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Im Ramadan ist die Schlussphase von enormer Bedeutung

Foto: FS-Stock, Adobe Stock

(iz). Inmitten des Wirbels an Erwartungen und Vorbereitungen hat der Ramadan begonnen. Und wir stürzen uns – je nach individueller Möglichkeit und im Rahmen der Begrenzungen durch die Pandemie – in unsere Anbetung: Fasten, Qur’anrezitation, das freiwillige Nachtgebet (Tarawwih) sowie andere empfehlenswerte Taten.

Zu schnell erscheint der Vollmond am Himmel, der Monat ist halb vorüber. Unsere Gedanken wenden sich den letzten zehn Tagen zu. ‘Aischa, möge Allah mit ihr zufrieden sein, die Ehefrau des Propheten, möge Allah ihn segnen und Frieden geben, berichtete von ihm, dass dieser sich in seiner Anbetung zu dieser Zeit mehr anstrengte als in jedem anderen Moment des Jahres.

Dazu gehörten das Verbringen der Nächte im Gebet und I’tikaf. Dabei handelt es sich um den Rückzug in eine Moschee, um sich auf das Gebet, den Qur’an und die Erinnerung Allahs (Dhikrullah) zu konzentrieren. Der Gesandte Allahs rief die Muslime auf, es ihm gleich zu tun. Sie sollten nach der Lailatu’l-Qadr suchen. Jener Nacht, die besser ist als ­tausend Monate. Aus der prophetischen Lebensweise wird deutlich, dass das letzte Ramadandrittel einen einzigen Fokus haben sollte: die Anbetung Allahs.

Heute finden es viele schwierig, ein solch hohes Niveau den ganzen Monat lang durchzuhalten. Wenn die letzten zehn Tage eintreffen, kommt es vor, dass viele nachlassen; unsere Entschlossenheit wird schwächer statt stärker. Das kann daran liegen, dass wegen der langen Tage das Fasten seinen körperlichen Preis fordert. Es kann auch sein, dass wir uns zu hohe Ziele gesteckt haben, und aus Enttäuschung nachlassen.

Wir können den bewussten Versuch unternehmen, uns und unsere Anbetung in den letzten zehn Tagen und Nächten zu beschleunigen und zu intensivieren. Anbei einige mögliche Empfehlungen, die dabei helfen können, mehr aus diesen gesegneten Tagen zu machen.

Dabei ist es wichtig, zu verstehen, dass dies nur Vorschläge sind. Menschen leben in unterschiedlichen Situation und jeder hat seine oder ihre eigenen Möglichkeiten. Überhaupt müssen wir aufpassen, nicht dem modernen Trend der Selbstoptimierung anheimzufallen. Das Wichtigste im Ramadan ist das Fasten – alles andere ist ein Extra. So gibt es beispielsweise die Meinung, dass zwei Gebetseinheiten nach dem Nachtgebet als Tarawwih-Gebet betrachtet werden können. Wir dürfen niemals vergessen, dass Allah es uns leicht machen will.

Wie bei allen Handlungen im Islam ist auch die Absicht wichtig. Wir sollten uns an die Bedeutung der letzten zehn Ramadantage erinnern und den aufrichtigen Wunsch formulieren, uns verstärkt der Anbetung zu widmen.

Diese Phase ist nicht der Moment, in dem wir umfangreiche Dinge planen sollten. Es sollte alles möglichst vereinfacht werden. Jeder Augenblick sollte auf das Nötigste an weltlichen Dingen reduziert werden. Wer sich frei nehmen oder früher heimgehen kann, sollte das tun. Hilfreich beim Kochen sind Eintöpfe oder große Mengen, die sich einfrieren und wieder auftauen lassen.

Das letzte Drittel des Fastenmonats sollte für die Anbetung und die wirkliche Essenz des Lebens reserviert werden. Alles andere sollte pausieren, das gilt insbesondere für belanglose Unterhaltungen, Entertainment oder nutzlose Dinge. Es mag eine gute Sache sein, sich von sozialen Medien wie Facebook, Instagram, Twitter etc. fernzuhalten.

Versuchen Sie nicht, das Ganze alleine bewältigen zu wollen. Fordern sie Hilfe und Unterstützung ihrer Familie (inklusive der Kinder) ein, wenn es um das Streben nach dem Jenseits geht. Diskutieren Sie miteinander, wie man sich gegenseitig helfen kann, um auf der Spur zu bleiben. Und weil nicht wenige in diesem Moment ein Absinken ihrer Kräfte erleben, ist die gegenseitige Erinnerung ein wichtiges Werkzeug.

Wenn Sie feststellen, dass Ihre Energie sinkt, während sich der Monat seinem Ende nähert: jetzt ist der Augenblick für eine letzte Anstrengung. Wir alle kennen die Belohnung für diese zehn Tage. Und wir wissen nicht, ob wir den nächsten Ramadan erleben werden. Das kann ­Motivation genug sein, um gegen die Müdigkeit anzukämpfen und den Extraschritt zu gehen. Gerade jetzt ist eine ­gesunde Ernährung, die Energie gibt, eine wichtige Hilfe. Und ein Nickerchen kann dazu dienen, am Tage die Kraft zu sammeln, die wir für das Nachtgebet brauchen.

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