden Euro für diese Transferzahlungen ausgegeben worden seien.

Im Vergleich dazu ist das Rettungspaket für die mittlerweile verstaatlichte HypoRealEstate, von anderen Katastrophen in Folge der Finanzkrise ganz zu schweigen, doppelt so hoch. Laut dem „Focus“ bürgt jeder Bürger für die Rettung dieses gescheiterten Finanzinstituts mit 1.150 Euro. Ohne die 92 Milliarden Euro staatlicher Garantien wäre die Bank längst pleite gegangen. Eine Addition sämtlicher staatlicher Rettungs- (inkl. „Abwrackprämie“) und Hilfspakete macht deutlich, dass die wirklich großen Kostenfaktoren nicht die Armen sind, sondern ironischerweise jene, die eigentlich gar nicht auf staatliche Hilfe angewiesen sein sollten. Finanztechniker Sarrazin sollte sich fragen, wie groß sein Anteil an der Misere eigentlich ist.

* Der Artikel wurde im Vergleich zu seiner Erstveröffentlichung noch einmal überarbeitet.


Vorname Nachname aus Ort schrieb am 03.10.2009
zunächst mal ist anzuerkennen das Berlin unter Sarrazin erstmalig einen Haushaltsüberschuss zu verbuchen hat.
Weiter ist seine kritische Positionieren bezüglich Bahnprivatisierung bekannt. Drittens wurde ihme bereits der
Rücktritt von Banker Axel Weber nahegelegt -
alles also eher unpassend für die Vorstellung vom mächtigen Banker, die Wilms hier suggeriert, der sich nach wie vor wohl nicht ganz von seiner exmarxistischen Vita reinigen kann. (um mal ebenso ad personam wie er zu gehen).

Sarrazins schreckliche Äusserungen laut Wikipedia:

In dem Interview hatte Sarrazin über die Stadt Berlin gesagt, sie sei "nicht elitär aufgestellt, sondern in ihrer Gesinnung eher plebejisch und kleinbürgerlich", belastet vor allem "von zwei Komponenten: Der 68er-Tradition und dem West-Berliner Schlampfaktor". Zur Einwanderungspolitik sagte er: "Türkische Wärmestuben" könnten die Stadt nicht voranbringen. Ferner schlug der Ex-Senator eine grundsätzliche Richtungsänderung in der Ausländerpolitik vor: "Jeder, der bei uns etwas kann und anstrebt, ist willkommen; der Rest soll woanders hingehen." Vor allem große Teile der arabischen und türkischen Einwanderer seien weder integrationswillig noch integrationsfähig. "Ich muss niemanden anerkennen, der vom Staat lebt, diesen Staat ablehnt, für die Ausbildung seiner Kinder nicht vernünftig sorgt und ständig neue kleine Kopftuchmädchen produziert." Sarrazins Vorstellung: "Generell kein Zuzug mehr außer für Hochqualifizierte, und perspektivisch keine Transferleistungen für Einwanderer."

Bis auf die "Kopftuchmädchen" hat er meiner Meinung nach völlig Recht. Wer nicht bereit ist, der deutschen Gesellschaft die ihn grosszügig alimentiert etwas zurückzugeben,braucht auch nicht über soziale Kälte zu fantasieren.

Denn die geht dann zunächst mal von ihm selber aus.

Er kostet nämlich die arbeitende Bevölkerung und deren Kindeskinder eine Menge Geld, der Sozialetat liegt weit vor allen anderen Staatsausgaben, und der Staat sind seine Steuerzahler - wenn es ihm hier also nicht gefällt, der kalte Sozialstaat hat (noch) keine neue Mauer, also, tschüss.

Wieso es übrigens die Bundesbank sein soll, die an Welthunger direkt beteiligt sei, ist mir auch nicht klar.
Die mit Abstand meisten Menschen verhungerten und verhungern nachweislich in kommunistischen und sozialistischen Regimen.
Der Rest fällt Konflikten zum Opfer, die meist von kommunistischen oder sozialistischen Rebellen befeuert werden-

Wilms möge gerne Beispiele nennen wo das anders wäre.
Sulaiman Wilms aus IZ-Reaktion schrieb am 03.10.2009
Liebe(r) unbekannte(r) Leser(in),

fern liegt es mir, die Absicht des Artikels auf den Finanzfunktionär Sarrazin zu beschränken. Er drückt nur aus, was viele denken und einige sage. Für eine kurze Zitatenliste empfehle ich den heutigen Beitrag auf telepolis: Sarrazin nicht allein zu Haus. Sie können von mir aus, wenn Sie möchten, den Namen durch andere Banker, unkritische "Experten" und bereitwillige Journalisten ersetzen, und kommen nicht auf wesentlich andere Ergebnisse. Sarrazin ist ein Funktionär des Finanzwesens und schildert als solcher nur die strukturell inhumane Verwertungslogik des heutigen, entgrenzten Kapitalismus.

Das permanente Einhämmern auf die Bevölkerung (spätestens seit Anlaufen der 'Agenda 2010' und der industriefinanzierten 'Neuen Initiative Soziale Marktwirtschaft', dass nicht die Armut, sondern vielmehr die Armen (von denen es erschreckend viele in unserem reichen Land gibt und noch viel mehr, wenn es keine 'Transfergeldleistungen' gebe) das Problem sind, hat offensichtlich Erfolg gehabt. Umso mehr, als dass die von Ihnen beschriebene "arbeitende Bevölkerung und deren Kindeskinder" sich aus purer Existenzangst nicht nur bis zum Umfallen abschuften und abducken, sondern ihre Angst nicht gegen die reale Bedrohung ihrer Existenz richtet, sondern gegen jene "Unterschicht", die de facto keine Lobby hat. Aus diesem Grund bediente sich Herr Sarrazin auch der Rhetorik gegen "Türken" und "Araber", weil er weiß, das von dort kein wirklicher Widerstand zu erwarten ist.

Sind das Problem wirklich die vielen "Einwanderer", von denen die meisten mittlerweile hier zur Welt gekommen sind und die damit zu unserem Land gehören, oder die Tatsache, dass in den letzten 30 Jahren die meisten für sie bestimmten ungelernten oder angelernten Stellen weggefallen sind und kein adäquater Ersatz geschaffen wurde? Apropos Steuerzahler: Hat dieser mehr darunter zu leiden, dass er einen Teil der Gesellschaft alimentieren muss oder darunter, dass die oberen 10 Prozent und ihre Funktionselite sich immer mehr dem steuerlichen System entziehen können? Sie die, um in der Sprache Sarrazins zu bleiben, "türkischen Wärmestuben" das Problem oder nicht doch unsere Finanzordnung, in der die wenigsten gewinnen und viele verlieren?

Ihre Anmerkung in Sachen Welthunger, beziehungsweise der "ökonomischen Massenvernichtung" (Jean Ziegler), um genauer zu sein, und des "Kommunismus" erschließt sich mir auch beim vierten Hinsehen nicht. Im Augenblick gibt es nur Kuba und Nordkorea als kommunistische Regime und unter den Rebellenbewegungen sind dies wohl auch nur die wenigsten. Nein, es ist der Kapitalismus, der nicht nur eine globale Unterschicht hervorgebracht hat, die sich nun im Zerfall ihrer Nationalstaaten und Rechtssysteme selbst zerfleischt. Er ist auch - in Gestalt seines spekulativen Finanzsystems - ursächlich verantwortlich für die Millionen Menschen, die jährlich an Hunger, nicht ausreichend sauberem Trinkwasser und fehlender medizinischer Versorgung sterben.

Ihr Duktus, das Treten nach Unten, belegen sehr deutlich, wie sehr die Beschleunigung des entgrenzten Kapitalismus in Deutschland und der sie begleitenden PR-Kampagnen der letzten 10 Jahre ihre Auswirkung hatten.

P.S.: Den "Exmarxisten" nehme ich Ihnen übrigens nicht übel. Sogar Wilde meinte ja, dass wer mit 20 kein Sozialist, kein Herz habe.
Dave Robicheaux aus schrieb am 05.10.2009
Unbekannter User,

aus ihrem Lob für den tatsächlichen "Menschenfeind" Sarrazin spricht die Angst der schrumpfenden Mittelklasse so zu werden wie die "da unten" (wozu nun leider auch einmal ein Teil der hiesigen Einanderer zählen). Ansonsten die verantwortlichen für die Krise haftbar zu machen, wird nach unten getreten und nach oben gebuckelt.

Wer hat hier mehr "Werte" vernichtet? Die öffentlich-rechtlichen bzw. privaten Banker oder die Trasnfergeldempfänger? Wieso bejubeln so viele den schnoddrig-zynischen Ton Sarrazins, empören sich aber nicht über die seit Jahren anhaltende Verteilung von unten nach oben?

Grüße


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