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Reisen ist eine qur’anische Empfehlung und eine prophetische Sunna

Ausgabe 372

pferd mekka reise sunna
Foto: Abdalqadir Harkassi

Auch wenn sich in islamischen Quellen und diversen, regionalen Traditionen nichts unter dem Schlagwort „Tourismus“ finden lässt, hat das Reisen (arab. as-safar) im Din sowie im Alltag der Muslime eine nicht zu überschätzende Bedeutung.

(iz). Das Leben ist eine Bewegung: vom Augenblick der Geburt bis zum letzten Atemzug. In der Sura Al-Baqara finden wir die folgende Stelle: „Wir gehören Allah und zu Ihm kehren wir zurück.“

Das Reisen wird mehrfach im Qur’an erwähnt. Im Leben mehrerer Propheten, möge Allah ihnen allen Frieden geben, wie Musa, Jusuf oder Junus zählt sie zu wichtigen Elementen ihrer Geschichte.

Der Weg des Gesandten Musa, möge Allah ihm Frieden geben, beginnt mit ihm als hilfloses Baby in einem Weidenkorb, und führte ihn durch verschiedene Herausforderungen und Abenteuer. Er war ein essenzieller Bestandteil seiner prophetischen Realität, die in der Begegnung mit Allah mündete.

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Allah berichtet in der Sura As-Saffat (in den Versen 139 bis 148) von der Reise und dem damit verbundenen Schicksal des Propheten Junus, möge Allah ihm Frieden geben. Dies brachte ihn in eine dreifache Düsternis: die der Nacht, in der Dunkelheit im Inneren des Wals und die der Tiefe des Meeres. Aus dieser führte Allah ihn hinweg, gab ihm Anhänger, erhob ihn und machte ihn zu einem Seiner Gesandten.

Der letzte Prophet, unser Meister Muhammad, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben, machte auch die Erfahrung der Reise. Der Herr der Welten brachte ihn vom Haram in Mekka zur Al-Aqsa-Moschee in Jerusalem und von dort zu einer Begegnung, die ihn in die größtmögliche Nähe der Gegenwart des Herrn der Welten führte.

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„Preis sei Dem, Der Seinen Diener bei Nacht von der geschützten Gebetsstätte zur fernsten Gebetsstätte, deren Umgebung Wir gesegnet haben, reisen ließ“, heißt es dazu im ersten Vers der Sura Al-’Isra.

Abgesehen von der Hadsch finden sich im Qur’an auch andere Hinweise auf das Reisen. Dazu zählt der zehnte Vers der Sura Muhammad: „Sind sie denn nicht auf der Erde gereist, damit sie das Schicksal derjenigen erkennen können, die vor ihnen kamen?“

In der Tradition finden sich verschiedene Motive für eine Reise. Über seine Bedeutung und Wirkungen schrieb der Rechtsgelehrte und Begründer der nach ihm benannten Rechtsschule, Imam Asch-Schafi’i:

„Es findet sich für den Klugen und Verständigen keine Ruhe des Geistes im permanenten unbeweglich-sein. Also, verlasst eure Heimatländer (…)! Reist! Hier findet ihr einen Ersatz für das, was ihr zurückgelassen habt. Zieht hinaus! Hier findet sich die Süße des Lebens. Ich habe gesehen, dass stehendes Wasser fault. Wenn es fließt, ist es nahrhaft (…). Verlässt der Löwe sein Lager nicht, kann er nicht jagen. (…) Die Absichten des Reisenden sind ehrenwert. Wer reist, der wird wie Gold geachtet.“

hadsch

Foto: Archiv

Über die beschwerlichen Aspekte sagte der Prophet, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben: „Reisen ist eine Form von Bestrafung. Es entzieht einer Person Essen, Trinken und Schlaf. Hat der Reisende seine Bedürfnisse befriedigt, sollte er sich beeilen, zu seiner Familie heimzukehren.“

Im Islam wird jede Handlung nach ihrer Absicht bewertet. Und so lässt sich das Reisen allgemein in Empfehlenswertes, Abzulehnendes und Erlaubtes einteilen. Jede erlaubte Handlung kann den Rang einer lobenswerten annehmen, wenn sie die richtige Absicht hat und die entsprechende Person Allah näher bringt.

Zu den empfehlenswerten Aspekten zählen der Besuch segensreicher Orte wie der Al-Aqsa-Moschee in Jerusalem, der Besuch bei Leuten des Wissens und die Suche danach, die Handelsreise sowie die Bemühung um den Lebensunterhalt.

Der Gesandte Allahs, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben, sagte über die Suche nach Wissen: „Wer sein Haus auf der Suche nach Wissen verlässt, befindet sich auf dem Wege Allahs.“

Der Prophet selbst bezeichnete dies auch als „Pflicht für jeden Muslim“. Schaikh Ibn ‘Ajiba stellte in seinem bekannten Kommentar auf ein Gedicht von Ibn Al-Banna klar, dass mit „Wissen“ nützliches gemeint ist.

Verschiedene Gelehrte haben über das Reisen geschrieben. In der Hadsithsammlung von Imam Al-Bukhari findet sich ein Abschnitt zum „Adab der Reise“. So wies der Prophet seine Gefährten an, nicht alleine unterwegs zu sein: „Ein Reiter ist ein Schaitan, zwei Reiter sind zwei Schaitane, aber drei sind eine Gemeinschaft.“

Außerdem besteht Einigkeit darin, dass eine Gruppe Reisender immer jemanden haben sollte, der für die Dauer der Reise als Verantwortlicher agiert.

‘Abdullah ibn Sardschi berichtete: „Wenn der Gesandte Allahs reiste, suchte er Zuflucht vor den Beschwerlichkeiten der Reise, vor einer sorgenvollen Heimkehr, vor dem Verlust des Eigentums, (…) und vom schlechten Blick in Bezug auf seine Familie oder sein Eigentum.“

Abu Huraira gab diese prophetische Aussage weiter: „Drei Bittgebete werden ohne Zweifel beantwortet: Das Bittgebet desjenigen, dem Unrecht angetan wurde, das Bittgebet des Reisenden und das Bittgebet eines Elternteils für sein Kind.“

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