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Mädchenumra 2022: Eine spirituelle Reise für junge Mädchen

Ausgabe 325

Foto: M. Samy Amadou

Was bisher kaum vorstellbar war, soll in diesem Jahr Realität werden: Eine Gruppe muslimischer Mädchen macht sich auf, um die kleine Pilgerfahrt (Umra) um Allahs Willen zu vollziehen. Wir stellen vor: Deutschlands erste Mädchenumra.

Initiator und Träger: Das Haus der Kinder e.V. ist ein freiwilliger Zusammenschluss von Menschen muslimischen Glaubens verschiedener Generationen und agiert als unabhängiges Kinder- und Familienzentrum. Auch wenn der Verein, rein von Frauen geführt wird, erst seit Februar 2019 in Aachen eingetragen ist, können die Gründungsmitgliederinnen auf eine jahrzehntelange Erfahrung bundesweiter Tätigkeiten blicken. Die Schwerpunkte der ehrenamtlichen Arbeit liegen in der außerschulischen Bildungsarbeit, in interkulturellen und interreligiösen Begegnungen sowie der gesellschaftlichen Partizipation junger MuslimInnen.

Die Arbeit des Familienzentrums trägt dazu bei, Kinder und Jugendliche zu kritikfähigen, verantwortungsbewussten und Verantwortung übernehmenden Mitmenschen unserer Gesellschaft zu erziehen und vollzieht sich in vielfältigen Formen und Gruppen in den Bereichen außerschulische, politische und kulturelle Jugendbildung, frühkindliche Bildung zur Integrationsförderung, Jugendarbeit in Sport und Spiel, Arbeitswelt- und schulbezogene Jugendarbeit, internationale Jugendarbeit, Kinder- und Jugenderholung sowie Jugendberatung und Elternarbeit. 

Die Mitgliederinnen des Familienzentrums haben in den letzten 20 Jahren in ganz Deutschland ihre Fingerabdrücke hinterlassen und zählen mehr als 200 Frauen und Männer zu ihren JugendleiterInnen und MultiplikatorInnen, die ihnen dabei helfen, ihre Erfahrungen in der muslimischen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen anderen Organisationen und Partnern mitzuteilen.

Die Arbeit vom Haus der Kinder: Der Vorstand des Familienzentrums besteht aus vier Frauen zweier Generationen. Sara Mousa (46) ist Vorstandsvorsitzende des Vereins und Initiatorin mehrerer Kinder- und Jugendorganisationen in Deutschland und Europa. Hanane Sbika Alaoui (23), stellvertretende Vorsitzende, Amaan Mansour (20) Kassenprüferin und Buschra Elbouatmani (24) sind ehemalige Schülerinnen der Vorsitzenden und sind von ihr zu Jugendleiterinnen ausgebildet worden. Zu viert organisieren und planen diese Schwestern seit Jahren im Auftrag verschiedener Moscheen und Zentren bundesweit wöchentlichen Unterricht, monatliche Kurse und mehrtägige Ferienfreizeiten für Mädchen und Jungs im Alter von 5-20 Jahren.

Um autonomer agieren zu können, wurde im Herbst 2018 der Verein gegründet. Erst nachdem die Vorstandsvorsitzende Sara Mousa im Winter 2019 ihre eigene Winterumra (die sie im Rahmen einer durch ihre Vereinskolleginnen initiierte Auslosung gewann) mit dem Reiseunternehmen MAKARIM-Reisen durchführte, kam die Idee der sogenannten Mädchenumra: die bisherige, ehrenamtliche Arbeit des Vereins sollte auf ein nächstes Level gehoben und mit einer spirituellen Reise verbunden werden.

So wurde die bundesweit erste Mädchenumra im Februar 2020 ins Leben gerufen und fand mit (damals MAKARIM-Reisen) Soultreat, einem Reiseunternehmen, das eine jahrzehntelange Erfahrung mit Hadsch und Umrareisen unter der Leitung von Mohammad Siddiq und Soleman El Aissati vorweist, den perfekten Kooperationspartner. 

Die Mädchenumra und der Countdown: Die Zielgruppe der Mädchenumra lag ursprünglich bei 14-18 Jahren, musste aber aufgrund der Visa-Vorgaben für die Winterumra 2022 auf 16-24 Jahre angehoben werden. Die Gruppe hat Kapazitäten für 30 Teilnehmerinnen, 6 Begleiterinnen und die Leitung. „Wir fahren im Schutze der großen Reisegruppe und wohnen im selben Hotel, haben aber unser eigenes Programm für die Zeit der gesamten Reise“, so Sara Mousa. Die Begleiterinnen werden seit Gründung der Mädchenumra geschult und zertifiziert.

Die Teilnehmerinnen erwartet ein abwechslungsreiches Programm in Medina mit Besuchen historischer Plätze, Museen und einer Dattelplantage ebenso abenteuerlichen Ausflügen in die Wüste, interessanten Vorträgen und vielen unvergesslichen spirituellen Momenten in Mekka. Dafür müssen sie geimpft und geboostert sein und an einem mehrtägigen, verpflichtenden Vorbereitungslehrgang im Spätherbst teilnehmen.

Die einzige Hürde stellen für dieses Projekt die Finanzen dar: sowohl die Begleiterinnen, die mehrheitlich studierend sind, als auch Familien, die bis zu drei Töchter auf die Winterumra 2022/23 mitschicken wollen, sehen sich da vor großen Herausforderungen. Zu diesem Zweck hat der Verein auf der Crowdingplattform commonsplace einen Account, auf dem jederzeit gespendet werden kann, eingerichtet.

https://commonsplace.de/project/maedchenumrah