Café Touba: Baraka statt Coffeeshop

Café Touba: Auf den Straßen von Dakar riecht man ihn, bevor er zu sehen ist.

07.05.2026 Massouda Khan 5 Min. Lesezeit
Café Touba

Foto: Lahat Sogue/Wikimedia Commons

(iz). Ein dünner Rauchfaden über einem Kohleofen, ein verbeulter Aluminiumtopf, daneben ein Stapel Pappbecher, ein Plastikglas mit Zucker und ein kleiner Blechbecher für Münzen – mehr braucht es nicht für das vielleicht eigenwilligste Trendgetränk Westafrikas.

Der erste Schluck hat nichts von Latte-artiger Sanftheit. Er trifft die Zunge wie ein leichter Schlag: scharf, pfeffrig, rauchig, dann tief dunkel wie klassischer Robusta-Kaffee.

Der Geschmack kommt von „grains of Selim“, auf Wolof „Djar“ – den getrockneten Früchten eines westafrikanischen Baumes, die manche „afrikanischen schwarzen Pfeffer“ nennen. Sie werden mit den Bohnen gemeinsam geröstet, grob gemahlen und zusammen aufgekocht; dazu kommt gern noch Nelke und vor allem viel Zucker. Das Resultat ist ein Getränk, das eher an eine würzige Tinktur erinnert als an den Cappuccino aus dem Coffeeshop.

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