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Islamische Lebenspraxis: das Bittgebet als tägliche Praxis

Ausgabe 371

bittgebet dua lebenspraxis
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Allah um Hilfe zu bitten ist eine der besten Möglichkeiten, wie wir Ihm näherkommen und die eigene Verletzlichkeit sowie unser Bedürfnis nach Ihm ausdrücken können.

(Yaqeen Institute/IZ). Der Prophet sagte: „Das Du’a ist die Essenz der Anbetung.“ Dies bedeutet, dass es die ultimative Form der menschlichen Demut und Ergebenheit ist. In Zeiten der Not und des Leidens ist es umso wichtiger, dass wir Allah bereitwillig um Seinen Trost und Schutz bitten.

Allah, der Mächtige und Erhabene, sagt: „Hätten sie sich doch gedemütigt, als Unser Unglück über sie kam. Doch ihre Herzen verhärteten sich, und der Satan ließ ihre Taten in ihren Augen gut erscheinen.“

Der berühmte Qur’ankommentator Muhammad ibn Ahmad Al-Qurtubi (gest. 671 n. H.) sagte: „Dies ist ein (göttlicher) Vorwurf dafür, dass sie das Flehen aufgegeben haben. Es macht auch darauf aufmerksam, dass sie sich nicht demütigten, als die Strafe kam.“ Möge Allah uns vor harter Herzenshärte und der Verführung durch den Satan bewahren!

Die Bedeutung des Gebets zu Allah kann gar nicht hoch genug eingeschätzt werden. Ibn Al-Qayyim schrieb: „Das Gebet ist eines der wirksamsten Heilmittel. Es ist der Feind des Unglücks; es wehrt es ab, heilt es, verhindert sein Eintreten und lindert oder mildert es, falls es doch eintritt. Es ist die Waffe des Gläubigen.“

Es gibt zwei Arten von Du’as, die sich auf Notlagen, Krankheiten und Epidemien beziehen. Die erste Art sind allgemeine Bittgebete um Schutz vor dem Bösen. Unser Ziel ist es, uns anzugewöhnen, diese Gebete dann zu sprechen, wenn Allah eine akute Schwierigkeit durch Seine Gnade und Barmherzigkeit beendet hat.

islam Seele

Foto: Ammar Asfour, The Eye in Islam

Der Prophet, Allah segne ihn und schenke ihm Frieden, sagte: „Die Taten, die Allah am liebsten sind, sind jene, die am beständigsten sind, auch wenn es nur wenige sind.“

In der islamischen Tradition gibt es zusätzlich Gebete, die speziell der Linderung und dem Schutz vor Krankheiten dienen.

Diese persönliche Anbetungsform wird als „Waffe des Gläubigen“ bezeichnet, doch die Wirksamkeit einer solchen hängt von der Geschicklichkeit desjenigen ab, der sie einsetzt.

Das Du’a kommt den Muminun am meisten zugute, wenn sie verstehen, worum sie beten. Andernfalls machen wir uns möglicherweise schuldig, leere Formeln zu sprechen, ohne dass unser Herz dabei ist. Der Prophet sagte: „Allah erhört kein Gebet, das von einem abgelenkten Herzen kommt.“

Zu den häufigsten Du’as, die der Gesandte Allahs verrichtete, gehören jene, die gemeinhin als „Bittgebete am Morgen und am Abend“ bezeichnet werden. Mit „Morgen“ ist hier die Phase zwischen dem Morgengrauen (Fajr) und dem Sonnenaufgang gemeint, während „Abend“ den Beginn der ‘Asr-Periode bis zum Sonnenuntergang benennt. Allah hat diese Zeiten dafür bestimmt, Ihn zu preisen und an Ihn zu denken.

Gebete, die in dieser Zeit gesprochen werden, haben einen besonderen Wert und führen dazu, dass man zu jenen gehört, die Allah als „Männer und Frauen, die Allah oft gedenken“ lobt.

Ibn As-Salah (gest. 643 n. H.) sagte: „Wer regelmäßig das prophetische Dihr am Morgen und am Abend spricht, zusammen mit den Gebeten, die für die jeweilige Zeit und Situation bestimmt sind …, gehört zu denen, die Allah oft gedenken.“

türen scham dhikr

Foto: B. Lund, IZ Medien

Ibn Taymiyya war der Ansicht: „Dhikr ist für das Herz wie Wasser für den Fisch. In welchem Zustand wäre der Fisch ohne Wasser?!“

Darüber hinaus sagte der Prophet selbst: „Das Beispiel dessen, der sich an seinen Herrn erinnert, im Vergleich zu dem, der sich nicht an seinen Herrn erinnert, ist wie das der Lebenden und der Toten.“

Eines dieser prophetischen Du’as mit Bezug zu einer festen Tageszeit lautet:

„Der Morgen ist angebrochen, und alle Herrschaft liegt an diesem Morgen bei Allah, und alles Lob gebührt Allah. Es gibt keinen wahren Gott außer Allah, allein, ohne Partner. Ihm gebührt alle Herrschaft und alles Lob, und Er hat Macht über alle Dinge. Mein Herr, ich bitte Dich um das Gute an diesem Tag und das Gute an dem, was darauf folgt, und ich suche Zuflucht bei Dir vor dem Bösen an diesem Tag und dem Bösen an dem, was darauf folgt. Mein Herr, ich suche Zuflucht bei Dir vor der Trägheit und vor den Übeln des Alters. Mein Herr, ich suche Zuflucht bei Dir vor der Qual im Feuer und der Strafe im Grab.“

‘Abdallah ibn Mas’ud berichtete, dass der Prophet dieses schöne Gebet morgens und abends „zu sprechen pflegte“. Diese Formulierung deutet darauf hin, dass es Teil der täglichen Routine des Gesandten Allahs war.

Der Prophet beginnt seine Anrufung damit, Allah zu preisen und zu verherrlichen. Dies ist eine der wichtigsten Regeln dieser Anbetung. Allah hat uns dieses Vorbild im größten Du’a gegeben: der Sure Al-Fatiha.

Indem wir anerkennen, dass sämtliches, was wir brauchen und wollen, in Seinen Händen liegt („Ihm gehört alle Herrschaft“) und dass Er die Macht hat, diese Bitten zu erhören („und Er hat Macht über alle Dinge“), bringen wir das Vertrauen zum Ausdruck, dass unsere Gebete erhört werden.

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