Die prophetische Sunna hat eine äußere Form und eine innere Wirklichkeit

Ausgabe 225

Allah sagt in Seinem Edlen Qur’an: „Und Wir haben keinen Gesandten gesandt, ohne dass ihm – mit Allahs Erlaubnis – gehorcht werde.“ (An-Nisa, 4)

(iz). Und der Prophet, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben, sagte: „Wer mir folgt, gehört zu mir, und wer meine Sunna verlässt, gehört nicht zur mir.“ Es ist jedem Muslim klar, dass es eine unverzichtbare Grundlage des Dins ist, der Sunna (der Gesamtheit seiner Lebensweise) des Gesandten Allahs, Segen und Frieden auf ihm, zu folgen. Aber was ist diese Sunna, von der wir hier reden, und wie können wir sie kennen?

Die Sunna ist alles, was wir vom beziehungsweise über den Gesandten Allahs gelernt haben. Allah sagt: „Was nun der Gesandte euch gibt, das nehmt; und was er euch untersagt, dessen enthaltet euch.“ (Al-Haschr, 7) Die Einzelheiten dessen wurden uns von Gelehrten jeder Generation weitergegeben, insbesondere denen der vier Rechtsschulen. Die Sunna ist der Din Allahs in seiner Gesamtheit: seine ‘Ibadat, seine Mu’amalat, sein Akhlaq, seine äußere Form und seine innere Wirklichkeit.

Unglücklicherweise haben zu viele sich dafür entschieden, auf Kosten des Restes, Aspekte der äußeren Erscheinung zu stark zu betonen. Sie beurteilen den Din einer Person – oder einen Mangel davon – am Grad, in welchem eine Person damit übereinstimmt. Ist sein Bart lang genug? Entsprechen seine oder ihre Kleidung ihrer Vorstellung von dem, was die Sunna sei? Und ihre Beziehung zu und Wahrnehmung von anderen Muslimen dreht sich ausschließlich um diese Punkte in einem derartigen Maße, dass ein unwissender Langbärtiger in ihren Augen respektabler erscheint als ein kurzbärtiger Mann des Wissens.

Der Prophet sagte: „Kein Mann sollte einen anderen in dessen Sultan führen; das heißt, in dem Ort, an dem er Autorität besitzt.“ Imam An-Nawawi erklärte diese Worte: „Das bedeutet, dass der Inhaber eines Hauses, der Meister einer Versammlung und der Imam einer Moschee ein größeres Recht haben, das Gebet zu leiten, als jede andere Person; selbst wenn diese mehr weiß, skrupelhafter oder besser ist.“

Die Anweisung aus der Sunna, den Bart wachsen zu lassen und den Schnauzbart zu kürzen, hatte zuerst die Absicht, die muslimischen Männer von den Nichtmuslimen zu unterscheiden, welche die Angewohnheit hatten, ihre Schnauzbärte lang wachsen zu lassen und den Rest abzunehmen.

Als dem Propheten, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben, einige Magier begegneten, fragte er sie nach deren Bärten. Sie meinten, dass das Teil ihrer Religion sei. Daher sagte der Gesandte Allahs: „Kürzt eure Schnauzbärte und lasst eure Bärte wachsen. Unterscheidet euch von den Magiern.“ Und in einer Überlieferung von Ibn ‘Abbas heißt es: „Der Gesandte Allahs verfluchte Männer, die sich wie Frauen gaben, und Frauen, die sich wie Männer aussehen ließen.“

Solange diese beiden Prinzipien erfüllt sind, wurde der Sunna Genüge getan. Die tatsächliche Länge des Bartes ist nicht die entscheidende Frage. Im Gegenteil, den Bart solange wachsen zu lassen, dass er wild und unansehnlich erscheint, wird abgelehnt. Als der Prophet in der Moschee saß, kam ein Mann zu ihm. Er hatte zerzaustes Haar und einen ebenso wilden Bart. Der Gesandte Allahs, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben, wies den Mann an, zu gehen und ordentlich zurückzukehren. „Ist das nicht besser als derjenige, der mit zerzausten Haaren kommt und wie Schaitan aussieht?“, fragte er seine Gemeinde. Daraus leiteten die Ulama ihre Ansicht ab, dass eine Person ihren Bart nur so lang wachsen lassen soll, wie er gut aussieht. Daher sieht man so viele Gelehrte, den Erben des prophetischen Wissens, mit kürzeren, gestutzten Bärten.

Wir müssen uns an die Weite der prophetischen Sunna erinnern und aufhören, sie als Stock zu benutzen, mit dem wir andere Muslime schlagen. Wir müssen aufhören, unser gesamtes Augenmerk auf Streitfragen zu richten und uns mehr auf die Dinge konzentrieren, in denen wir uns einig sind.

Es gibt keinen Weg zu Allah außer durch das Tor des Gesandten Allahs, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben. Der Din, die Lebensweise, die er brachte, ist die einzige Möglichkeit, in Einklang mit Allah zu leben. Allah sagt im Qur’an: „Wer aber als Religion etwas anderes als den Islam begehrt, so wird es von ihm nicht angenommen werden, und im Jenseits wird er zu den Verlierern gehören.“ (Al-i-’Imran, 85)

Zu seinem Beispiel müssen wir uns für unseren Austausch Allah zuwenden, für unseren Umgang mit den Leuten Allahs und für unsere Beziehung zur Schöp­fung. Das gleiche gilt für unsere Interaktionen in der Familie und auch für das Verhalten, wenn wir unseren Geschäften nachgehen.