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7 von 10. Britische Muslime begrüßen Corona-Vakzine

Ausgabe 309

Foto: Jens Rother, Adobe Stock

Muslime in Großbritannien sind grund­sätzlich positiv gegenüber den verschiedenen Corona-Impfstoffen eingestellt. Das ergeben Zahlen von Muslim Census, einer unabhängigen Organisation, die unter 1.062 Mus­limInnen erhoben wurden. Von Rukshana Choudhry

Die Zahlen ergeben eine mehrheitliche Zustimmung. 56 Prozent TeilnehmerInnen der Befragung wollen sich impfen lassen, während 15 Prozent bereits ein Vakzin erhalten haben. 16 Prozent sind unentschieden, und nur 13 Prozent antworteten ablehnend. Im Verhältnis zu Daten der Königlichen Gesellschaft für Öffentliche Gesundheit (RPSH), die im Dezember veröffentlicht wurden, ist dies eine erhebliche Zunahme.

Die Einstellungen lassen sich nach ethnischer Herkunft sortieren. 34 Prozent der indischstämmigen, 30 Prozent der pakistanischstämmigen, 22 Prozent der bangladeschischen sowie 20 Prozent der arabischen Personen antworteten mit „Nein“ oder mit „unsicher“.

Drei von 10 MuslimInnen, die mit Zurückhaltung auf die Impfung antworteten, gaben als Grund Sorgen um mögliche Nebenwirkungen an. Hier ist es wichtig anzumerken, dass die nichtmuslimisch geprägte Bewegung gegen Impfstoffe seit einiger Zeit Falschmeldungen über die sozialen Netzwerke verbreitet, die gezielt an die muslimische Gemeinschaft adressiert sind.

Die neuen Daten von Muslim Census tragen zur aktuelleren und genaueren Darstellung bei. Sie zeigen, dass die Bemühungen der muslimischen Organisationen in der breiteren Gemeinschaft eine positive Wirkung zeitigen. Die Organisation erklärte: „Unsere Daten ­zeigen, dass der Widerstand gegen die Impfung unter der muslimischen Bevölkerung weit weniger stark ist, als bisher angenommen wurde.“

Die Organisationen British Islamic Medical Association und der Dachverband Muslim Council of Britain (MCB) haben in den letzten Monaten erhebliche Anstrengungen unternommen, um Muslime mit unterschied­lichen ethnischen und kulturellen Hintergründen davon zu überzeugen, sich impfen zu lassen. Zara Mohammed, erste weibliche Vorsitzende des MCB, erklärte, dass die Antwort auf die Covid-19-Pandemie ganz oben auf ihrer Agenda stünde.

Eine Moschee in Birmingham wurde zur ersten muslimischen Einrichtung, in der Impfstoffe verabreicht werden. Das Al-Abbas Isla­mic Centre hat die Voraussetzungen dafür, bis zu 500 Menschen täglich zu impfen. „Das sendet ein starkes Signal an unsere muslimischen Geschwister. Die machen das, um den Fakenews ein großes ‘Nein’ zu sagen“, erklärte ein Vertreter der Gemeinschaft.

Die britische Regierung muss sicherstellen, dass sie konsistent und eng mit muslimischen Gemeinschaften kooperiert, um die Impfmenge unter den MuslimInnen des Landes zu erhöhen.

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