Die Sprache finden: Religionen rufen zum Gespräch auf

Sprache finden: Auf einem interreligiösen Podium beim Katholikentag in Würzburg diskutierten Vertreter von Religionen darüber, wie Glaube heute zum Frieden beitragen kann.

01.06.2026 Laila Massoudi 3 Min. Lesezeit
sprache gespräch

Foto: Vadym, Adobe

(iz). Dabei wurde eine unbequeme Diagnose formuliert: Nicht der Wille für Gespräch und Austausch fehle, sondern die Orte, an denen Menschen im Alltag direkt begegnen, zuhören und Bilder korrigieren könnten.

Von dieser Erfahrung aus stelle sich die Frage, welche Rolle Religionsgemeinschaften – auch muslimische Gemeinden – künftig als Räume der Verständigung übernehmen wollen.

Der Kommunikationspsychologe Friedemann Schulz von Thun betonte bereits vor Jahren, dass dieser Austausch nicht nur eine Frage guter Argumente ist, sondern gerade dann gelingen kann, wenn Menschen einander „mit allen vier Seiten“ (Sachinhalt, Beziehung, Selbstoffenbarung und Appell) wahrnehmen und genügend Raum für diese Ebenen haben.

Aus Sicht der Sozialpsychologie verschärft die digitale Welt hier ein Problem: Wenn Begegnung vor allem über kurze, schriftliche Botschaften in sozialen Medien läuft, fallen Körpersprache, Tonfall und situativer Kontext mehrheitlich weg.

Das sind Signale, die Missverständnisse abfedern und Empathie ermöglichen. Studien zur digitalen Kommunikation weisen darauf hin, dass Konflikte online schneller eskalieren, weil Rückfragen, Zwischentöne und klärende Gesten fehlen, die in einem realen Gespräch dazugehören.

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