Islam in Afrika ist älter, als wir meinen

Als nicht-afrikanische Muslime drücken wir nur selten wörtlich aus, was viele von uns – unbewusst – denken: Islam gehört uns. Sprechen wir von der muslimischen ­Gemeinschaft, dann sind die ersten, an die wir denken Araber, Türken, Nordafrikaner und Asiaten. Von Kasim Tekin (islam21c.com). Seltsamerweise zeigt die Erfahrung, dass es vielen Muslimen anscheinend schwer fällt, Schwarzafrikaner […]

5.03.2021 .Redaktion 4 Min. Lesezeit

Foto: <a href=https://www.flickr.com/people/41000732@N04>Adam Jones</a>, via Wikimedia Commons | Lizenz: <a href=https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/deed.en>CC BY-SA 2.0</a>

Als nicht-afrikanische Muslime drücken wir nur selten wörtlich aus, was viele von uns – unbewusst – denken: Islam gehört uns. Sprechen wir von der muslimischen ­Gemeinschaft, dann sind die ersten, an die wir denken Araber, Türken, Nordafrikaner und Asiaten. Von Kasim Tekin

(islam21c.com). Seltsamerweise zeigt die Erfahrung, dass es vielen Muslimen anscheinend schwer fällt, Schwarzafrikaner mit dem Islam in Verbindung zu bringen. Tatsächlich haben sogar die meisten Nordaf­rikaner – die geografisch (und in vielen Fällen ethnisch) ihren Brüdern und Schwestern südlich der Sahara am nächsten stehen – problematische Ansichten darüber, dass schwarzafrikanische Muslime ein vollwertiger Teil der islamischen Zivilisation und Geschichte sind.

Obwohl wir unterschwellige rassistische Tendenzen nicht außer acht lassen sollten, hegen die meisten keine bösartigen Absichten. Die Unfähigkeit, das subsaharische Afrika als Teil der islamischen Welt zu sehen, ist das Ergebnis ­eines Weltbilds, das sich aus geteilten historischen Entwicklungen in einem spezifisch verbundenen geographischen ­Bereich speist. In diesem Paradigma spielt Afrika südlich der Sahara keine ausreichend große (politische) Rolle, um es zum Teil des dominanten Narratives der islamischen Geschichte werden zu lassen. Daher haben viele muslimische Historiker, die sich auf die Geschichte politischer Macht spezialisiert haben, diesen Teil der Welt unglücklicherweise ignoriert.

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