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Angriff auf Krankenhaus in Gaza: Hunderte Tote und Verletzte

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Nach Angriff auf das Al Ahli Arab-Krankenhaus schieben sich beide Seiten die Schuld zu. Fest steht: Hunderte Menschen starben.

Gaza (dpa, UN Media, KNA, iz). Bei einem Raketenangriff auf das christliche Al Ahli Arab-Hospital in Gaza sind am Dienstagabend Hunderte Menschen getötet und verletzt worden. Die von der Hamas kontrollierte Gesundheitsbehörde machte die israelische Armee dafür verantwortlich.

Diese wiederum beschuldigte die Organisation „Islamischer Dschihad“ im Gazastreifen. Es habe sich um eine fehlgeleitete Rakete gehandelt. Eine unabhängige Untersuchung des Angriffs steht aus. Die Ereignisse lösten in vielen Ländern der Welt spontane Proteste aus.

Die Weltgesundheitsorganisation verurteilte den Angriff und forderte den sofortigen Schutz der Zivilbevölkerung und der medizinischen Versorgung in der palästinensischen Enklave. „Die WHO verurteilt den Angriff auf das Al Ahli Arab Hospital aufs Schärfste“, sagte der Generaldirektor der UN-Gesundheitsorganisation, Tedros Adhanom Ghebreyesus, auf der Social-Media-Plattform X.

Das Hospital war bereits am Samstag bei einem Luftangriff beschädigt worden. Dabei wurden nach Angaben der anglikanischen Kirche vier Menschen verletzt. In einem früheren Interview der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) erklärte die Krankenhausdirektorin Suhaila Tarazi, das Haus „basiert auf unserem christlichen Glauben und der Nächstenliebe“. Die Mehrheit des Personals und der Patienten sind Muslime, nicht zu diskriminieren sei Teil der Mission und Vision.

Screenshot: X (Twitter)

Angriff auf Hospital: „Das ist völlig inakzeptabel“

Tareq Abu Azzoum von Al Jazeera berichtete aus Gaza, dass das Areal, in dem der Luftangriff stattfand, „voller Vertriebener“ war. „Dieses Gebiet (in dem die Bombardierung stattfand) ist dicht bevölkert, voller Geschäfte, Wohnhäuser und sogar voller Vertriebener, die ihre Häuser evakuiert haben, nachdem sie von der IOF den Befehl zur Evakuierung erhalten hatten“, so Azzoum.

„Mir fehlen die Worte“, erklärte der UN-Menschenrechtsbeauftragte Volker Türk in der Nacht. Bei dem massiven Angriff auf die Einrichtung seien Patienten, medizinisches Personal und Familien, die dort Zuflucht gesucht hatten, „auf schreckliche Weise“ getötet worden.

„Wieder einmal die Schwächsten. Das ist völlig inakzeptabel.“ Krankenhäuser seien unantastbar und müssten um jeden Preis geschützt werden. „Wir kennen das volle Ausmaß dieses Massakers noch nicht, aber es ist klar, dass die Gewalt und das Morden sofort aufhören müssen“, unterstrich Türk.

Zivilisten müssten geschützt werden, humanitäre Hilfe müsse die Bedürftigen dringend erreichen können, die Verantwortlichen müssten zur Rechenschaft gezogen werden, betonte der UN-Beauftragte. Das Gesundheitsministerium im Gazastreifen teilte mit, in der Klinik seien tausende Flüchtlinge aus dem Norden der Küstenenklave untergebracht gewesen.

Foto: ICRC

Evakuierungsaufrufe kann das Gesundheitswesen nicht bewältigen

Das Al Ahli Arab Krankenhaus war betriebsbereit, und Patienten, Gesundheits- und Pflegepersonal sowie Binnenvertriebene seien dort untergebracht gewesen, so die WHO in einer Erklärung. Es war eines von 20 Hospitälern im Norden des Gazastreifens, das von Evakuierungsforderungen des israelischen Militärs betroffen war.

„Der Evakuierungsbefehl konnte angesichts der gegenwärtigen Unsicherheit, des kritischen Zustands vieler Patienten und des Mangels an Krankenwagen, Personal, Bettenkapazität des Gesundheitssystems und alternativen Unterkünften für die Vertriebenen nicht ausgeführt werden“, so die WHO.

Die UN-Organisation appellierte an den sofortigen aktiven Schutz der Zivilbevölkerung und der Gesundheitsversorgung. „Die Evakuierungsbefehle müssen rückgängig gemacht werden. Das humanitäre Völkerrecht muss eingehalten werden, was bedeutet, dass die Gesundheitsversorgung aktiv geschützt werden muss und niemals ins Visier genommen werden darf.“

UN-Generalsekretär Guterres ruft zu Waffenruhe auf

UN-Generalsekretär António Guterres hat zu einer Waffenruhe aufgerufen. „Ich rufe zu einer sofortigen Feuerpause auf, um genug Zeit und Platz bereitzustellen, damit meine beiden Aufrufe realisiert und das epische menschliche Leid gelindert werden kann“, sagte er am Mittwoch in Peking. Damit bezog er sich auf seine Aufrufe an die Hamas, Geiseln freizulassen, und an Israel, humanitäre Hilfe nach Gaza zu lassen.

Guterres reist angesichts der Eskalation der Gewalt nach Kairo. Dort will er nach UN-Angaben ab Donnerstag unter anderem den ägyptischen Staatschef Abdel Fattah al-Sisi treffen, um eine Öffnung des Grenzübergangs Rafah von der Sinai-Halbinsel nach Gaza zu erreichen.

Diplomatische Bemühungen angesichts der Tragödie stark beeinträchtigt

Jordanien hat nach dem Anschlag ein für Mittwoch geplantes Treffen zwischen König Abdullah II. und US-Präsident Joe Biden abgesagt. Das Treffen, an dem auch Ägyptens Staatschef Abdel Fattah al-Sisi teilnehmen sollte, werde erst stattfinden, wenn es eine Vereinbarung gebe, den Krieg zu beenden und „diese Massaker“ zu stoppen, sagte Außenminister Aiman al-Safadi dem jordanischen Fernsehsender Al-Mamlaka. Militante Palästinenser und die israelische Armee hatten sich gegenseitig für den Raketenbeschuss verantwortlich gemacht.

Saudi-Arabien verurteilte das „abscheuliche Verbrechen“ aufs Schärfste – und machte Israel dafür verantwortlich, wie es in einer Erklärung des saudischen Außenministeriums hieß. Riad verurteilte die „anhaltenden Angriffe der israelischen Besatzung“ auf Zivilisten. Auch die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) gaben Israel die Schuld.

Marokko verurteilte die „Bombardierung“ der Klinik «durch israelische Streitkräfte» ebenso «aufs Schärfste». Zivilisten müssten „von allen Seiten geschützt werden“. Bahrain schloss sich der Kritik am „israelischen Bombenanschlag“ an.

UN Vereinte Nationen

Foto: UN Photo, Evan Schneider

UN-Sicherheitsrat soll sich mit Angriff befassen

Der Weltsicherheitsrat soll sich am Mittwoch mit dem Raketenangriff befassen. Die Vereinigten Arabischen Emirate und Russland beantragten am Dienstag eine Dringlichkeitssitzung des UN-Gremiums für Mittwochmorgen New Yorker Zeit, wie die Deutsche Presse-Agentur aus Diplomatenkreisen erfuhr.

Brasilien, das dem Gremium derzeit vorsitzt, bestätigte zudem, dass der Rat in der Sitzung ab 10 Uhr New Yorker Zeit (16 Uhr MESZ) über einen vorliegenden Entwurf für eine Nahost-Resolution abstimmen soll.

Der Text, der auf eine Initiative Brasiliens zurückgeht, fordert neben dem Zugang für humanitäre Hilfe in den Gazastreifen unter anderem, dass Israel – ohne das Land direkt zu nennen – seine Aufforderung zur Evakuierung der Zivilbevölkerung aus dem nördlichen Teil der Küstenregion zurücknimmt. Zudem müssten sich alle Konfliktparteien an das Völkerrecht halten.

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Gesundheitsversorgung vor dem Kollaps. Lage in Gaza immer verzweifelter

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Gesundheitssystem: Helfer und Ärzte sprechen vom Zusammenbruch. Die Zivilbevölkerung gerät immer weiter unter Druck. Kritik an Teilen des israelischen Vorgehens kommt auch von Völkerrechtlern.

(dpa, kann, iz). UN-Generalsekretär António Guterres hat einen sofortigen Zugang für Hilfslieferungen in den Gazastreifen gefordert. „Auch Kriege haben Regeln“, sagte Guterres am Freitag vor Journalisten in New York. „Wir brauchen sofortigen humanitären Zugang zu ganz Gaza, damit wir den Bedürftigen Treibstoff, Nahrung und Wasser zukommen lassen können.“

Mehr als eine Woche nach den verheerenden Angriffen der Hamas und den darauf folgenden israelischen Angriffen ist die Situation der leidenden Zivilbevölkerung in dem hermetisch abgeriegelten Gebiet immer verzweifelter.

Eine Woche nach Beginn des Krieges zwischen der Hamas und Israel ist die Zahl der Toten im Gazastreifen auf 2.329 gestiegen. Das teilte das von der Hamas kontrollierte Gesundheitsministerium in Gaza am Sonntag mit. Mehr als 9.000 Menschen seien verletzt worden.

Fot: Anas-Mohammed, Shutterstock

Gesundheit und Versorgung – Systeme brechen unter Angriffen zusammen

Angesichts der massiven Luftangriffe der israelischen Armee steht das Gesundheitssystem in Gaza nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) „am Rande des Zusammenbruchs“. Die Zeit werde knapp, um eine „humanitäre Katastrophe zu verhindern“, wenn angesichts der vollständigen Blockade des Gebietes kein Treibstoff und keine lebensrettenden medizinischen und humanitären Güter schnell gebracht werden können.

William Schomburg, Leiter der Unterdelegation des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) in Gaza, berichtete aus einem provisorischen Lager für vertriebene Palästinenser in Rafah nahe der ägyptischen Grenze über die humanitären Bedingungen vor Ort:

„Nach mehreren Tagen schweren Bombardements wurden Tausende von Familien aus dem nördlichen Teil des Gazastreifens ohne Vorwarnung angewiesen, aus dem Norden nach Süden zu ziehen“, so Schomburg. „Heute fehlt es der Zivilbevölkerung im gesamten Gazastreifen an Nahrungsmitteln, Strom und Wasser, damit die Familien ihre Grundbedürfnisse befriedigen können.“

Das IKRK hat mehr als 100 Mitarbeiter in Gaza, aber es werden dringend Hilfsgüter benötigt. Das IKRK lagert lebensrettende Hilfsgüter aus Amman in Ägypten, damit die Hilfslieferungen bereit sind, sobald der Zugang nach Gaza gewährt wird.

Dieser erste Konvoi enthält Medikamente und 6.000 Haushaltspakete für Familien, die Hygieneartikel und Chlortabletten für Trinkwasser enthalten. Zusätzliches Personal, darunter ein mobiles Chirurgenteam und weiteres Gesundheitspersonal, ein Experte für Waffenkontamination sowie Hilfskoordinatoren für Wasser, Nahrungsmittel, Unterkünfte und Infrastruktur werden ebenfalls nach Gaza entsandt, sobald der Zugang gewährt wird.

„Die Abschaltung der Strom- und Wasserversorgung für die 2,3 Millionen im Gazastreifen lebenden Menschen, von denen die Hälfte Kinder sind, muss sofort aufgehoben werden. Vor Ort vorhandene Hilfsgüter werden sehr schnell aufgebraucht sein, Wasser geht bereits jetzt zur Neige. Davon sind auch Krankenhäuser, deren Dienste aktuell dringend benötigt werden, betroffen“, schrieb die Hilfsorganisation CARE Deutschland e.V. am Freitag.

„Die Krankenhäuser sind überlastet. Es gibt keine Schmerzmittel mehr. Unsere Mitarbeiter erzählen uns von den Verwundeten, die vor Schmerzen schreien, von den Verletzten, den Kranken, die nicht ins Krankenhaus kommen können, und von der Angst, in wenigen Stunden bombardiert zu werden.

Andere Menschen berichten uns, dass es ihnen unmöglich ist, auch nur für eine Stunde hinauszugehen, um Vorräte zu holen. Im Süden des Gazastreifens, wohin die Menschen von den israelischen Behörden gerufen wurden, ist die Lage extrem schwierig“, heißt es in einer Erklärung von Ärzte ohne Grenzen vom Sonntag.

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Foto: andlun1, via flickr | Lizenz: CC BY-NC 2.0

Kinder brauchen besonderen Schutz

Die Organisation SOS-Kinderdörfer ruft zum Schutz von Kindern und Familien in Israel und im Gazastreifen auf. „Wir sind tief erschüttert über die aktuell furchtbare Situation. Wir sind schockiert von all dem Leid, das Kinder und Familien in den letzten Tagen in Israel und Gaza erfahren mussten“, erklärte Vorständin Lanna Idriss (Samstag) in München.

Es gebe keine Rechtfertigung für das Töten, für Angriffe und Gewalt gegen Kinder. „Wir verurteilen die terroristischen Anschläge und Gewalttaten zutiefst und verfolgen mit großer Sorge die Berichte von Kinderrechtsverletzungen im Zuge des Konflikts“, so Idriss.

„Wir rufen die Parteien auf, humanitäre Korridore zu schaffen, sodass Kinder und vulnerable Gruppen aller Nationen in Sicherheit gebracht werden können“, so SOS-Kinderdörfer.

Foto: Evan Schneider, UN Photo

UN-Menschenrechtsbüro sieht wachsenden Hass

Antisemitische und antimuslimische Hetze nimmt nach Angaben des UN-Menschenrechtsbüros weltweit zu. „Wir fordern Politiker und andere Führungspersönlichkeiten dazu auf, diese Art von Hassrede unmissverständlich zu verurteilen“, sagte Sprecherin Ravina Shamdasani am Freitag in Genf. Konkrete Maßnahmen seien nötig, um Aufrufe zu Feindseligkeit und Gewalt zu verhindern.

„Die internationale Gemeinschaft sollte sich jetzt solidarisch für den Schutz aller Zivilisten einsetzen – egal wo, und egal was passiert“, sagte sie.

Im Namen von UN-Hochkommissar Volker Türk forderte Shamdasani die Hamas erneut auf, die israelischen Geiseln freizulassen. Israel solle die Abriegelung des Gazastreifens beenden und die Aufforderung zur Evakuierung des nördlichen Teils des Palästinensergebietes zurücknehmen.

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Warnung vor „Kollektivbestrafung“ und Bruch des Völkerrechts

Der schottische Regierungschef Humza Yousaf, dessen Schwiegereltern im Gazastreifen festsitzen, hat die israelische Aufforderung zur Evakuierung des Gebiets scharf kritisiert. „Die internationale Gemeinschaft muss einschreiten und ein Ende der Kollektivstrafen fordern“, schrieb Yousaf am Freitag im Kurznachrichtendienst X.

Yousaf lud einen Clip seiner Schwiegermutter aus dem Ort Deir Al-Balah hoch. „Jeder in Gaza bewegt sich dorthin, wo wir sind“, sagte Elizabeth El-Nakla in dem Video. „Eine Million Menschen, kein Essen, kein Wasser – und trotzdem werden sie beim Verlassen bombardiert.“ El-Nakla betonte: „Wo ist die Menschlichkeit? Wo sind die Herzen der Menschen auf der Welt, die dies heutzutage zulassen? Möge Gott uns helfen, auf Wiedersehen“.

Hilfsorganisationen warnten vor katastrophalen Zuständen im Gazastreifen. Medico und Misereor forderten am Sonntag die Einhaltung des Völkerrechts und die sofortige Einrichtung humanitärer Korridore zur Versorgung der 2,2 Millionen Menschen in der Küstenenklave.

Die „völkerrechtswidrigen Angriffe“ auf die Zivilbevölkerung, zivile Infrastruktur und medizinische Einrichtungen müssten aufhören, hieß es in einer gemeinsamen Erklärung. Beide Gruppen arbeiten mit Gesundheitsdiensten und Menschenrechtsorganisationen im Gazastreifen zusammen.

Aus Sicht des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK), das weltweit die Einhaltung des Kriegsrechts überwacht, besteht ein „bewaffneter Konflikt“ zwischen Israel und einer nichtstaatlichen bewaffneten Gruppe – dem militärischen Arm der Hamas. Auch in diesem Fall gilt laut Rotem Kreuz das humanitäre Völkerrecht.

Wer Zivilisten zum Schutz militärischer Ziele einsetzt, begeht laut Anna Petrig, Völkerrechtsexpertin an der Universität Basel, eindeutig ein Kriegsverbrechen. „Das ist nie erlaubt.“ Problematisch erscheint in diesem Zusammenhang auch der Aufruf der Hamas an die Bevölkerung des Gazastreifens, trotz israelischer Warnungen die Nordhälfte nicht zu verlassen.

Die Anweisung Israels, den Norden des Gazastreifens zu räumen, verstoße zusammen mit der Belagerung gegen das Völkerrecht, stellte das IKRK fest. In dem dicht besiedelten Küstenstreifen habe die Bevölkerung keine Chance, sich anderswo in Sicherheit zu bringen, argumentierte das Rote Kreuz.

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Luftangriffe gehen weiter. Hunderttausende sind ohne Obdach

Luftangriffe auf Gaza: Israel setzt seinen Beschuss fort. Die humanitäre Lage verschlechtert sich stündlich.

(dpa, KNA, iz). Die Zahl der beim Beschuss durch die israelische Armee (IDF) im Gazastreifen getöteten Palästinenser ist am Donnerstag auf mindestens 1.354 gestiegen. Mehr als 6.000 weitere Menschen seien verletzt worden, teilte das Gesundheitsministerium in Gaza mit. Beobachter gehen davon aus, dass eine Bodenoffensive in dem dicht bevölkerten Gebiet bevorsteht.

Die Zahl der Toten in Israel durch die Hamas ist nach Armeeangaben auf mehr als 1.200 gestiegen. Mindestens 3,000 weitere seien verletzt worden. Rund 150 Menschen wurden von in den Gazastreifen entführt.

Nach Angaben des UN-Hilfswerks für palästinensische Flüchtlinge (UNRWA) würden die Vorräte der Agentur nur für 12 Tage reichen. Allerdings könne man täglich bloß 150.000 Menschen versorgen. Es rief Geberländer zur Freigabe von Hilfsmitteln in Höhe von 104 Mio. Dollars auf. Seit dem 7. Oktober seien 20 UNRWA-Einrichtungen beschossen und dadurch beschädigt bzw. zerstört worden.

„Die israelischen Behörden, die nach internationalem Recht die Besatzungsmacht über den Gazastreifen sind, haben die Pflicht, für die Grundbedürfnisse der Bevölkerung zu sorgen. Stattdessen führen sie den Gazastreifen seit 2007 als ‘Freiluftgefängnis’ und schränken den Personen- und Warenverkehr umfassend ein“, erklärte die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch am Mittwoch.

Foto: Yousef Hammash, X

Luftangriffe und Blockade lösen humanitäre Katastrophe aus

Die massiven israelischen Angriffe verbreiten unter der Zivilbevölkerung seit Tagen Angst und Schrecken. Sie kämen aus der Luft, vom Meer und vom Land, berichtete das UN-Nothilfebüro (OCHA) am Donnerstag. Raketenangriffe aus dem Gazastreifen auf Israel seien unvermindert weitergegangen. Bis zum späten Mittwochabend seien bereits fast 340.000 Menschen aus ihren Wohnungen geflüchtet, berichtete OCHA. Im Gazastreifen leben rund 2,2 Millionen EinwohnerInnen.

Bis Mittwochmittag waren mehr als 4.600 Wohnungen zerstört oder so stark beschädigt, dass sie unbewohnbar wurden, wie OCHA unter Berufung auf Behörden in Gaza berichtete. 32.000 weitere waren leicht beschädigt.

Die Flüchtenden haben kaum sichere Zufluchtsorte: Israel hat den nur 14 Kilometer breiten Küstenstreifen vollständig abgeriegelt, der einzige Grenzübergang nach Ägypten ist auch gesperrt.

Sie können sich nur auf dem Territorium von Gaza bewegen. Und fliehen OCHA zufolge in der Hoffnung, Angriffen zu entgehen, in andere Viertel zu Verwandten, Freunden oder in Schulen des UNWRA. Nach Quadratkilometern ist der Gazastreifen halb so groß wie Hamburg.

Foto: Palestinian Red Crescent

Verhandlungen über Freilassung israelischer Geiseln laufen weiter

Nach Angaben internationaler Medien bemühen sich das Internationale Komitee des Roten Kreuzes (IKRK) sowie Regierungen wie die türkische weiterhin um die Freilassung der entführten israelischen BügrerInnen. Mindestens 150 Israelis und Ausländer – darunter Soldaten, Zivilisten, Kinder und Frauen – werden seit dem überraschenden Überfall der Hamas auf israelisches Gebiet am Samstag im Gazastreifen als Geiseln gehalten.

Nach Angaben der „Times of Israel“ vom Morgen (Donnerstag) werde die Blockade der Strom- und Wasserversorgung erst dann in Erwägung gezogen, wenn die Geiseln zurückgekehrt seien. Das schrieb der israelische Energieminister Katz auf X (ehemals Twitter).

„Als neutraler Vermittler sind wir bereit, humanitäre Besuche durchzuführen, die Kommunikation zwischen Geiseln und Familienangehörigen zu erleichtern und eine eventuelle Freilassung zu ermöglichen“, erklärte Fabrizio Carboni, Regionaldirektor des IKRK für den Nahen und Mittleren Osten, am Donnerstag.

Geiselnahmen seien nach dem humanitären Völkerrecht verboten. Jeder Festgenommene müsse sofort freigelassen werden. Das IKRK forderte „beide Seiten auf, das Leiden der Zivilbevölkerung zu verringern“.

Der Krieg hat seit Samstag beiderseits schon mehrere tausend Menschenleben gefordert. „Das menschliche Elend, das durch diese Eskalation verursacht wird, ist abscheulich.“

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Foto: imago/imagebroker

Wasser: UNO warnt vor Krise

Das UNRWA warnte zeitgleich vor einer Wasserkrise im Gazastreifen. „Die UNRWA-Notunterkünfte sind überfüllt und die Verfügbarkeit von Nahrungsmitteln, Non-Food-Artikeln und Trinkwasser ist begrenzt. In UNRWA-Notunterkünften und im gesamten Gazastreifen droht aufgrund beschädigter Infrastruktur eine Wasserkrise“, hieß es im aktuellen Lagebericht, der am Donnerstag veröffentlicht wurde. Aufgrund der vollständigen Blockade könnten Wasservorräte nicht wieder aufgefüllt werden,

Auch die Gesundheitsversorgung im Westjordanland wird beeinträchtigt

Der Krieg gefährdet die Arbeit des Caritas Baby Hospitals Bethlehem. Nach der Abriegelung des Westjordanlandes sei der Zugang für die Bevölkerung aus dem besetzten Gebiet nicht mehr möglich, sagte die Präsidentin des Trägervereins Kinderhilfe Bethlehem, Sibylle Hardegger. Damit seien sie von der Versorgung des einzigen Kinderkrankenhauses im Westjordanland abgeschnitten.

„Das kann etwa bei Frühgeburten sehr gefährlich sein“, so Hardegger. Derzeit würden nur noch etwa 15 kleine Patienten stationär behandelt. In die Ambulanz kämen weniger als ein Drittel der üblichen Zahl. Daher nähmen Ärztinnen, Ärzte und Sozialarbeiterinnen der Klinik nun Kontakt vor allem mit chronisch erkrankten Patienten und ihren Familien auf, um sicherzustellen, dass diese die benötigten Medikamente bekommen.

„Wir befürchten auch eine mögliche Knappheit bei wichtigen Gütern“, so die Theologin weiter. Daher habe die Krankenhausleitung die Reserven an Medikamenten, medizinischem Verbrauchsmaterial und Heizöl für den Winter aufgestockt.

Hardegger zeigte sich „erschüttert, sprachlos und voller Sorge“ angesichts einer nie dagewesenen Eskalation der Gewalt. „Meine Gedanken sind bei allen, die an Leib und Leben bedroht sind; bei jenen, die Angehörige verloren haben, bei jenen, die sich seit Jahren für humanitäre Hilfe in der Region einsetzen; und bei jenen, die im Kleinen und Großen stetig versucht haben, Brücken des Friedens zu bauen.“

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Gaza wird seit Tagen bombardiert. Kein Treibstoff mehr für Kraftwerk

gaza USA Schutz Zivilisten Rafah

Gaza wurde nach israelischen Angaben mehrere hundert Mal bombardiert. Die Infrastruktur hat keinen Strom mehr.

(dpa, KNA, IZ). Wie die BBC und andere Medien berichten, haben die Menschen in Gaza keinen Strom mehr. Das einzige Kraftwerk im Gazastreifen sei wegen Treibstoffmangels abgeschaltet worden, teilte die palästinensische Elektrizitätsgesellschaft mit.

Die Regierung in Tel Aviv hatte angekündigt, die Strom-, Treibstoff- und Wasserversorgung zu unterbrechen. Als einzige Möglichkeit bleiben dezentrale Generatoren – wenn es für sie Treibstoff gibt. Mehrere Krankenhäuser erklärten, sie hätten nur noch für kurze Zeit Diesel für ihre Notstromversorgung.

Screenshot: YouTube, Channel 4

Israel spricht von über 200 Luftangriffen

Seit Samstag fliegt die israelische Armee Luftangriffe auf Gaza. Allein im Gebiet Al-Furqan sollen IDF-Jets mehr als 200 Ziele bombardiert haben. Durch die Angriffe starben nach Angaben des Gesundheitsministeriums im Gazastreifen mindestens 900 Menschen – darunter fast 200 Kinder und rund 120 Frauen. Weitere 4.500 Menschen seien verletzt worden.

Nach Angaben des UN-Büros für humanitäre Hilfe (OCHA) und Medienberichten wurden rund 70 Produktionsstätten und mehr als 1.000 Privathäuser zerstört.

„Die Geschehnisse im Gazastreifen stellen eine umfassende humanitäre Katastrophe dar, insbesondere der Mangel an Strom und Wasser, von dem mehr als 90 Prozent der Bewohner betroffen sind, und die Unterbrechung verschiedener lebenswichtiger Lieferungen“, so die Organisation Euro-Med Monitor in einer Erklärung. Sie dokumentierte die Ermordung von sieben Journalisten, die Verletzung von mindestens zehn weiteren und den Abbruch des Kontakts zu zwei Journalisten.

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International zeigte sich (am Mittwoch) „schockiert“ über die steigenden Opferzahlen in Israel, Gaza und den übrigen palästinensischen Gebieten. „Ohne die Ursachen dieser Gewaltzyklen anzugehen, werden Zivilisten weiterhin den Preis zahlen“.

„Vorsätzliche Tötungen von Zivilisten, Geiselnahmen und kollektive Bestrafungen sind abscheuliche Verbrechen, für die es keine Rechtfertigung gibt“, sagte Omar Shakir, Direktor für Israel und Palästina bei Human Rights Watch, in einer Erklärung und bezog sich dabei sowohl auf die Hamas als auch die israelische Regierung. „Die illegalen Angriffe und die systematische Unterdrückung, die die Region seit Jahrzehnten heimsuchen, werden weitergehen, solange Menschenrechte und Rechenschaftspflicht nicht respektiert werden.

Foto: Anas-Mohammed, Shutterstock

Entwicklungshelfer fordern Sicherung der Versorgung

Trotz des Angriffs der radikalislamischen Hamas auf Israel ruft der entwicklungspolitische Dachverband Venro weiter zur Hilfe für die Bevölkerung in den Palästinensergebieten auf.

„Gerade in Kriegen und Krisen ist es die humanitäre Plicht aller Beteiligten, die Versorgung der Menschen mit Nahrungsmitteln und die medizinische Versorgung aufrechtzuerhalten“, erklärte der Vorstandsvorsitzende Mathias Mogge am Mittwoch in Berlin. Zudem müsse die Finanzierung der Hilfe gesichert werden.

Für die Helfer gelte auch in den palästinensischen Gebieten Unparteilichkeit, betonte Mogge. Humanitäre Hilfe „muss sich allein an der Not orientieren, nicht an politischen oder militärischen Interessen“. Alle beteiligten Konfliktparteien seien daher aufgefordert, den Zugang zur Bevölkerung zu gewährleisten. „Unter der anhaltenden Gewalt leidet am meisten die Zivilbevölkerung. Vor allem Frauen, Kinder und ältere Menschen sind auf Unterstützung und Schutz angewiesen.“

UN wollen Hilfsgüter über Ägypten liefern

Die Vereinten Nationen wollen humanitäre Hilfe für die mehr als zwei Millionen im Gazastreifen eingeschlossenen Menschen über das Nachbarland Ägypten liefern. Das teilte die Kommunikationschefin des UN-Hilfswerks für palästinensische Flüchtlinge im Nahen Osten (UNRWA), Tamara Alrifai, am Mittwoch auf dpa-Anfrage mit.

UNRWA-Leiter Philippe Lazzarini sei in Kairo, „um mit den ägyptischen Behörden die Lage in Gaza zu erörtern und zu klären, wie am besten sichergestellt werden kann, dass UN-Mitarbeiter und dringende humanitäre Hilfsgüter in den Gazastreifen rein und raus können“, teilte Alrifai mit. „Wir arbeiten daran, dass die Lieferungen von Rafah aus erfolgen können, sobald die Bedingungen es zulassen.“

Rafah ist der einzige Grenzübergang nach Ägypten. Alle anderen Grenzübergänge führen nach Israel. Alle ägyptischen Grenzübergänge sind derzeit geschlossen. Alrifais Büro befindet sich in Amman, Jordanien.

Foto: Islamic Relief Worldwide

Malala Yousafzai sorgt sich um Kinder in Gaza

Die Friedensnobelpreisträgerin Malala Yousafzai hat sich besorgt über die Situation von Kindern in Israel und Gaza geäußert. „Während ich die tragischen Nachrichten verarbeite, denke ich an die palästinensischen und israelischen Kinder, die zwischen die Fronten geraten sind“, schrieb die 26-jährige Pakistanerin auf dem Kurznachrichtendienst X (vormals Twitter). Sie schließe sich dem Ruf nach einem sofortigen Waffenstillstand an.

Sie sei bereits im Alter von elf Jahren Zeugin von Gewalt und Terrorismus geworden, so Yousafzai weiter. Sie fügte hinzu: „Der Krieg schont Kinder nie, nicht diejenigen, die von ihrem Zuhause in Israel entführt wurden und nicht diejenigen, die sich ohne Lebensmittel und Wasser vor den Luftschlägen in Gaza verstecken.“ Sie trauere mit allen Kindern und Menschen im Heiligen Land, die sich nach Frieden und Gerechtigkeit sehnten.

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Gaza nach dem Terror: Gebiet unter Blockade

Angst Eskalation

Gaza: Nach ersten Luftangriffen wartet die Zivilbevölkerung auf die erwartete Bodenoffensive. Tel Aviv verhängte eine totale Blockade.

(KNA, dpa, iz, Agenturen). Neben der angeordneten Unterbrechung der Strom-, Treibstoff- und Lebensmittelversorgung wird Israel das Wasser abdrehen. Das geht aus Äußerungen des Ministers für Infrastruktur, Energie und Wasser, Israel Katz, hervor. Ähnlich äußerte sich Verteidigungsminister Gallant. „Wir kämpfen gegen menschliche Tiere und handeln entsprechend“, wurde er von Medien zitiert.

„Eine Bombardierung, die Dutzende palästinensischer Kinder töten wird, und die Streichung von Strom, Lebensmitteln und Treibstoff für Krankenhäuser und Familien sind nicht zu rechtfertigen“, sagte diesbezüglich der ehemalige norwegische Politiker und heutige Vertreter des Norwegischen Flüchtlingsrates (NRC) Jan Egeland. Andere internationale Stimmen weisen darauf hin, dass eine totale Blockade gegen internationales Recht verstößt.

Foto: IDF Spokesperson’s Unit, via Wikimedia Commons | Lizenz: CC BY-SA 3.0

Gaza vor Beginn der Bodenoffensive ohne Versorgung aus Israel

Das dicht besiedelte Gebiet, in dem mehr als 40 Prozent der Einwohner 14 Jahre alt oder jünger sind, ist damit einer totalen Blockade aller Güter und Versorgungsleistung von israelischer Seite ausgesetzt. Unterdessen gehen die seit Samstag als Reaktion auf den Terror der Hamas gegen israelische Zivilisten geflogenen Luftangriffe weiter.

Die Hilfsorganisation Islamic Relief warnte vor einer Verschlechterung der humanitären Lage im Gazastreifen durch die israelische Gegenoffensive. Ein Großteil der Bevölkerung sei auf humanitäre Hilfe angewiesen, um zu überleben. „Alle Parteien sollten Zurückhaltung üben, um weitere zivile Opfer zu vermeiden“, hieß es. Israel hatte der in Großbritannien ansässigen Organisation in der Vergangenheit wiederholt vorgeworfen, die Hamas zu unterstützen.

Nachdem Israel die Einfuhr von Gütern in den Gazastreifen gestoppt hat, sollen die Menschen in dem Küstengebiet laut Meldungen Hilfslieferungen aus dem benachbarten Ägypten erhalten. Hilfslieferungen verschiedener Nichtregierungsorganisationen stünden in der Nähe des Grenzübergangs bereit, sagte ein Vertreter der palästinensischen Botschaft in Rafah, dem ägyptischen Grenzübergang zum Gazastreifen, am Montag.

Der Grenzübergang ist derzeit geöffnet, die ägyptischen Behörden müssen noch zustimmen. Bereits am Sonntag waren erste Hilfslieferungen in Gaza eingetroffen.

Ana Povrzenic, Direktorin des NRC für Palästina, rief zu einem Ende der Gewalt und zum Schutz der Zivilbevölkerung auf. „Alle Parteien müssen sich an das humanitäre Völkerrecht halten, indem sie es unterlassen, Zivilisten absichtlich oder wahllos ins Visier zu nehmen. Sie müssen sich an die Grundsätze des humanitären Rechts halten.“

Foto: Mohmmed Asad/Middle East Monitor

Die Zivilbevölkerung zahlt den Preis für den Terror

Das Büro der Vereinten Nationen für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (OCHA) teilte am Montag mit, dass der Bedarf an humanitärer Hilfe in den besetzten palästinensischen Gebieten weiter steigt, da der Zugang zu Hilfsgütern derzeit nicht möglich ist.

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Gaza wurden mindestens 413 Palästinenser getötet und 2.300 verletzt. Weitere 13 Palästinenser, darunter ein Kind, wurden von israelischen Streitkräften im Westjordanland getötet. Das israelische Militär teilte der Presse mit, dass es 426 Ziele im Gazastreifen angegriffen habe und erklärte, dass es sich dabei um Hochburgen von Hamas-Kämpfern und -Führern handele.

„Wenn wir aus früheren Eskalationen etwas gelernt haben, dann, dass wir, solange schwere Übergriffe ungestraft bleiben, noch mehr Repression und Blutvergießen unter der Zivilbevölkerung erleben werden“, sagte Omar Shakir von Human Rights Watch.

Nach Angaben des Hilfswerks der Vereinten Nationen für Palästinaflüchtlinge im Nahen Osten (UNRWA) wurde am 8. Oktober eine Schule des Hilfswerks getroffen, in der 225 Menschen Schutz suchten.

„Inzwischen ist die Zahl der Menschen, die auf der Suche nach Sicherheit aus ihren Häusern fliehen mussten, über Nacht stark angestiegen. Nahezu 74.000 Vertriebene befinden sich jetzt in 64 UNRWA-Unterkünften, und die Zahl wird wahrscheinlich noch steigen, da der schwere Beschuss und die Luftangriffe auch auf zivile Gebiete anhalten. UNRWA-Teams versorgen die Familien mit Unterkünften und sauberem Wasser. Derzeit werden Hilfsgüter wie Lebensmittel, Hygienesets und Reinigungsmittel für die Familien vorbereitet“.

Foto: Deutscher Bundestag / Florian Gaertner / photothek

Längerfristige Folgen – Hilfe auf dem Prüfstand

Unterdessen haben deutsche Politiker die Entwicklungshilfe für die palästinensischen Gebiete in Frage gestellt. „Nach dem Angriff der Hamas auf Israel gehören alle deutschen und internationalen Hilfsgelder für den Gazastreifen und das Westjordanland auf den Prüfstand“, sagte der Beauftragte der Bundesregierung gegen Antisemitismus, Felix Klein.

Nach Angaben des Auswärtigen Amtes erhalten die palästinensischen Gebiete in diesem Jahr knapp 73 Millionen Euro, die über UN-Institutionen und Hilfsorganisationen verteilt werden. Der Großteil der Gelder sei bereits ausgezahlt.

Das Entwicklungsministerium hat nach eigenen Angaben bis 2023 rund 250 Millionen Euro zugesagt, die Hälfte davon über bilaterale Projekte der KfW Entwicklungsbank und der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit in diesem und im kommenden Jahr.

Entwicklungsministerin Svenja Schulze (SPD) hatte bereits am Wochenende angekündigt, die Hilfsgelder auf den Prüfstand stellen zu wollen.

Die EU hat den Angaben zufolge für die humanitäre Hilfe in den Palästinensergebieten von 2021 bis 2024 einen Finanzrahmen von knapp 1,2 Milliarden Euro vorgesehen. Hinzu kämen knapp 100 Millionen Euro für Flüchtlinge. Am Montag kündigte die EU-Kommission an, die Auszahlung der EU-Hilfen zu stoppen.

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Hamas-Terror fordert Hunderte Tote: Israel erklärt Krieg

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Hamas-Terror und seine Folgen: Seit gestern herrscht offiziell Krieg zwischen Israel und der Hamas. Beschuss aus dem Libanon. Ein erster Überblick der Ereignisse

Berlin (dpa, kann, iz). In den frühen Morgenstunden des 7. Oktober erklärte die Hamas, die den Gazastreifen kontrolliert, den Beginn einer „Militäroperation“. Das sagte Militärchef Mohammed Deif am Samstagmorgen. Seit Beginn schoss die Organisation tausende Flugkörper auf Israel ab.

Hamas-Terror in bisher unbekanntem Ausmaß. Sorgen um Entführte

Neben den bekannten ungelenkten Raketenangriffen auf Ziele in Israel kam es zu massiven Angriffen jenseits des Grenzzauns. Einheiten überwanden die Grenzsperren zu Fuß, mit Fahrzeugen und mit Ultraleichtfahrzeugen. Sie griffen mehr als 14 Siedlungen, Städte sowie Stützpunkte an.

Neben einer hohen Zahl entführter Bürger und Soldaten starben mehr als 500 Zivilisten durch Terroraktionen. Aus Israel ist inzwischen von mehr als 600 Toten und unzähligen Verletzten die Rede. In Gaza sollen nach Angaben der Gesundheitsbehörden mindestens 370 Menschen bei israelischen Luftangriffen getötet worden sein.

Foto: Fars Media Corporation, via Wikimedia Commons | Lizenz: CC BY 4.0

Hamas hat bei ihrem Angriff nicht nur zahlreiche Menschen ermordet, viele Bewohner der Grenzregion wurden verschleppt. Darunter sind Deutsche. Schätzungen, die von Medien kolportiert werden, gehen über die offizielle Zahl hinaus: Demnach sollen sich rund 170 Israelis in Gefangenschaft im Gazastreifen befinden – auch alte Menschen und Kinder.

An mehreren Orten gelang es der israelischen Armee, von der Hamas als Geiseln genommene Israelis zu befreien. Die Bemühungen um die Befreiung weiterer Geiseln dauern an.

Angriff kam unerwartet

Der massive Angriff aus dem Gaza-Streifen kam unerwartet. Allerdings hatte sich die Lage vor allem im besetzten Westjordanland zuletzt wieder zugespitzt. Ministerpräsident Netanjahu muss sich inzwischen unangenehme Fragen von Bevölkerung, Medien und Opposition gefallen lassen: Zum Zeitpunkt des Terroranschlags befand sich ein großer Teil aktiver Einheiten in den palästinensischen Gebieten des Westjordanlands.

Im Gazastreifen leben nach UN-Angaben mehr als zwei Millionen Menschen unter schlechten Bedingungen. Die von der EU, den USA und Israel als Terrororganisation eingestufte Hamas hatte 2007 gewaltsam die alleinige Macht übernommen. Tel Aviv verschärfte daraufhin eine Blockade des Küstengebiets, die von Ägypten unterstützt wird.

Der israelische Oppositionsführer Jair Lapid forderte den Premierminister auf, eine Notstandsregierung zu bilden. Er habe dem Regierungschef angeboten, Differenzen beiseitezulegen, um die Gefahr eines sich ausweitenden Krieges zu bewältigen. Mit dem gegenwärtigen extremistischen Sicherheitskabinett könne er keinen Krieg führen.

Foto: World Economic Forum / Manuel Lopez, via flickr | Lizenz: CC BY-NC-SA 2.0

Netanjahu: „Wir sind im Krieg“

„Bürger Israels, wir sind im Krieg“, verkündete Ministerpräsident Benjamin Netanyahu am Samstag aus dem Militärhauptquartier. Offiziell wurde das Land in Kriegsbereitschaft versetzt. Als Reaktion auf den Angriff hätten Kampfflugzeuge den von der Hamas kontrollierten Gazastreifen angegriffen, bestätigte ein Armeesprecher.

„Der Feind wird einen Preis zahlen, wie er ihn noch nie zuvor gekannt hat“, sagte er in einer ersten Reaktion auf den anhaltenden Raketenbeschuss aus dem Gazastreifen in einer Videobotschaft auf dem Portal X.

„Die Hamas hat heute Morgen einen schweren Fehler begangen und einen Krieg gegen den Staat Israel begonnen“, sagte der israelische Verteidigungsminister Joav Galant am Samstag. Soldaten kämpften „an allen Stellen, an denen eingedrungen wurde“. Derzeit würden die verbliebenen Hamas-Einheiten auf israelischem Gebiet bekämpft.

Dabei soll es nicht bleiben. Nachdem die Streitkräfte in den Kriegszustand versetzt wurden, zieht Tel Aviv verfügbare Einheiten und Reservisten zusammen. Sie sollen Gaza nicht nur aus der Luft, sondern auch vom Boden aus angreifen.

Foto: imago/UPI Photo

Teheran „gratuliert“ zum Terror

Im Gegensatz zu weiten Teilen der Welt „gratulierte“ der Sprecher des iranischen Außenministeriums der Hamas nach ihrem Angriff. Die Operation sei „ein Wendepunkt in der Fortsetzung des bewaffneten Widerstands des palästinensischen Volkes gegen die Zionisten“, sagte Nassar Knaani der Agentur ISNA am Samstag.

Am selben Tag riefen Abgeordnete im Teheraner Parlament zu Beginn der Sitzung „Nieder mit Israel“. Ein hochrangiger Militärberater von Staatsoberhaupt Khamenei äußerte sich nach dem Großangriff zustimmend. „Wir unterstützen diese Operation, und wir sind sicher, dass auch die Widerstandsfront dieses Anliegen unterstützt“, meinte Kommandeur Rahim Safavi.

Am Sonntag erklärte ein Hamas-Sprecher vor Journalisten, man habe dafür iranische Hilfe erhalten. Ein Vertreter Khameneis bestätigte dies.

Libanesischen Medienberichten zufolge begrüßte die vom Iran unterstützte Hisbollah die Angriffe der Hamas. Die „siegreiche Operation“ sei eine entscheidende Antwort auf die ständigen Verbrechen der Besatzer und die Entweihung von Heiligtümern, heißt es demnach in ihrer Erklärung.

Foto: World Economic Forum / Manuel Lopez, via flickr | Lizenz: CC BY-NC-SA 2.0

UN warnt vor „Mehrfrontenangriff“

Der UN-Sonderkoordinator für den Nahostfriedensprozess, Tor Wennesland, verurteilte in einem X-Beitrag den „Mehrfrontenangriff“ auf Israel.

„Diese Ereignisse haben zu schrecklichen Gewaltszenen und zahlreichen israelischen Todesopfern und Verletzten geführt, von denen viele vermutlich innerhalb des Streifens entführt wurden“, so Wennesland, der ein sofortiges Ende der Gewalt auf Zivilisten forderte.

Der Angriff habe „schreckliche Auswirkungen auf die israelische Zivilbevölkerung“, sagte der UN-Hochkommissar für Menschenrechte Volker Türk laut einer Mitteilung. Er forderte ein sofortiges Ende der Gewalt und rief Tel Aviv auf, bei seinen Vergeltungsschlägen in Gaza „alle Vorsichtsmaßnahmen zu ergreifen, um zivile Opfer zu vermeiden“.

Außenministerin warnt vor „großer Eskalation“

Bundesaußenministerin Annalena Baerbock warnte nach dem Großangriff vor einer Eskalation in der Region. „Dieser Tag ist eine Zäsur, ein beispielloser Akt der Eskalation durch die Hamas“, sagte die Grünen-Politikerin am Samstag in Berlin. „Durch diese Terrorangriffe besteht nun die unkalkulierbare Gefahr einer großen regionalen Eskalation.“ Sie könne nur „auf das Schärfste davor warnen, dass sich andere diesem Terror anschließen“.

„Nichts rechtfertigt unterschiedslosen Raketenbeschuss, Kommandoangriffe auf friedliche Zivilisten, die brutale Entführung von unschuldigen Menschen“, so Baerbock. Die Geiselnahmen der Hamas seien „abscheulich und verstoßen gegen das humanitäre Völkerrecht“.

Der Terror der Hamas müsse sofort beendet werden. Die Bundesregierung stehe solidarisch an der Seite Israels. Das Land habe laut dem internationalen Recht einen verbrieften Anspruch auf Selbstverteidigung. Zugleich forderte sie die Palästinenser auf, sich vom Terrorismus und dem Vorgehen der Hamas zu distanzieren.

„Deutschland verurteilt diesen massiven und rücksichtslosen Angriff auf Zivilisten aus der Luft und vom Land aus“, schrieb der deutsche Botschafter in Tel Aviv, Steffen Seibert, auf X.

Vor dem Bundespräsidialamt, dem Kanzleramt und dem Bundestag wehte am Sonntag die israelische Flagge. Auf das Brandenburger Tor wurde sie am Samstagabend Fahne projiziert. Bundesweit wurden die Sicherheitsvorkehrungen vor israelischen und jüdischen Einrichtungen erhöht.

Foto: Ecrusized, via Wikimedia Commons | Lizenz: CC BY-SA 4.0

Die USA forderten alle Seiten auf, von Gewalt und Vergeltungsangriffen abzusehen. Der Angriff der Hamas-Terroristen werde „unmissverständlich verurteilt“, zitiert die Zeitung „Haaretz“ aus einer Stellungnahme des US-Büros für palästinensische Angelegenheiten.

Die chinesische Führung verlangte ein Ende der Gewalt.  China sei zutiefst besorgt über die jüngste Verschärfung der Spannungen, hieß es am Sonntag in einer Mitteilung des Pekinger Außenministeriums. Alle Beteiligten sollten „Zurückhaltung üben, das Feuer sofort einstellen, die Zivilbevölkerung schützen und sicherstellen, dass sich die Situation nicht weiter verschlechtert“.

Der einzige Weg zu einer Beilegng sei die Umsetzung einer „Zwei-Staaten-Lösung“ und die Gründung eines unabhängigen palästinensischen Staates.

Koordinationsrat der Muslime verurteilt Gewalt und fordert sofortiges Ende

„In Israel und Palästina kam es wieder zur Gewalteskalation. Die Hamas startete einen Angriff gegenüber Israel, bei der auf beiden Seiten mehrere hunderte Menschen ums Leben gekommen sind. Tausende Menschen wurden verletzt und befürchten, dass die Kämpfe weiter anhalten“, hieß es in einer Pressemitteilung des Koordinationsrates der Muslime (KRM).

„Wir als KRM verurteilen die Raketenabschüssse und Gewalt gegen die Zivilbevölkerung und appellieren an alle Parteien, der Gewalt ein Ende zu setzen und auf keinen Fall noch weiter eskalieren zu lassen.“ In diesen Zeiten sei Besonnenheit und Mäßigung gefordert, „ansonsten droht die Gefahr, dass es zu fürchterlichen Gewaltexzessen und -überschreitungen kommt“. (sw)

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Leben in Gaza – Arbeiten in Israel

Tausende Arbeiter aus dem Gazastreifen überqueren täglich die Grenze nach Israel. Die dortige Regierung will mit wirtschaftlichen Anreizen mehr Sicherheit schaffen. Reicht das für ein Ende der Gewaltspirale? Von Christina Storz und Saud Abu Ramadan

Gaza (dpa). Als Masen Madhun aus Gaza vor einem halben Jahr seine Arbeitsgenehmigung bekam, gab es ein großes Fest. Seither macht sich der 52-Jährige jeden Tag um 4.00 Uhr in der Früh auf den Weg nach Israel. Im 90 Kilometer entfernten Aschkelon arbeitet er auf einer Baustelle. „Das ist exzellente Arbeit mit einem guten Lohn“, freut er sich bis heute. Abends geht es zurück zur Frau und den neun Kindern.

Er sei glücklich, dass er nun wieder die Möglichkeit zur Arbeit in Israel habe. Als 14-Jähriger habe er dort schon einmal viel gearbeitet. „Damals war das noch einfach, doch dann kam die Sperre.“ Nachdem die islamistische Hamas 2007 in Gaza die alleinige Macht an riss, verhängte Israel wegen Sicherheitsbedenken eine Blockade über den Küstenstreifen, die auch von Ägypten mitgetragen wird. Wer das Gebiet verlassen will, braucht eine Genehmigung.

Wirtschaft für Sicherheit

Rund die Hälfte der 2,2 Millionen Menschen in Gaza ist heute arbeitslos. Unter Hochschulabsolventen ist die Rate besonders hoch. Mehr als 60 Prozent der Bewohner sind nach Angaben des UN-Nothilfebüros (Ocha) auf Hilfsgüter angewiesen. Sauberes Wasser ist Mangelware, Strom gibt es nur wenige Stunden am Tag.

Mit der neuen israelischen Regierung kam vergangenes Jahr eine Kehrtwende. Das Motto: wirtschaftliche Anreize im Tausch für mehr Sicherheit. Dazu gehörte auch die Ausstellung mehrerer Tausend Arbeitsgenehmigungen, was dann Stück für Stück aufgestockt wurde. Vor ein paar Tagen genehmigte Verteidigungsminister Benny Gantz eine weitere Anhebung auf 15.500.

Das macht sich auch an der Grenze bemerkbar: Im Juli erlaubten die israelischen Behörden 40.500 Menschen die Ausreise – nach UN-Angaben so vielen wie noch nie seit 2005. Vor rund 20 Jahren waren es noch zehn Mal mehr. Neben der Arbeit können auch medizinische Notfälle ein Grund für eine Einreisegenehmigung sein.

Hoffen auf die Erlaubnis

Fida Abu Drah wäre gerne einer von den „Glücklichen“. Seit einem Jahr kommt der 34-Jährige jeden Tag zum Verbindungsbüro in Gaza Stadt, das die Genehmigungen ausgestellt. „Das Schlimme ist das Warten“, sagt er. „Als ich hörte, dass es wieder mehr Genehmigungen gibt, hatte ich Hoffnung.“ Auf einer App zeigt er seinen Status: „Wird geprüft.“ Wie lange noch? Keine Ahnung. Fotografieren lassen will er sich nicht – zu groß die Sorge vor einer Absage. Um ihn herum stehen fünf andere Männer, die Ähnliches berichten.

Der palästinensische Wirtschaftsexperte Mohammad Abu Dschaijab schätzt, dass insgesamt 90 000 Palästinenser aus Gaza auf eine Antwort warten. „Wenn die Zusage kommt, wird gefeiert wie bei einer Hochzeit – mit Dessert für alle.“ Der häufigste Grund für eine Absage seien Sicherheitsbedenken.

Beide Seiten profitieren

Ein erster Erfolg der Maßnahmen für Israel war Experten zufolge beim jüngsten Konflikt Anfang August zu beobachten. Anders als die Palästinenserorganisation Islamischer Dschihad beteiligte sich die militärisch stärkere Hamas dieses Mal nicht an den Kämpfen. Sie sieht sich auch für das Wohl der Zivilbevölkerung verantwortlich. „Die Menschen in Gaza können keinen weiteren Konflikt ertragen“, sagt Jochanan Zoref, Experte für israelisch-palästinensische Beziehungen vom Institut für Nationale Sicherheitsstudien (INSS). Das wisse auch die Hamas.

Während ein Arbeiter in Gaza zwischen 20 und 50 Schekel am Tag (6 bis 15 Euro) verdient, kann er in Israel bis zu 400 Schekel bekommen (150 Euro). „Geld, das in Gaza dringend benötigt wird – auch, um die Kaufkraft anzukurbeln“, sagt Wirtschaftsexperte Abu Dschaijab. Dass durch die Arbeiter direkt Druck auf die Hamas ausgeübt wurde, bezweifelt er. Dafür sei die Zahl noch zu gering. „50 000 würden vielleicht etwas verändern, auch mit Blick auf die vielen Familienmitglieder, die an deren Einkommen hängen“.

Aber auch der Arbeitsmarkt in Israel profitiere, sagt der Wirtschaftsforscher Haggay Etkes vom INSS. „Fachkräfte werden dringend benötigt.“ Der Arbeitsmarkt sei sehr angespannt. Arbeiter aus Gaza seien zuverlässig und gut ausgebildet. Die meisten arbeiten auf dem Bau, weitere in der Landwirtschaft, aber auch in anderen Bereichen.

Abhängigkeit von Israel

Wie schnell die Zahl der Arbeitsgenehmigungen wieder reduziert und die Grenzen geschlossen werden können, zeigte sich in den vergangenen Monaten. Gantz hatte bereits im Juli die Erhöhung angekündigt, setzte sie nach einem Raketenbeschuss wieder aus. Er machte die Hamas für den Angriff verantwortlich. Sie müsse auch die Konsequenzen tragen.

Kurz darauf riegelte Israel nach der Festnahme eines Führers des Dschihads aus Angst vor Angriffen die komplette Grenzregion ab. Eine Woche lang konnte kein Arbeiter die Grenze überqueren. Auch die Einfuhr von Hilfsgütern wurde untersagt.

Masen Madhun und seine Familie verloren ein Viertel des Einkommens. „Wir saßen zuhause und haben gewartet“, sagt er. Andere steckten dagegen während der Zeit in Israel fest, berichtet der Händler Mohammad Nasser. Man bekomme dann einen Anruf, dass man bleiben solle, wo man gerade ist. Wenn die Grenze dann wieder auf ist, gehe es zurück zur Familie nach Gaza.

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