Hintergrund: Die sozialen Medien sind erbarmungslos. Wir müssen modernisieren. Von Khalil Breuer

Ausgabe 209

(iz). Wir sind eine Redaktion jung gebliebener Männer und Frauen, an der die technische Entwicklung nicht vorübergeht – mit dieser klaren Selbsteinschätzung im Hinterkopf erobern wir nun eine der letzten Bastionen der „sozialen Medien“. Um es kurz zu machen: Wir twittern!

Nachdem uns einige Zeit nicht ganz klar war, worum es dabei geht, haben wir uns in der virtuellen Gebrauchsanweisung schlau gemacht: „Wir benutzen eine digitale Echtzeit-Anwendung“ zum Mikroblogging! „Gut, nur was bringt das?“, fragten wir zuvor unsere sehr jugendlichen Techniker.

Die Islamische Zeitung ist und bleibt natürlich ein Printmedium. Apps oder Kindles hin oder her, wir werden auch weiterhin in Schwarz drucken, basta. Auch weiterhin werden die sündhaft teuren, lauten Druckmaschinen aus dem letzten Jahrhundert angeworfen und die gute alte IZ wie gewohnt auf Papier produziert. Dabei gibt es die bekannten Prob­leme. Ein Journalismus, der sich nicht nur auf 140 Tweets beschränken will, ist teuer und lebt (zumindest bisher) von möglichst vielen verkauften Exemplaren. Das Klagelied ist bekannt, online wird nichts verdient. Entscheidend ist also für uns Zeitungs-„Dinosaurier“ nach wie vor der Bekanntheitsgrad unserer Zeitung. Und der wird heute nicht unerheblich durch die Präsenz in sozialen Medien geprägt. Vor allem Jugendliche gehen (leider) nur noch im Netz ins Netz. Kurzum, wir werden uns verändern müssen und ab sofort neben Facebook, Youtube auch andere soziale Medien nutzen. Also wird eben ab sofort getwittert.

Die IZ ist da übrigens nicht ganz allein. Alle Zeitungen und Magazine setzen diese kleinen Nachrichten ab und verlinken ganz nebenbei viele potentielle Leser und Abonnenten auf die eigene Homepage. Nach firmeneigenen Angaben nutzten Ende 2011 rund 100 Millionen Personen, Unternehmen und NGOs mindestens einmal im Monat das Angebot.

Natürlich ist aller Anfang schwer. Im Moment folgen unserem Twitter Account nur einige wenige. Kein Vergleich mit der „Queen“ der sozialen Medien. Auch wenn das uns eher schleierhaft ist: Aber mit 28 Millionen weist das Konto von Lady Gaga im Jahr 2012 die ­meisten Anhänger beziehungsweise Verfolger (Follower) auf.

Tuisa Hilft - Kurban

Das ist gaga, aber so sind sie halt, die neuen Medien. Ab sofort gibt es also das IZ Rundum-Online-Paket. Wir haben einen YouTube-Kanal und einen Video­blog. Wir diskutieren und beantworten Leserfragen auf Facebook. Und wir lösen das Welträtsel mit nicht mehr als 140 Zeichen pro Botschaft. Alles umsonst übrigens. Bitte also weiter tapfer abonnieren, damit die „echte“ IZ auch weiter wie gewohnt im Briefkasten liegt.