Die Welt schaut zu: Auch dreißig Jahre später ist der Balkan ruhelos

(iz). Im kommenden Jahr wird sich das kleine Balkanland Bosnien und Herzegowina an den Anfang des Bürgerkrieges erinnern, der zwischen 1992 und 1995 wütete und mit dem Genozid der muslimisch-bosniakischen Bevölkerung seinen bitteren Höhepunkt erreichte. Zur schwierigen Aufgabe der Vergangenheitsbewältigung kommt nun eine weitere Problemlage für das ohnehin kriegstraumatisierte, multiethnische Volk hinzu. Das Land befindet […]

17.01.2022 Tijana Šarac 3 Min. Lesezeit
serb

Foto: MoD Republic of Serbia, via Wikimedia Commons | Lizenz: CC BY-SA 3.0

(iz). Im kommenden Jahr wird sich das kleine Balkanland Bosnien und Herzegowina an den Anfang des Bürgerkrieges erinnern, der zwischen 1992 und 1995 wütete und mit dem Genozid der muslimisch-bosniakischen Bevölkerung seinen bitteren Höhepunkt erreichte. Zur schwierigen Aufgabe der Vergangenheitsbewältigung kommt nun eine weitere Problemlage für das ohnehin kriegstraumatisierte, multiethnische Volk hinzu. Das Land befindet sich in einer der größten sicherheitspolitischen Krisen seit 1995.

Milorad Dodik, politisches Oberhaupt der Republika Srpska, die Teil Bosniens ist, kündigte an, dass er die Entität aus der verfassungsmäßigen Ordnung von Bosnien und Herzegowina zurückziehen werde, um dem Zentralstaat Kompetenzen zu entziehen, die das Finanzwesen, die Armee und die Justiz betreffen. Das Vorhaben wurde in einer Abstimmung des Regionalparlamentes beschlossen und innerhalb von sechs Monaten sollen neue Gesetze entworfen werden, die, laut Dodik, zu Gunsten der Serben entstehen sollen, da die bisher geltende Gesetzeslage die Muslime bevorteilen würde. Unterstützt wird er dabei von Russland.

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