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PEN fordert Auslieferungsstopp für Journalist aus Kaschmir

Foto: Kashmir Global, via flickr | Lizenz: CC BY 2.0

Darmstadt (KNA). Die Schriftstellervereinigung PEN fordert einen Stopp der Auslieferung des kaschmirischen Journalisten Muhammad Azhar Shah von Deutschland nach Pakistan. Es sei nicht auszuschließen, dass seine Abschiebung nach Islamabad ihn in Gefahr für Leib und Leben bringe, erklärte das deutsche PEN-Zentrum am 13. Januar in Darmstadt.

Shah befinde sich derzeit in Auslieferungshaft in Ingelheim, die Abschiebung sei für Montag geplant. Der PEN-Appell richtet sich an die rheinland-pfälzische Landesregierung und das Bundesinnenministerium. „Es darf nicht sein“, so PEN-Vizepräsident Leander Sukov, „dass Deutschland jemanden trotz absehbarer konkreter Gefahren nach Pakistan ausliefert“.

Shah hat sich den Angaben zufolge in Artikeln für einen unabhängigen Staat Kaschmir eingesetzt, ist deshalb mit dem Tod bedroht worden und nach Europa geflohen. Die Autorenvereinigung verwies auf eine von Freunden des Journalisten initiierte Petition im Internet gegen dessen Auslieferung, die bereits von 41.000 Unterstützern unterzeichnet worden ist. In der Petition heißt es, eine Abschiebung Shahs wäre „sein Todesurteil“. Ein Asylfolgeantrag des kaschmirischen Journalisten war demzufolge am 16. Dezember 2020 vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) abgelehnt worden.

Das deutsche PEN-Zentrum mit Geschäftssitz in Darmstadt ist eine von weltweit etwa 150 Schriftstellervereinigungen, die im PEN International zusammengeschlossen sind. PEN steht für Poets, Essayists, Novelists. Die 1921 in England gegründete Vereinigung sieht sich als Anwalt des freien Wortes und als Stimme verfolgter Schriftsteller.

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