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Alltägliche Gewalt gegen Frauen in Xinjiang

Foto: Adobe Stock

Göttingen (GfbV). Anlässlich des Weltfrauentages am kommenden Montag, den 8. März, erinnert die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) an die schreckliche Gewalt, der Uigurinnen, Kasachinnen, und Kirgisinnen in der westchinesischen Provinz Xinjiang seit Jahren ausgesetzt sind. „Das unmenschliche Lagersystem, das die chinesische Regierung dort installiert hat, ist dabei nur die Spitze des Eisberges“, erklärt Jasna Causevic, GfbV-Referentin für Genozid-Prävention und Schutzverantwortung.

„Denn auch außerhalb der Lager sind sexualisierte Gewalt und weitere schwere Menschenrechtsverletzungen gegen Frauen sehr verbreitet. Ihre Haushalte werden überwacht, oft müssen sie in Han-Haushalten wie Sklavinnen leben. Erzwungene Abtreibungen, Sterilisierungen und Zwangsverheiratung mit Han-Chinesen sind die besonders barbarischen Auswüchse dieser Kampagne.“

Die kasachische Zeugin und Aktivistin Sayragul Sauytbay, erst vor wenigen Tagen mit dem Nürnberger Menschenrechtspreis ausgezeichnet, beschrieb gestern die Situation gegenüber der GfbV als Albtraum. Im Rahmen der sogenannten „Familien“-Kampagne würden muslimische Frauen und Familien gezwungen, acht Tage im Monat in einer chinesischen Familie zu leben.

„Das offizielle Ziel ist, dass wir dadurch die chinesische Kultur besser kennen lernen sollen. Für muslimische Frauen und Mädchen bedeutet es aber, gleichzeitig Sklavinnen im Haushalt zu sein und sich zum chinesischen Hausherrn wie eine Ehefrau ins Bett zu legen“, berichtet Sauytbay. „Die Kommunistische Partei Chinas benutzt systematische Vergewaltigungen als Waffe, um unsere Gesellschaft zu zerstören.“

„Die chinesische Führung verfolgt in Xinjiang eine Strategie, die die Zerstörung der eigenständigen Identität, Kultur und Sprache der Minderheiten zum Ziel hat“, erläutert Causevic. „Die Zwangssterilisierungen haben die Geburtenrate unter uigurischen Frauen bereits messbar einbrechen lassen.

Gleichzeitig werden massenhaft Kinder aus ihren Familien gerissen und in staatlichen Einrichtungen indoktriniert.“ So solle ihnen wohl die uigurische Kultur ausgetrieben und langfristig eine homogene, Han-dominierte Gesellschaft in Xinjiang geschaffen werden. Dieser demographische und kulturelle Genozid an den muslimischen Nationalitäten Xinjiangs treffe ihre Frauen besonders hart. 

„Der Westen, vor allem Europa, reagiert völlig unzureichend auf die immer brutaleren Vergehen“, kritisiert Causevic. „Es ist höchste Zeit, dass auch die Europäische Union Sanktionen gegen die Verantwortlichen verhängt. Auch die Bundesrepublik muss die Gräueltaten der Kommunistischen Partei Chinas unmissverständlich verurteilen.“

Zudem müsse sich die Bundesrepublik für die Einrichtung eines dauerhaften UN-Mandats einsetzen, durch das Menschenrechtsverletzungen der chinesischen Regierung innerhalb und auβerhalb Chinas durchgehend beobachtet und dokumentiert werden können.

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